Kampf gegen Cyberkriminalität 23.05.2014, 11:50 Uhr

FBI schlägt sich mit kiffenden IT-Experten herum

Der US-amerikanische Inlandsgeheimdienst FBI sucht nach IT-Experten, um sich im Kampf gegen die steigende Cyberkriminalität zu stärken. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn viele begehrte Kandidaten sind Kiffer. 

In den Bundesstaaten Washington und Colorado ist der Besitz kleiner Mengen Marihuana für den privaten Konsum erlaubt. Für das FBI ist die Droge jedoch ein absolutes No-Go. Doch nüchterne IT-Experten zu finden, erweist sich für die Behörde als schwierig. 

In den Bundesstaaten Washington und Colorado ist der Besitz kleiner Mengen Marihuana für den privaten Konsum erlaubt. Für das FBI ist die Droge jedoch ein absolutes No-Go. Doch nüchterne IT-Experten zu finden, erweist sich für die Behörde als schwierig. 

Foto: dpa/Torsten Leukert

Die Bundespolizei braucht Computerspezialisten, um die wachsende Cyberkriminalität zu bekämpfen – das ist eine der größten Aufgaben der Behörde neben dem Kampf gegen Terrorismus und Spionageabwehr. Der US-Kongress hat bereits reagiert und grünes Licht dafür gegeben, die FBI-Truppe aufzustocken. Allein in diesem Jahr sollen 2000 neue Mitarbeiter rekrutiert werden. Bisher sind dort 35.000 Menschen beschäftigt. Die meisten der neuen IT-Spezialisten sollen sich um die digitale Verbrechensbekämpfung kümmern.

Viele geeignete IT-Kandidaten sind Kiffer

Daher grast das FBI den Arbeitsmarkt nach hochintelligenten Computerexperten ab. „Wir müssen exzellente Arbeitskräfte einstellen, um mit den Cyberkriminellen mithalten zu können“, erklärte der FBI-Direktor James Comey auf einer Konferenz in New York, wo er berichtete, wie seine Behörde gegen Wirtschafts- und Cyberkriminalität vorgeht.

Geeignete Kandidaten zu finden, scheint aber alles andere als einfach zu sein. Denn viele der qualifizierten IT-Spezialisten kiffen, klagte Comey dem Wall Street Journal zufolge: „Einige der Jungs, die wir da im Blick haben, rauchen sogar auf dem Weg zum Einstellungsgespräch Gras.“ Man ringe mit der Frage, ob die interne Anti-Marihuana-Regelung geändert werden müsse. Bislang hat man beim FBI mit einer Drogenvergangenheit keine Chance auf einen Job. Bewerber, die in den vergangenen drei Jahren Marihuana konsumiert haben, fallen durchs Raster. Sie bekommen keine Anstellung.

Außerdem soll ein Konferenzteilnehmer Comey um Rat für einen Freund gefragt haben: Dieser habe es bisher wegen der strikten Vorschrift erst gar nicht versucht beim FBI. Comey soll ihm empfohlen haben sich zu bewerben.

FBI-Chef relativiert seine Aussagen

Damit brachte sich der FBI-Chef in die Schusslinie von Kritikern: Zwei Tage später stand in der Washington Times, dass Comey unter anderem vom republikanischen Senator Jeff Sessions vorgeworfen wurde, weiche Drogen zu verharmlosen. Comey ruderte während einer US-Senatsanhörung zurück. Er betonte, dass er strikt gegen den Konsum von Marihuana sei. Er habe auch nicht sagen wollen, bei den Einstellungen an der firmeninternen Drogenpolitik des FBI rütteln zu wollen.

In den USA ist der Konsum von Cannabis so gut wie überall illegal. Nur in den Bundesstaaten Washington und Colorado sind kleine Menge für den privaten Konsum erlaubt. Hinter der Legalisierung dort steckt die Aussicht auf hohe Steuereinnahmen. Auf Bundesebene dagegen hält die Obama-Regierung an dem Verbot fest. Süffisant: US-Präsident Barack Obama soll in seiner Studentenzeit selbst gekifft haben.

 

  • Lisa von Prondzinski

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