Arbeitsmarkt 26.02.1999, 17:20 Uhr

Ein gutes Jahr für Ingenieure

Der Arbeitsmarkt zeigte sich im vergangenen Jahr für Ingenieure von der freundlichen Seite. Auch 1999, so ZAV-Chef Peter Jacobi, hätten Ingenieure wieder gute Chancen.

Ingenieurbüros, Planungsbüros und andere Anbieter technisch-naturwissenschaftlicher Dienstleistungen hatten im vergangenen Jahr 25 % mehr freie Positionen zu besetzen als 1997. Das geht aus der Bilanz der Zentralstelle fürArbeitsvermittlung (ZAV) in Frankfurt für das Jahr 1998 hervor. Die ZAV besetzt Positionen für Führungskräfte und für Spezialisten mit einem Jahreseinkommen von mehr als 120 000 DM.
Wie ZAV-Direktor Peter Jacobi am Dienstag in Frankfurt hervorhob, kommt diese Nachfrage nach Ingenieuren zunehmend von Systemanbietern, die auch Machbarkeitsstudien, Finanzierungsberatung und Facility Management im Rahmen ihres Service-Spektrums anbieten.
Im verarbeitenden Gewerbe fielen die Unternehmen der Elektrotechnik und Elektronik nach dem Boom der Vorjahre im vergangenen Jahr durch eine generelle Zurückhaltung bei Stellenangeboten für Spitzenmanager auf. Elektroingenieure waren dennoch gesucht, vor allem von den Hardwareproduzenten aus der Informationstechnik und der Telekommunikation, aber auch von den Zulieferern der Automobilindustrie und von Unternehmen der Mess-, Regelungs- und industriellen Prozeßsteuerungstechnik. Ingenieure wurden für diese Aufgaben vorwiegend und in großer Zahl als Projektleiter oder als Entwickler und Anwender für Spezialistenfunktionen gesucht. Weniger gefragt waren sie jedoch als reine Führungskräfte, etwa als Geschäftsführer oder als Abteilungsleiter. Die Chancen für Ingenieure lagen eher bei Fach- und Spezialaufgaben.
Für die Bereiche Forschung, Entwicklung und Konstruktion stieg im vergangenen Jahr die Nachfrage um 16 %, gefolgt von Produktion/Fertigung mit einem Plus von 11 %. Diese günstige Marktsituation des vergangenen Jahres setze sich auch im laufenden Jahr fort, betonte Jacobi.
Obwohl in der Bauwirtschaft 1998 das Stellenangebot für Manager mit 11 % deutlich zurückging, gab es auch in dieser Branche Chancen für Ingenieure. Denn neben Geschäftsführern und kaufmännischen Leitern wurden vor allem Diplom-Ingenieure als Niederlassungsleiter und Oberbauleiter sowie als Projektleiter für Großprojekte gesucht.
„In der Industrie“, so Arbeitsmarkt-Experte Jacobi, „waren Ingenieure die Gewinner des letzten Jahres und konnten in der Regel zwischen mehreren Positionen wählen“. Auch was Gehälter sowie Zusatzleistungen betrifft, konnten die technischen Manager im vergangenen Jahr nicht klagen. Vor allem Unternehmen des Maschinenbaus und der Autoindustrie samt der Zulieferbranchen ließen sich auf einen verstärkten Wettbewerb sowohl um jüngere als auch um bereits berufserfahrene technische Fach- und Führungskräfte ein, wobei sie mit guten Gehaltsangeboten nicht sparten.
Dennoch sieht Jacobi auch Schwierigkeiten: Viele Unternehmen suchen „paßgenaue Bewerber“ und sind nicht bereit, Abstriche bei den Qualifikationen zu machen. Erfahrungen, die in anderen Branchen erworben wurden, zählten oft nicht, so Jacobi.
Allerdings tun sich nicht nur viele Unternehmen schwer, wenn sie selbst Ingenieure suchen. Auch die ZAV registriert einen deutlichen Rückgang bei der Nachfrage von Bewerbern. So gingen die Vermittlungswünsche von Maschinenbauingenieuren 1998 im Vergleich zum Vorjahr um 24 %, die von Elektroingenieuren sogar um 29 % zurück. Auch Ingenieure nutzen Stellenanzeigen, Direktkontakte oder Personalberater, um eine neue Position zu finden.
Auch die Personalberater, die in der Association of Executive Search Consultants in Brüssel (AESC) zusammengeschlossen sind, registrierten für 1998 in Deutschland steigende Nachfrage nach Managern, vor allem für Top-Positionen. Der Trend in allen europäischen Ländern zusammen zeigt jedoch in die andere Richtung, hier ging die Suche nach Managern im Vergleich zu 1997 zurück.
An der Spitze der Branchen, die 1998 Führungskräfte gesucht haben, liegt die Kommunikationsindustrie. Zwischen dem 2. und dem 3. Quartal stieg die Zahl der zu besetzenden Positionen um 25 %. Bei den elektronischen und den Kommunikationsmedien war der Anstieg mit 35 % sogar noch höher.
Zur AESC gehören auch 15 Consulting-Unternehmen mit Sitz in Deutschland, darunter A.T. Kearney, Korn/Ferry oder Heidrick&Struggles. Konkrete Zahlen zu ihren Vermittlungen wollen die Berater aber nicht nennen.
U. SCHAMARI/H. STEIGER
Boom bei anspruchsvollen Dienstleistungen: Im vergangenen Jahr gab es deutlich mehr freie Stellen für Ingenieure als 1997.

Von U. Schamari/H. Steiger
Von U. Schamari/H. Steiger

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