Nancy Leistner im Porträt 03.08.2012, 11:00 Uhr

Erfolgreich in einer Männerdomäne

Ohne sie würde eigentlich so gut gut wie nichts mehr laufen, die kleinen Helfer stecken in Maschinen und Geräten: Embedded Systems. Eine, die so etwas programmiert, ist Nancy Leistner (33). In Hildesheim ist sie stellvertretende Abteilungsleiterin für Software Design bei Brunel Communications im Entwicklungszentrum für Embedded Systems.

Studieren? Nein, das wollte Nancy Leistner ursprünglich eigentlich nicht. Technik hat sie zwar schon immer interessiert und Mathe war ihr Leistungskurs, aber Nancy Leistner entschied sich nach dem Abitur zunächst dafür, eine Ausbildung zur Informatikkauffrau zu machen. „Ich wollte etwas Praktisches machen“, sagt die junge Frau, die seit einem Jahr stellvertretende Abteilungsleiterin für Software Design im Entwicklungszentrum für Embedded Systems der Brunel GmbH ist.

Leistner studiert Network Computing an der Uni Freiburg

Die gebürtige Sächsin, aufgewachsen in einem kleinen Dorf zwischen Zwickau und Aue, überlegte es sich zum Glück von Brunel doch noch anders und ging im Anschluss an die Uni Freiberg und studierte Network Computing. Der Frauenanteil lag damals bei etwa 13 %. Das war nicht üppig, aber Nancy Leistner erinnert sich gern an die Studienzeit, Probleme habe sie mit der männlichen Überzahl in den Vorlesungen nie gehabt, und auch heute sei es so, dass sie lieber in einer überwiegend männlichen Umgebung arbeitet.

Da ist sie im Entwicklungszentrum in Hildesheim am richtigen Platz, auch hier sind Frauen rar in der Entwicklung. Und auch hier sei das kein Problem. Aber es sei auch wichtig, dass Frauen im Team sind. „Dann läuft es besser“, sagt Leistner.

Direkt nach dem Studium 2006 begann sie in Hildesheim, arbeitete an diversen Projekten mit, im vergangenen Jahr entwickelte sie in einem Team die Software für eine landwirtschaftliche Maschine, die pünktlich zur Ernte über die Felder fahren sollte. Das hat geklappt, mittlerweile ist die zweite Ernte eingefahren. In naher Zukunft wird die Serienreife angestrebt. Beim ersten Probelauf fuhr Nancy Leistner mit. „Es war faszinierend und ein tolles Gefühl zu wissen, dass die Maschine mit einer Software fährt, die ich entwickelt habe.“ Während ihrer Arbeit hat sie zunächst keine Berührungspunkte mit der Hardware, erst zum Schluss und beim Integrationstest ist das ganze Produkt präsent.

Einstieg ins Berufsleben gestaltete sich zuerst schwierig

Dabei war der Einstieg ins Berufsleben zunächst gar nicht so rosig: „Damals war keine gute Zeit. Es gab nicht so viele Stellen, als ich fertig war. Aber zum Glück kam die Zusage von Brunel dann doch schnell“, erinnert sie sich. Das landwirtschaftliche Nutzfahrzeug ist nicht ihr erstes Projekt, sie erinnert sich auch gern an die Entwicklung eines Objektcontrollers in einem Stellwerkprojekt, den sie im Alleingang entwickelt hat. Obwohl der Prozess der Softwareentwicklung eigentlich immer gleich ist, schätzt sie die Vielfalt der Projekte, denn jedes Mal taucht sie sozusagen in eine neue Welt ein und beschäftigt sich intensiver mit der Technologie.

Schon während des Objektcontroller-Projekts hatte sie viel mit Kunden zu tun. Jetzt, als stellvertretende Abteilungsleiterin, investiert sie 50 % der Arbeitszeit in die Entwicklung und 50 % in den Führungsjob. Sie ist viel bei Kunden unterwegs, macht die Mitarbeiterplanung. Vor allem der Kundenkontakt stellt eine Herausforderung dar: „Die Abläufe und die Kunden sind natürlich immer wieder ganz unterschiedlich, man muss sich darauf einstellen.“

Leistner lernt, sich und ihre Fähigkeiten selbstbewusst zu präsentieren

Die Außendarstellung ist ihr nicht immer leicht gefallen, sie musste das lernen, daran arbeiten, in der Schule war sie eher zurückhaltend. Nancy Leistner hat aber auch ein Motto, das sie auch anderen Frauen ans Herz legt: „Man sollte sich Ziele setzen, daran glauben, dass man es kann, sich nicht beirren lassen“, sagt sie. „Wir Frauen tendieren leider oft dazu, uns selbst zu unterschätzen“, sagt Leistner. Einer gesetzlichen Frauenquote steht sie skeptisch gegenüber.

Technik spielt nicht nur in ihrem Berufsleben eine große Rolle, auch privat ist die junge Frau daran interessiert. Da trifft es sich gut, dass auch ihr Partner, mit dem sie in Freiberg studierte, einen Faible für Technik hat. „Aber im Urlaub, da setzte ich schon mal durch, dass der Laptop in Hildesheim bleibt“, sagt sie.

  • Claudia Burger

    Claudia Burger

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Karriere, Management, Arbeitsmarkt, Bildung, Gesellschaft, Arbeitsrecht

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