Ingenieure gefragt 01.02.2013, 11:51 Uhr

EnBW: „Die kommenden zehn Jahre werden für Netzbetreiber spannend“

Für die Energiewende werden neue Stromnetze gebraucht. Martin Konermann ist als Vorstand Technik bei der EnBW Regional AG, einer Tochter der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, für die Verteilnetze zuständig. 100 000 Netz-Kilometer betreibt das Unternehmen. Die Integration der erneuerbaren Energien erfordert sowohl den Ausbau als auch die Verstärkung der vorhandenen Infrastruktur. Dafür sucht das Unternehmen Ingenieure. Sie sind Gewinner der Energiewende am Arbeitsmarkt.

VDI nachrichten: Die EnBW Regional ist ein Verteilnetzbetreiber für Stromleitungen. Im rund 100 000 Kilometer langen Stromnetz wird Strom von den europaweiten Verbundnetzen zu den Verbrauchern transportiert. Mit wie vielen Mitarbeitern betreiben Sie dieses lange Netz?

Konermann: Wir haben 3200 Mitarbeiter, davon sind 600 Ingenieure.

Fast jeder Fünfte ist also Ingenieur, das sind überraschend viele.

Im Bereich von Stromnetzen gibt es auch viel zu tun für Ingenieure. Sie planen, projektieren und bauen neue Netze. Das machen überwiegend Ingenieure. Im Betrieb ist ihr Anteil deutlich niedriger.

Die EnBW erzeugt Strom aus unterschiedlichen Quellen. Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen liegt aktuell bei elf Prozent, bis 2020 soll er doppelt so hoch sein. Wie wirkt sich die Energiewende auf die Netze aus: Brauchen Sie mehr, stärkere, andere?

Von allem etwas. Bislang wird Strom von den Hochspannungsnetzen in die Verteilnetze gespeist und auf die Verbrauchsstellen verteilt. Die Energiewende führt nun zu einer dezentralen Erzeugungsstruktur. Beispiel Photovoltaik auf dem Dach, dort wird bei Sonnenschein viel mehr Strom erzeugt, als der Besitzer verbraucht. Dieser überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist. Das Netz transportiert also künftig in beide Richtungen, die Verbraucher werden zum Erzeuger. Zusätzlich ist dieser Energiefluss volatil: Bei starkem Sonnenschein fließt viel, im Winter und nachts wenig Strom. Gesteuert werden die Energieflüsse mithilfe neuer, adaptiver Betriebsmittel, die wir als Smart-Grid bezeichnen. Das ist ein neues Fachgebiet, für das wir zusätzliche Ingenieure brauchen.

Welche Art von Ingenieuren wollen Sie einstellen, welche Skills brauchen sie?

Von unseren Ingenieuren sind gut die Hälfte Elektrotechniker. Diese Leute erfüllen das klassische Profil eines Energieversorgungsunternehmens. Die nächststärkere Ingenieur-Gruppe sind Nachrichtentechniker. Das ist deshalb der Fall, weil zur Steuerung des Netzes beispielsweise Schutztechnik benötigt wird. Für den zukünftigen Bedarf, also den Netzum- und -ausbau werden schwerpunktmäßig Elektrotechniker benötigt. Durch den Einsatz von Smart Grids werden darüber hinaus Informatiker zur Steuerung der Lastflüsse vonnöten sein. Außerdem brauchen wir Fachleute, die den Aspekt Wirtschaftlichkeit von Alternativen des Ausbaus bewerten können. Insgesamt, als auch für die Ingenieure, die schon bei uns arbeiten, werden die Aufgaben interdisziplinärer.

Wollen Sie eine Zahl nennen, wie viel Ingenieure mehr Sie für den Umbau brauchen?

Das ist schwer abzuschätzen und hängt davon ab, wie schnell die Energiewende weiter vorangeht. Geht’s rasch, brauchen wir kurzfristig viele. Geht’s langsam, verteilt sich der Bedarf an neuen Ingenieuren über Jahre. Aktuell haben wir 60 offene Ingenieurstellen.

Andererseits hat die EnBW angekündigt, von den 20 000 Mitarbeitern 1350 Stellen abzubauen. Sind Ingenieure Gewinner der Energiewende, weil künftig mehr von ihnen gebraucht werden? Wer sind die Verlierer?

Die Stellen, die sozialverträglich abgebaut werden, sind im Wesentlichen Querschnittsfunktionen. Für meinen Zuständigkeitsbereich kann ich sagen: Ingenieure profitieren am Arbeitsmarkt von der Energiewende, weil mehr gebraucht werden und moderne Anforderungsprofile gesucht sind. Ich gehe davon aus, dass Verteilnetzbetreiber spannende zehn Jahre vor sich haben. Zur Integration der dezentralen und volatilen erneuerbaren Energien in die Verteilnetze sind Einsatzbereitschaft und Innovationskraft gefragt. Das sorgt für Begeisterung bei Bewerbern, wie ich in Vorstellungsgesprächen feststelle.

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