Podiumsveranstaltung 04.11.2011, 12:05 Uhr

„Das Märchen vom Fachkräftemangel“

6,5 Mio. Fachkräfte sollen in Deutschland angeblich bis 2025 fehlen. Das hat die Bundesagentur für Arbeit errechnet. Gerd Bosbach, Professor für Statistik, Mathematik und Empirie an der Fachhochschule Koblenz indes hat Zweifel an solchen Zahlen.

  Der Autor des Buches „Lügen mit Zahlen“ hat Ende Oktober auf der Podiumsveranstaltung „Das Märchen vom Fachkräftemangel“, organisiert von „Zukunft im Zentrum“ in Berlin, nachgewiesen, warum diese Zahl seiner Meinung nach viel zu hochgegriffen ist: Nicht berücksichtigt seien verkürzte Abiturjahrgänge und die verkürzte Studiendauer durch die Bachelor-/Masterstudiengänge, die zur Folge hätten, dass Absolventen schneller auf den Arbeitsmarkt drängten.

„Zudem geht diese Statistik davon aus, dass sich bis 2025 weder das Einstellungsverhalten der Wirtschaft ändert noch die Wanderungen aus dem Ausland nach Deutschland berücksichtigt werden“, sagte Bosbach.

Trotz Fachkräftemangel sind laut Arbeitsagentur 20 000 Ingenieure arbeitslos

Mit Bosbach auf dem Podium saßen Karl Brenke, wissenschaftlicher Referent des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie Malte Hansen, Personalleiter der Veolia Wasser GmbH und Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes der Personalmanager. Hansen betonte: „Ingenieure sind nach wie vor das Objekt der Begierde Nummer eins.“ Dennoch weist die Arbeitslosenstatistik der Arbeitsagentur knapp 20 000 Ingenieure aus (Stand: September 2011).

Moderatorin Antje Rabenalt, die das Projekt „Jobmotion“ bei „Zukunft im Zentrum“ betreut, hatte das Beispiel eines arbeitswilligen Elektroingenieurs parat: Dieser suche – nach Elektroniker-Ausbildung und Studium – seit 15 Jahren vergeblich nach einer Ingenieurstelle. „Er hat unter anderem als Dozent und Berufsschullehrer gearbeitet und eine McDonalds-Filiale geleitet, doch auf seine Bewerbungen als Ingenieur erhielt er stereotyp wahlweise vier Antworten: Sie sind überqualifiziert. Sie sind unzureichend qualifiziert. Sie sind zu alt. Oder: Sie haben keine Berufserfahrung.“

Ausreichend Fachkräfte, aber zu wenig attraktive Stellen

Gerd Bosbach kommentierte: „Unternehmen, die so agieren und zudem generell nur befristete – und somit für viele Bewerber unattraktive – Stellen anbieten, haben es offenbar nicht nötig und können gar nicht so verzweifelt sein.“ Malte Hansen bestätigte, dass auch sein Unternehmen in der Regel auf zwei Jahre befristete Verträge anbiete, um erst dann abschließend zu entscheiden, „ob der Mitarbeiter wirklich zu uns passt oder nicht“.

Inoffiziell dürfte es noch erheblich mehr arbeitslose Ingenieure geben, als die offiziellen Statistiken ausweisen, erklärte Antje Rabenalt – denn nicht mitgerechnet seien all die ausländischen Ingenieure, etwa aus dem Iran oder aus südamerikanischen oder afrikanischen Ländern, die sich als Taxifahrer durchschlagen müssten, weil ihr Studienabschluss in Deutschland nicht anerkannt wird. Bosbach meinte dazu: „Ein großes Problem ist, dass Unternehmen offenbar lieber einen Bewerber ablehnen, als in gezielte Nach- und Weiterqualifizierung von Arbeitswilligen zu investieren.“ 

Von Mareike Knoke

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