Arbeitsmarkt 12.12.2008, 19:38 Uhr

Die neue Frauenbewegung  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 12. 08, ws – Doppelt so viele junge Frauen wie vor zehn Jahren starteten zum Wintersemester das Studium in Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Um die späteren Ingenieurinnen aber in eine Welt zu entlassen, in der Männer und Frauen auf Augenhöhe arbeiten, müssen noch einige Hebel umgelegt werden.

Und auch die Elektrotechnik verzeichnet einen gewaltigen Zuwachs. 16,7 % mehr Frauen als 2007 wagten sich in die (einstige?) Männerdomäne. Fuchs zur neuen „Frauenbewegung“: „Diese Entwicklung bewerten wir sehr positiv, denn wir brauchen dringend mehr Frauen in technischen Berufen.“

Auf den ersten Blick stimmen auch die politischen Rahmenbedingungen, um den künftigen Ingenieurinnen beruflich Zeit und Raum zu geben: Mit einer Frauenerwerbsquote von 61,5 % liegt Deutschland auf gehobenem europäischen Niveau.

Bei genauerer Betrachtung aber sind die Mitarbeiter des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen zu der Erkenntnis gekommen, dass Frauen hierzulande mit durchschnittlich 30,2 Wochenstunden hinter den Niederländerinnen die zweitkürzesten Frauenarbeitszeiten in Europa haben. Zum Vergleich: Männer kommen auf 40,1 Wochenstunden.

Auf Vollzeitstellen umgerechnet stagniere bei Frauen der Anteil mit 46,5 % seit Beginn des Jahrzehnts und sei damit unter den EU-Durchschnitt von 48,8 % gerutscht.

Die Zahl der in Teilzeit oder Minijobs arbeitenden Frauen wachse laut Studie stetig an. Trotz aller öffentlichen Debatten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe sich der Einfluss von Ehe und Kindern in den vergangenen Jahren verstärkt, erklären die Wissenschaftler. Frauen, die eigentlich mehr arbeiten wollten, beschränkten sich aus familiären und persönlichen Gründen auf Minijobs und Teilzeitarbeit. Daher kämen viele Ehefrauen und Mütter noch immer nicht über die Rolle der Hinzuverdienerin hinaus.

Die IAQ-Wissenschaftler weisen der Politik die Verantwortung zu. Während mit dem Ausbau von Kinderbetreuung und Elterngeld die weibliche Beschäftigung gefördert werden sollte, bildeten die vom Ehegatten abgeleiteten Ansprüche in der Sozialversicherung, das Ehegattensplitting und Minijobs entgegengesetzte Anreize.

Was für andere Berufsbilder gilt, trifft auch auf Ingenieure zu: Ingenieurinnen verdienen laut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Durchschnitt liege ihr Einkommen rund 17 % unter dem der Männer. Insgesamt aber sei die Politik mit den Rahmenbedingungen auf dem richtigen Wege, meint Sylke Pageler, Vorsitzende der Frauen im Ingenieurberuf des VDI (fib). Bis sich allerdings gesellschaftlich nötige Veränderungen in den Köpfen aller Beteiligten durchgesetzt hätten, brauche es Zeit.

„Es ist doch bezeichnend, dass es den Begriff Rabenmutter nur in Deutschland gibt.“ Da werde Müttern immer noch ein schlechtes Gewissen suggeriert, wenn sie nicht permanent bei ihrem Kind seien. „Eine Ingenieurin, die in ihrer Arbeit aufgeht und sich entfalten kann, wird dieses Positivgefühl auch auf ihre Familie übertragen.“

Im Gegenzug äußerten immer mehr junge Männer den Wunsch nach flexibleren Arbeitszeitmodellen, weil sie sich intensiver um ihre Kinder kümmern wollten. Das Familienleben als „Freizeit-Urlaubs-Papa“ zu begleiten, reiche ihnen nicht mehr. Sylke Pageler plädiert daher für offenere Arbeitsmodelle, sodass beide Partner in Teilzeit arbeiten könnten, sowie für eine Ausweitung betrieblicher Kinderbetreuung.

Dass sich die Zahl weiblicher Ingenieurstudenten kontinuierlich erhöhe, führt Sylke Pageler auf das „große Paket“ verschiedenster Initiativen zurück, an denen Unternehmen, Medien, Verbände und Vereine wie der VDI sowie nicht zuletzt die Frauen im Ingenieurberuf mitgewirkt hätten. Dass habe nicht nur das Berufsbild der Ingenieurinnen in der Öffentlichkeit aufgewertet, es habe ihnen auch den Einstieg ins Berufsleben erleichtert. W. SCHMITZ

Sylke Pageler: Politik ist auf dem richtigen Wege

Von W. Schmitz

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