VDI nachrichten exklusiv 16.01.2014, 13:44 Uhr

Exportunternehmen müssen sich für das Thema Homosexualität öffnen

Unternehmen müssen sich stärker dem Thema Homosexualität stellen, wenn sie ihre Exportchanchen in wichtigen Märkten wie den USA nicht gefährden wollen. 

Produktion von Windkraftanlagen beim Windanlagenbauer Nordex in Rostock: Besonders in männerdominierten technischen Unternehmen haben es Homosexuelle nicht leicht akzeptiert zu werden, meint Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte „Völklinger Kreis“.

Produktion von Windkraftanlagen beim Windanlagenbauer Nordex in Rostock: Besonders in männerdominierten technischen Unternehmen haben es Homosexuelle nicht leicht akzeptiert zu werden, meint Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte „Völklinger Kreis“.

Foto: dpa-Zentralbild

„Konzerne müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Wer in die USA exportieren will, muss Diversity-Programme vorweisen, sonst wird man nicht gelistet“, sagte Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte „Völklinger Kreis“, im Gespräch mit der am Freitag erscheinenden Wochenzeitung VDI nachrichten

Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte „Völklinger Kreis“

Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte „Völklinger Kreis“

Foto: Schachtsiek

Auch mittelständische Unternehmen kommen nicht um das Thema herum, wenn sie nicht in der Konkurrenz um Fachkräfte das Nachsehen haben wollen. „Mittelständler behaupten oft, keine Probleme im Umgang mit Homosexualität zu haben. Sie haben sie aber, sie nehmen sie nur nicht wahr“, so Schachtsiek. „Weil kein offenes Klima herrscht, schweigt man lieber. Diese Unternehmen werden auch beim Fachkräftemangel Probleme bekommen, weil ihnen die Offenheit auch gegenüber Minderheiten fehlt. Das spricht sich herum.“

In männerdominierten technischen Berufen und Unternehmen hätten es Homosexuelle immer noch besonders schwer. „Männer gehen mit Sexualität anders um und Technik-Unternehmen sind eben männergeprägt“, erklärt Schachtsiek.„Man braucht in Unternehmen eine Kultur des Aufeinanderzugehens, die einem sagt: Du musst dich hier nicht verstecken. In stark männerdominierten Unternehmen denkt man aber so nicht. Das ist keine böse Absicht, sondern meist Gedankenlosigkeit.“

Das Interview finden Sie ab Freitag in der Printausgabe der VDI nachrichten.

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