Wachsender Bedarf 01.03.2013, 17:00 Uhr

Elektrotechniker sind wesentlich für das Gelingen der Energiewende

Energiewende, Energieeffizienz, Industrie 4.0: Das alles funktioniert nur intelligent mit Elektro- und Informationstechnik. Deshalb sind Ingenieure der Elektrotechnik so begehrt am Markt. Bei Studenten- und Absolventenzahlen gibt es Rekorde und die Elektro- und Elektronikbranche zeichnet ein optimistisches Bild einer elektrischen Zukunft.

Die Energiewende setzt neue Stromnetze voraus. Für die EnBW Regional AG bedeutet das, die bereits bestehenden 100 000 Netz-Kilometer auszubauen und zu verstärken. Die AG ist eine Tochter der EnBW und für die Verteilnetze im Konzern zuständig. Verstärkt werden müssen die Netze deshalb, weil der neue, grüne Strom volatil ist: Bei starkem Sonnenschein lässt sich viel, bei schwachem Wind wenig Strom ernten. Zudem wird Strom künftig in beiden Richtungen fließen, weil Verbraucher mit ihren Anlagen zu Stromerzeugern werden. Das setzt intelligente Netzstrukturen voraus. „Die kommenden zehn Jahre werden für Netzbetreiber spannend“, sagt Martin Konermann, Vorstand Technik der EnBW Regional AG, Stuttgart.

Elektrotechniker sind unverzichtbar, damit die Energiewende gelingt.

Elektrotechniker sind unverzichtbar, damit die Energiewende gelingt.

Quelle: Archiv

Von den 3200 Mitarbeitern der Gesellschaft sind 600 Ingenieure, davon gut die Hälfte Elektrotechniker. „Für den Netzum- und -ausbau brauchen wir schwerpunktmäßig Ingenieure der Elektrotechnik und durch den Einsatz von Smart Grids sind Informatiker zur Steuerung der Lastflüsse vonnöten“, sagt Konermann. Zurzeit hat er etwa 60 offene Ingenieurstellen in seinem Zuständigkeitsbereich.

Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik sind gefragte Leute am Arbeitsmarkt. „Die Zukunft ist elektrisch und wer das Studium der Elektro- und Informationstechnik schafft, der hat glänzende Berufsaussichten“, sagt Dr. Sonja Dulitz, Arbeitsmarktexpertin beim Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, kurz ZVEI, in Frankfurt am Main.

Hohe Abrecherquote in der Elektrotechnik

Die Abbruchquote im Fach Elektrotechnik liegt bei immerhin 53 %. Rund 10 500 Absolventen der Elektrotechnik/Informationstechnik haben 2011 ihr Studium in diesem Fach erfolgreich abgeschlossen „und alle ohne Schwierigkeiten einen Job gefunden“, so Dulitz. Mit 26 500 Erstsemestern gab es so viele Anfänger wie noch nie. Darunter waren 11 % Frauen, auch das ist ein Rekord. In den Jahren davor waren es etwa 5 %.

Der Umsatz der deutschen Elektroindustrie lag 2012 nach vorläufigen Angaben des ZVEI mit 173 Mrd. € 3 % unter dem Vorjahr. Den Rückgang begründet der Verband mit Eurokrise und globaler Konjunkturabkühlung, für 2013 ist er verhalten optimistisch. „Wir sind vorsichtig zuversichtlich, dass die Geschäftstätigkeit in unserer Industrie im Verlauf des Jahres anziehen wird und die Produktion der Branche 2013 um eineinhalb Prozent wächst“, so der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung Klaus Mittelbach.

Die Entwicklung der Mitarbeiterzahl ist für ihn erfreulich: „Ende 2012 hatte die deutsche Elektroindustrie 848 000 Beschäftigte. Das ist ein Zehn-Jahres-Hoch.“ Seit April 2010 sind fast 50 000 neue Stellen in der Branche entstanden. Und auch in diesem Jahr sollen neue dazukommen, zeigt die ZVEI Ingenieurumfrage 2012.

Danach liegt der Anteil der Ingenieure und Naturwissenschaftler an den Beschäftigten seit Jahren konstant knapp über 20 %. Aktuell sind es 21,8 %. Elektrotechniker stellen mit etwa 60  % Anteil nach wie vor die stabile Mehrheit der Ingenieurbelegschaft. Dann folgen Maschinenbauer, Informatiker und Wirtschaftsingenieure.

Deren wichtigste Aufgabenfelder sind Forschung, Produkt- und Softwareentwicklung, Konstruktion und Vertrieb. Die Absolventen kamen laut Studie etwa zu gleichen Teilen aus Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Etwa 1 % waren Studenten an Berufsakademien.

Nur 10 % der Unternehmen suchen gezielt ausländische Fachkräfte

Noch ist das ein bescheidener Wert, doch „das duale Studium wird zunehmend zu einer wichtigen Größe im Bildungswesen“, meint Dulitz. Immerhin: Fast die Hälfte der Unternehmen bietet diese Bildungsform an und die Hälfte dieser plant, die Anzahl ihrer dualen Studienplätze aufzustocken. Ebenso jedes zweite befragte Mitgliedsunternehmen nimmt einen Fachkräftemangel deutlich wahr und das sowohl bei Facharbeitern als auch Ingenieuren. Und dennoch akquiriert nur etwa jedes zehnte Unternehmen ausländische Fachkräfte. Die Erklärung dafür von Dulitz: „Erst Mitte 2012 hat die Bundesregierung den Akt des Migrierens für Berufsgruppen, in denen ein Mangel herrscht, vereinfacht.“ Ob der Abbau der bürokratischen Hürden zu mehr ausländischen Ingenieuren in Deutschland führen wird, könne erst die Zeit zeigen.

Drei von vier Unternehmen wollen 2013 und 2014 mehr Elektroingenieure einstellen als in den Jahren zuvor. Trendthemen, die die Branche antreiben und für neue Arbeitsplätze sorgen, sind laut Dulitz die Medizintechnik, beispielsweise bildgebende Verfahren bei Laser-Operationen, LED-Beleuchtungen, die für Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit durch ihre vergleichsweise lange Lebensdauer sorgen, Smart Grids für intelligente Stromnetze sowie der Super-Hype Industrie 4.0.

„Während Informatiker das Thema Industrie 4.0 von Seiten der IT angehen, packen es Ingenieure aus Richtung der Fertigungstechnik an“, sagt Stephan Pfisterer, Arbeitsmarktexperte beim IT-Verband Bitkom. Seiner Meinung nach spielen Ingenieure in der IT-Branche eine große Rolle: „Viele Systemhäuser, die Software beispielsweise für Automobilindustrie, Logistik oder Maschinenbau entwickeln, brauchen Ingenieure, weil sie den Einsatzbereich der Anwendungen durch ihre Ausbildung kennen.“ 2011 sind in der IT-Branche selbst rund 18 000, 2012 etwa 10 000 neue Jobs entstanden. Und auch in diesem Jahr sollen Tausende neue Arbeitsplätze in der IT-Industrie hinzukommen. Aktuell liegt die Zahl der Beschäftigten bei rund 886 000. Der Umsatz 2012 lag voraussichtlich bei 152 Mrd. €, das wären 2,8 % mehr als im Jahr davor. Für das laufende Jahr geht der Bitkom von 1,6 % Umsatz-Plus aus.

Von Peter Ilg

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