Karriere 08.12.2006, 19:25 Uhr

Drei Informatiker mit Gespür für medizinische Lösungen  

Sie studierten am Lehrstuhl für Computer-Aided Medical Procedures and Augmented Reality an der TU München. Drei Porträts.

Ursprünglich wollte Christoph Bichlmeier Design studieren. Doch als der Münchner 1999 einen Studienplatz für Informatik an der TU München bekam, griff Bichlmeier zu. Sein Pragmatismus hat sich gelohnt: Mit Hilfe der Computergrafik konnte der heute 29-Jährige nicht nur seine künstlerischen Neigungen verwirklichen. Er wurde vor kurzem auch mit dem „Werner von Siemens Excellence Award“ ausgezeichnet – für seine Forschungen im Rahmen der medizinischen „Augmented Reality“.

„Bis zur Abschlussprüfung war ich ein ganz normaler Student“, sagt Bichlmeier. Nach dem Vordiplom ging er über das Austauschprogramm IAESTE nach Brasilien. In Juiz de Fora unterrichtete er an einer Gesamtschule Informatik. Weitere zwei Monate verbrachte er in Granada als Praktikant bei einem Softwarehaus. In seiner Diplomarbeit fand Bichlmeier eine zusätzliche Möglichkeit, Informatik und Design zu verbinden.

Bichlmeier setzte sich mit der irreführenden Tiefenwahrnehmung innerhalb des chirurgischen Arbeitsbereichs auseinander, einem generellen Problem der medizinischen „Augmented Reality“. „Bei diesem Verfahren betrachtet der Arzt im OP den Patienten durch eine Art Cyberbrille, die das Bild des Patienten mit virtuellen Objekten anreichert.“ Durch die Brille könne der Arzt jedoch schlecht einschätzen, wie weit der Patient oder medizinische Objekte von ihm entfernt sind.

Bichlmeier, heute Doktorand am Lehrstuhl von Prof. Nassir Navab, erweiterte die Methode um ein virtuelles Fenster, das sich über die Hautoberfläche legt. „Dieses korrigiert die Tiefenwahrnehmung. Gleichzeitig hat der Arzt den Eindruck, in den Patienten hineinzuschauen.“ Mittels eines virtuellen Spiegels erzeugt Bichlmeier ähnlich wie mit dem Spiegel eines Zahnarztes eine neue Perspektive, bei der der Arzt die Wirbelsäule von hinten betrachten kann. Sein Ziel ist es, diese Technik soweit akzeptabel zu machen, dass man sie im OP einsetzen kann. „Ein Weg, auf dem mir der Siemens-Award so manche Tür öffnen wird“, hofft Bichlmeier.

Nichts deutet darauf hin, dass Tobias Lasser gerade für seine Diplomarbeit im Bereich Optische Tomographie mit dem „Werner von Siemens Excellence-Award“ ausgezeichnet wurde. Der Stil des 27-Jährigen ist leise und doch hochkonzentriert. „Der Award ist neben der normalen Honoration in Form der Note ein schönes Extra.“

Ab 1999 studierte Lasser Informatik und Mathematik an der TU München. Erst ein Hauptseminar an dem neu errichteten Lehrstuhl für Computer-Aided Medical Procedures and Augmented Reality brachte den 27-Jährigen auf die richtige Spur.

Lasser ging 2005 für ein Jahr nach Boston. Am Center for Molecular Imaging Research, einem Institut der Harvard-Universität, forschte er im Bereich Optische Tomographie. Sein Forschungsgebiet FMT (Fluorescence Molecular Tomography) ist ein neues bildgebendes Verfahren, durch das biochemische Vorgänge im Körper sichtbar gemacht werden.

„Ähnlich wie bei der Computertomographie, bei der man Skelett oder Organe erkennen kann, sollen hier Krebswucherungen aufgespürt werden“, so Lasser. Seine Forschungen erweitern die vorhandene FMT-Software um dreidimensionale Oberflächenrekonstruktion. Lasser demonstrierte die Möglichkeit, photonische Laser-Messungen auf klinischen Feldern anzuwenden. Als Doktorand am Lehrstuhl von Prof. Navab forscht er heute weiter an Verfahren für die intraoperative Bildgebung mit optischen Verfahren.

Darko Zikic ist kein Mann unüberlegter Entscheidungen. Als sich sein Physikstudium nach dem ersten Semester als zu theorielastig herausstellte, setzte er keineswegs auf das nächstbeste Pferd. Stattdessen investierte er ein weiteres Semester in die systematische Suche nach einer Alternative.

Seine Beharrlichkeit führte den heute 27-Jährigen in die Medizininformatik, wo er im Bereich der medizinischen Bildgebung forschte.

Nach dem Vordiplom absolvierte der in Sarajevo geborene Deutsche ein Praktikum in Taiwan. Am National Center for High-Performance Computing befasste sich Zikic mit Grid-Computing. Während des Hauptstudiums belegte er ein studienbegleitendes Programm für IT-Management.

In seinen Forschungen befasste sich Zikic mit Deformationen bei medizinischen Bildgebungsverfahren. Dafür verbrachte er drei Monate bei Siemens Corporate Research in Princeton. „Mit Hilfe der Positronen-Tomografie kann man Tumore erkennen.“ Wolle man wissen, wo der Tumor im Körper versteckt ist, müsse man zwei Bilder zur Übereinstimmung bringen.

Der klinische Einsatz der deformierbaren Registrierung steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch Zikic denkt schon über verschiedenste Anwendungen nach. So könnte die Strahlendosis bei Krebsbehandlungen genauer dosiert werden, wenn die einzelnen Stellen genauer bestimmt werden. Als Doktorand bei Prof. Navab forscht Zikic auf diesem Gebiet weiter. G. KÜSEL

Von G. Küsel
Von G. Küsel

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