Arbeitsmarkt 06.06.2008, 19:35 Uhr

Die Solarindustrie schafft neue Jobs  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 6. 08, jul – Mit rund 600 Stellenangeboten stellte die Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien in Gelsenkirchen am 30. und 31. Mai einen neuen Rekord auf. Am stärksten wächst derzeit die Solarbranche, hier werden Fachkräfte dringend gesucht.

Die erneuerbaren Energien erweisen sich weiter als Boombranche. Das wurde am vergangenen Wochenende auf der größten Job- und Bildungsmesse in diesem Bereich deutlich. Veranstalter war der Wissenschaftsladen Bonn, der auch ein Arbeitsmarktmonitoring im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchführt.

Mehr als 500 Stellenangebote hatten die Unternehmen in die Arkaden des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen mitgebracht. Für die angebotenen Stellen werden vor allem Ingenieure gesucht (63 %), alternativ auch Techniker (24 %). Nach dem stürmischen Wachstum der Branche in den letzten Jahren haben die meisten Unternehmen noch immer einen hohen Fachkräftebedarf.

Im Zeitraum seit 2004 ist ein Beschäftigungszuwachs von jährlich 30 % zu verzeichnen. Geht der Beschäftigungsaufbau in diesem Tempo weiter, können aus den derzeit 240 000 Vollzeit-Arbeitsplätzen im Jahr 2020 rund 400 000 bis 500 000 werden, erwarten die Branchenverbände. Über 40 Berufe gibt es in den erneuerbaren Energien.

Diese Vielfalt spiegelte sich auch in der Messe und den Workshops zu den einzelnen Teilbereichen wie Windenergie, Geothermie, Solarenergie und Biomasse wider, zumal es „den“ Karriereweg in die Branche nicht gibt. Sitha Stübe, Human Resources Managerin bei dem Solaranlagenproduzenten Solarworld, bestätigt: „Wir haben viele Ingenieure verschiedener Studiengänge, die sich dann nach dem Studium auf Photovoltaik spezialisiert haben, aber auch Quereinsteiger haben nach wie vor eine gute Chance.“

Am größten ist der Fachkräftemangel derzeit in den Bereichen Wartung und Service, erklärt Thomas Siegmund, Pressesprecher des Bundesverbandes Bioenergie.

Für Unsicherheit sorgt die politische Abhängigkeit der Branche. Denn ob in erneuerbare Energien investiert wird, steht und fällt mit der Höhe der Vergütung für den umweltfreundlich erzeugten Strom. Die gesetzliche Grundlage, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, (EEG) wird derzeit wieder angepasst. Bevor die Novelle demnächst beschlossen ist, warten viele potenzielle Kunden erst einmal ab. Betroffen sind vor allem die Hersteller von Biogasanlagen: „Wir haben im letzten Jahr keine Anlage für die Landwirte gebaut, der Markt ist komplett weg“, betonte Heinz-Joachim Osenberg, bei der Schmack AG verantwortlich für Personal. Deutlich mehr vakante Stellen haben derzeit die Solarbranche und die Windenergie.

Mit den Veränderungen des Marktes ändern sich die Aufgaben für die Mitarbeiter, wenn etwa statt kleinerer Hof-Biogasanlagen für die Landwirtschaft große Anlagen für die Aufbereitung von Biogas und das Einspeisen in das Erdgasnetz gebaut werden. „Die neuen Auftraggeber Energieversorger und Kapitalgesellschaften bringen aber keine Rohstoffe mit“, beschreibt Osenberg die Situation. Gesucht werden deshalb Fachleute, die sich mit dem Anbau und Einkauf von Energiepflanzen und der Logistik von Biomasse beschäftigen.

Gerade die neuen Aufgaben sind spannende Herausforderungen für Akademiker, betonte Thorsten Beimgraben, Professor an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, Bachelorstudiengang Bioenergie: „Die bestehenden Systeme der Bioenergie sind in vielen Bereichen noch nicht ausgereift“, entsprechend hoch sei der Bedarf an Forschung und Entwicklung. „Wir müssen uns professioneller aufstellen“, forderte auch Osenberg.

Noch sind es vorwiegend kleinere und mittelständische Betriebe, die das Bild der Branche prägen. Der Vorteil für junge Ingenieure sind die flachen Hierarchien und die Möglichkeit, schon früh Verantwortung für einen bestimmten Aufgabenbereich zu übernehmen.

Deutlich unterrepräsentiert sind bislang Frauen. Ihr Anteil an der Beschäftigtenzahl bewegt sich im Durchschnitt der Branche zwischen 30 % und 35 %. „Das ändert sich aber mit den neuen Studiengängen, in denen deutlich mehr Frauen vertreten sind“, so Theo Bühler, Geschäftsführer des Wissenschaftsladens Bonn. Allerdings wird es noch sechs bis sieben Jahre dauern, bis sie als Absolventen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Ein großes Potenzial sieht der Arbeitsmarktexperte des Wissenschaftsladens auch in älteren Ingenieuren, von denen noch viele arbeitslos seien.

Um dem Ingenieurmangel zu begegnen, suchen die Personalabteilungen nicht nur nach Maschinenbauern und Bauingenieuren, sondern verstärkt auch in Randbereichen ihrer Disziplin wie Versorgungstechnik, Abwasser- und Klärtechnik oder auch Industrieautomatisierung. Zunehmend wichtiger wird der Export für die Firmen, auch, um vom heimischen Markt unabhängiger zu werden. Da sind auch Sprachkenntnisse der Mitarbeiter gefragt, beispielsweise für Osteuropa: „Mit Englisch kommt man auf dem Lande nicht weit“, so Thorsten Beimgraben. THOMAS GAUL

Von Thomas Gaul

Stellenangebote im Bereich Verwaltung

Landesamt für Bauen und Verkehr-Firmenlogo
Landesamt für Bauen und Verkehr Bauingenieur*in / Architekt*in im Bautechnischen Prüfamt Cottbus (Homeoffice möglich)
TÜV NORD CERT GmbH-Firmenlogo
TÜV NORD CERT GmbH Freiberufliche Auditoren*Auditorinnen (m/w/d) deutschlandweit
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Bauingenieur*in / Umweltingenieur*in als Betriebshofleitung (m/w/d) München
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München-Firmenlogo
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München Underwriter for Engineering CAR/EAR (Contractors/Erection – All Risks) (m/f/d)* München
VDI Technologiezentrum-Firmenlogo
VDI Technologiezentrum Betriebswirt / Verwaltungswirt (w/m/d) für die Forschungsförderung Düsseldorf
Deutsche Sporthochschule Köln-Firmenlogo
Deutsche Sporthochschule Köln Technischer Sachbearbeiter / Technische Sachbearbeiterin (w/m/d) (2105-nwMA-D4) Köln
Stadt Ahlen-Firmenlogo
Stadt Ahlen Stadtbaurat*rätin / Technische*r Beigeordnete*r Ahlen
Technische Universität Darmstadt-Firmenlogo
Technische Universität Darmstadt Bibliotheksreferendar_in (w/m/d) Darmstadt
Stadt Ratingen-Firmenlogo
Stadt Ratingen Bautechnikerin / Bautechniker (m/w/d) der Fachrichtung Straßenbau Ratingen
Regierungspräsidium Tübingen-Firmenlogo
Regierungspräsidium Tübingen Diplom-Ingenieur/-in (FH) oder Bachelor (w/m/d) Tübingen

Alle Verwaltung Jobs

Top 5 Arbeitsmar…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.