Karriere 29.07.2005, 18:39 Uhr

Frauen haben oft die falschen Mentoren  

Sie verlassen sich, wie ein aktuelle Studie zeigt, bei ihrer Karriereplanung häufig auf die falschen Ratgeber oder Ratgeberinnen. Es hilft oft auch nicht weiter, wenn sie sich nur auf andere Frauen verlassen.

Frauen kommen immer häufiger in den Genuss von beruflichen Förderprogrammen. Trotzdem haben sie die Führungsebene der Firmen noch nicht erobert. Dies muss Gründe haben. Vielleicht werden sie doch nicht so gefördert wie Männer? Eine Studie der Universität Bonn bestätigt mit ihren Ergebnissen diese Vermutung.

Für die Studie beantworteten 325 Führungspersonen aus dem Personalbereich – 28 % davon Frauen – Fragen zu ihrer eigenen beruflichen Förderung: ob sie Unterstützung erfahren haben, wer sie gefördert hat und in welchen Bereichen sie unterstützt wurden hinsichtlich ihrer Karriere, emotional oder dank eines Vorbilds, das ihnen Handlungsmuster vorgelebt hat.

Die Studie zeigt: Viele Frauen werden in Mentoring-Programmen oder auf andere Weise gefördert – und zwar etwa in dem gleichen Maße wie ihre männlichen Kollegen. Diese Beobachtung machten Wissenschaftler auch in amerikanischen Unternehmen.

Ein Wermutstropfen mischt sich jedoch in das Ergebnis: Frauen werden oft von Personen gefördert, die weder über Macht noch Einflussmöglichkeiten verfügen, um eine effiziente Karriereförderung zu leisten. Zumeist bleiben Frauen in Sachen Karriereförderung unter sich. „Oft wird die erfahrene ältere Kollegin zur Mentorin“, erläutert der Psychologie-Professor Gerhard Blickle. „Folglich befindet sich die so genannte Unterstützerin auf derselben hierarchischen Ebene wie die Frau, die sie voranbringen soll. Das verhindert eine effektive Karriereförderung.“

Zwei Gründe führen dazu, dass Frauen meistens unter sich bleiben. Zum einen verfahren viele Firmen nach dem Prinzip „Frau fördert Frau“, wenn sie Förderprogramme umsetzen. Zum anderen suchen Frauen selbst die Nähe zu ihren Geschlechtsgenossinnen. „Nur wenige machen sich aktiv auf die Suche nach einem machtvollen männlichen Unterstützer“, sagt Blickle.

Männerförderung funktioniert hingegen anders. Männer erhalten und suchen überproportional häufig einen Vorgesetzten oder eine Führungskraft als Mentor. „Diese vertikale Unterstützung ermöglicht eine effektive berufliche Unterstützung“, benennt Blickle einen Grund, warum Männer leichter die Karriereleiter nach oben steigen.

Diese Förderung erhalten Männer nicht umsonst. „Der Unterstützte muss seinem Förderer in hohem Maße zuarbeiten“, sagt Gerhard Blickle. Zum einen werde dies von den Mentoren und Förderern verlangt, zum anderen würden die geförderten Mitarbeiter freiwillig eine hohe Gegenleistung für ihre Unterstützung anbieten. „Sie scheinen sich zu überlegen, was sie für einen Vorgesetzen so attraktiv macht, dass er sie fördern will“, formuliert Blickle, einer der Autoren der Studie, die Handlungsmotivation vieler männlicher Arbeitnehmer. „Gemäß dem Prinzip der Wechselseitigkeit ist Nehmen immer mit Geben verbunden, und so erfordert jede wirksame Förderung eine hohe Leistungsbereitschaft.“

In puncto Karriere werden Frauen also uneffektiv gefördert. Und wie sieht es im emotionalen Bereich oder hinsichtlich eines Vorbilds als Rollenmodell aus? „Hier erfahren Frauen eine sehr gute Unterstützung“, sagt Blickle. Die Mentorinnen und Förderinnen erweisen sich als sehr gute Gesprächspartnerinnen, die sich viel Zeit nehmen. Auch findet die junge Kollegin in der älteren zumeist ein gutes Vorbild, an dem sie sich orientieren kann.

Ein Problem bleibt: Weder die emotionale Unterstützung noch die Orientierung an einem weiblichen Vorbild, das nicht wesentlich höher auf der Karriereleiter steht, fördern die Karriere. Frauen wird also vielfach in ihrem beruflichen Umfeld ein „gutes Gefühl“ vermittelt, nur dass es sie auf der Karriereleiter nicht weiter nach oben bringt. Darum empfiehlt Blickle ehrgeizigen Frauen: „Sie müssen sich einen so genannten Unterstützer suchen, der über Einfluss verfügt, da nur einflussreiche Personen in der Lage sind, andere wirklich in ihrer Karriere zu fördern. Zugleich müssen sie eine hohe Leistungsbereitschaft zeigen.“ KATRIN BISCHL

Quelle: Gerhard Blickle/Mohamed Boujataoui: Mentoren, Karriere und Geschlecht: Eine Feldstudie mit Führungskräften. Kurzfassung in der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie 1/2005, Hogrefe Verlag, Göttingen

 

  • Katrin Bischl

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