Arbeitsmarkt 04.04.2003, 18:24 Uhr

Flotte Freelancer trumpfen auf

Keine passende Ausschreibung in den Projektbörsen verpassen und immer sofort mit Profil und Lebenslauf zur Stelle sein. Nebenbei ist „netzwerken“ angesagt.

Die Zeiten, die Jobs, die Bezahlung: alles war schon mal besser, viel besser. Doch trotz mieser Konjunktur ist der selbstständige IT-Projektleiter Philipp O. Meißner, der mit zwei Kollegen die Hamburger Firma Conceptpeople betreibt, gut ausgelastet. Meißner und Crew rekrutieren ihre Projekte und Aufträge unter anderem auch über Projektbörsen, vornehmlich via Gulp.de.
Der Internetdienst, der seit 1996 Höhen und Tiefen erlebt, bringt IT-Freiberufler und Ingenieure mit Projektvermittlern und Endkunden zusammen. Dieses „Matching“ findet dabei auf mehreren Ebenen statt. So können Freelancer ihre Profile in den Datenbanken hinterlassen. Firmen oder Projektvermittler recherchieren in den hinterlegten Texten nach Stichwörtern und stellen bei Bedarf eine Projektanfrage. Wenn das Profil des Freelancers die jeweils aktuell gefragten Spezialkenntnisse aufweist und dieser ausreichend Erfahrung mitbringt, führt dies zu regelmäßigen Anfragen, bestätigen Nutzer wie Meißner.
Daneben existiert eine offene Stellenbörse. Philipp O. Meißner schwört vor allem auf die dritte Möglichkeit, lukrative Positionen auf Zeit zu finden – den Gulp Roboter. Dieses Tool durchsucht die Projektangebote auf den Webseiten der Firmen und filtert passende Angebote entsprechend des eingegebenen Suchbegriffes heraus.
Die Ausbeute ist heute geringer als noch vor zwei Jahren. Dennoch zeigte die Kurve der Projektanfragen mit mehr als 20 % plus im März 2003 wieder deutlich nach oben. 608 Mal fragten Unternehmen in der Kalenderwoche (KW) 9 bei den registrierten Freelancern an. Unter den Angeboten fanden sich bei einer Stichprobe 32 Angebote für Ingenieure unterschiedlicher Fachrichtungen einschließlich CAD-Konstrukteuren.
Solche Angebote sind oft nur kurze Zeit im Netz zu finden: Da wird „ab sofort“ gesucht“, „schnellstmöglich“ oder der Start soll „asap“ (as soon as possible) erfolgen. Ist der passende Freelancer an Bord, verschwinden die Anzeigen auch schnell wieder aus dem Netz. Entsprechend flott müssen Projektanwärter reagieren. Denn auch fachlich hoch qualifizierte Berater, Projektleiter und Techniker sind mit ihren Kenntnissen längst nicht mehr allein auf weiter Flur.
Wer sich möglichst bald nach Erscheinen eines Inserats bewirbt, besitzt in jedem Fall einen Vorteil. Anders als bei Inseraten für viele Festanstellungen wird nicht über Wochen gesammelt und gewartet. Entscheidungen – oft nach einem Telefongespräch gefällt – können schneller erfolgen, da es sich um eine Bindung auf Zeit handelt.
Pluspunkt für den Bewerber ist, wenn die Unterlagen ausreichend informativ sind und ihn angemessen „verkaufen“. Zentrales Element sei dabei ein aussagekräftiger Lebenslauf, so Dirk Bisping, Vorsitzender des Bundesverbands Selbständige in der Informatik e.V. Üblicherweise erhält diese „CV“ (Curriculum Vitae) Angaben über Ausbildung, technische Kenntnisse sowie eine Darstellung erfolgreicher Projekte. Die Bewerbung sollte zudem unter Angabe des Tagessatzes erfolgen.
Permanente Beobachtung des Projekte-Marktes ist das Erfolgsrezept für Projekt Suchende. Dabei ist das Angebot neben Marktführer Gulp schmal geworden: Die Münchener haben jüngst beispielsweise den Konkurrenten It-projects.de geschluckt. Nicht wenige Börsen mussten schließen, etwa die deutsche Dependance des englischen Anbieters Smarterwork.com, die aber nach wie vor auf internationaler Basis Freiberufler aller Disziplinen vermittelt.
Für Techniker lohnt sich der Blick direkt in die Börsen der Projektvermittler. 158 Projekte hatte Marktführer Ascena Anfang März zu bieten. Anlaufstelle sind zudem „normale“ Stellenmärkte, wie Jobpilot.de oder Stellenmärkte, in denen Firmen ebenfalls Projekte ausschreiben. Eine der besten Adressen für den Überblick über (fast) alles, „was reinkommt“, bietet der E-Mail-Agent von Altavista.de, der passende Stellen und Projekte jeden Morgen gegen sieben Uhr frei Haus liefert. Üblicherweise genügt nach Übersenden der Unterlagen ein Telefoninterview, um Rahmenbedingungen zu klären.
Über aktuell gezahlte Tagessätze informiert der Stundensatzkalkulator. Im März verlangte ein Freiberufler mit Schwerpunkt Elektrotechnik 57 ‹ in der Stunde, ein CAD-Konstrukteur brachte es auf 68 ‹. Zum Vergleich: Vor einem Jahr noch durfte sich der Konstrukteur über 71 ‹ freuen, Anfang 2003 aber auch über 65 ‹ jammern. Grundsätzlich gilt: Die bestbezahlten Spezialisten sind die mit aktuell seltenen Kenntnissen. Richtig viel können derzeit etwa Kenner der Customer-Relation-Management (CRM)-Software von Peoplesoft einfahren: Durchschnittlich 105 ‹ pro Stunde.
Honorarschwankungen gehören zum Geschäftsleben. Seit längerem schon geht der Kostendruck vom Endkunden auf die IT-Spezialisten über, so Mario Henzler, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation bei Ascena. Immer mehr Unternehmen gehen deshalb inzwischen sogar dazu über, direkt mit den Freelancern Kontakt aufzunehmen, also den Vermittler einzusparen.
So kann den Freiberufler auch schon mal die Telefonakquise zum Erfolg führen. Zumal dann, wenn bereits vorher Kontakte bestanden haben. Die sind jedoch in jeder Situation Gold wert: So wie die meisten festen Stellen „unter der Hand“ vergeben werden, geht auch die Mehrzahl der Projekte weg, ohne dass die Position je offiziell ausgeschrieben war. Hilfe beim Networking, das gerade Technikern oft schwer fällt, bieten Verbände.
So schreibt der Bundesverband Selbständige in der Informatik e.V. Unternehmen direkt an und empfiehlt Freiberufler aus der Verbands-Beraterdatenbank.
Unterstützung erhalten Freiberufler auch in den Selbstständigen-Arbeitskreisen der Bonner Gesellschaft für Informatik (GI).
SVENJA HOFERT

Von S.H.

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