Arbeitsmarkt 02.03.2007, 19:26 Uhr

Arbeitsvolumen nicht höher als 1960  

Nur die Hälfte der zusätzlichen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung würde sich in Vollzeitstellen niederschlagen.

Die gute Konjunktur schlägt auf den Arbeitsmarkt durch. Im Februar waren 4,22 Mio. Frauen und Männer arbeitslos, 826 000 weniger als vor einem Jahr. Das sei, so die Bundesagentur für Arbeit, der stärkste Rückgang innerhalb eines Jahres seit Bestehen der Bundesrepublik.

Eine weitere gute Nachricht kommt vom Statistischen Bundesamt. Danach waren im vierten Quartal 2006 in Deutschland rund 39,7 Mio. Frauen und Männer erwerbstätig – gut 450 000 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Diese Meldungen bringen Ökonomen ins Schwärmen. Für Peter Meister, Arbeitsmarktexperte von der BHF Bank und für Roland Döhrn, Konjunkturexperte des Essener Forschungsinstituts RWI, sind die „40 Millionen in Reichweite“. Michael Heise von der Dresdner Bank sieht die Arbeitslosigkeit schon unter 3 Mio. sinken.

Nach Ansicht von Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur Arbeit, ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem auf den Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurückzuführen, die seit Ende 2005 wieder zunimmt. Im Jahresdurchschnitt 2005 wurden 26,259 Mio. Beschäftigte gezählt. Nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit waren es im Dezember 2006 bereits 26,657 Mio.

Wilhelm Adamy, Arbeitsmarktexperte beim Deutschen Gewerkschaftsbund, warnt dennoch vor Euphorie. Nach seiner Schätzung schlage sich nur die Hälfte des Beschäftigungszuwachses in Vollzeitstellen nieder. Daneben treten Teilzeit, Praktikantenstellen, Minijobs oder Leiharbeit.

So ist die Zahl derer, die ausschließlich einen oder mehrere Minijobs ausüben, von 4 Mio. im Jahr 2000 auf jetzt knapp 4,8 Mio. gestiegen. Zudem, so Adamy, würden rund 400 000 Vollzeitkräfte so wenig verdienen, dass ihr Lohn durch Leistungen nach Hartz IV aufgestockt würde. Einen enormen Zuwachs verzeichne auch die Leiharbeit. Rund 600 000 Frauen und Männer waren Mitte 2006 als Leiharbeiter beschäftigt. Anfang 2005 waren es noch knapp 380 000.

Mit Leiharbeit ist der größte Teil des Beschäftigungsaufbaus in der Metall- und Elektroindustrie im vergangenen Jahr gestemmt worden. Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall waren Mitte 2006 rund 150 000 Zeitarbeiter an Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie verliehen. Die Metallbranche selbst hat in diesem Zeitraum 35 000 Arbeitsplätze geschaffen, etliche zudem befristet.

Trotz guter Konjunktur werde es künftig mehr unsichere Beschäftigung geben, fürchtet Norbert Reuter von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Im vergangenen Jahr hätten 39,7 Mio. Erwerbstätige 56,1 Mrd. Arbeitsstunden geleistet – so viel wie 26 Mio. Erwerbstätige in der alten Bundesrepublik im Jahre 1960. Seit Jahrzehnten wachse, mit wenigen Ausnahmen, die Produktivität schneller als die Wirtschaft. Daher müssten immer mehr Beschäftigte sich das gleiche Arbeitsvolumen teilen – oft zu schlechteren Bedingungen.

Für Ingenieure hat sich der Arbeitsmarkt entspannt. Im vergangenen Jahr ist die Erwerbslosigkeit um stolze 35 % auf 38 700 gesunken. Den Rückgang erklärt Antje Lienert vom VDI vor allem mit der Teilnahme an Qualifizierung, Frühverrentung und dem Einstieg in die Selbstständigkeit. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im gleichen Zeitraum nur um gut 3000 auf 642 200 gestiegen. HAS

  • Hartmut Steiger

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