Trotz geläufiger Berufsbezeichnung 16.04.2004, 18:29 Uhr

Allrounder mit Gespür für den guten Ton

Toningenieure werden selten gesichtet. Das liegt an der Tätigkeit hinter den Kulissen.

Der Toningenieur – auch bekannt als Ton- oder Musikregisseur oder Klangdesigner. Noch besser klingt es im englischsprachigen Raum: Der „coole“ Audio-Engineer oder Soundproducer entspricht häufig eher dem Selbstverständnis der Berufsausübenden. Manche davon haben noch immer jene lockeren Typen ihrer jugendbewegten Jahre im Kopf , die im Jugendzentrum das Mikrofon nur so krachen ließen – und sich dann Tontechniker nannten.
Der Toningenieur – seine Kunst ist überall gefragt, wo Töne und Geräusche exakt aufgezeichnet und wiedergegeben werden müssen.
„Da ist wirklich einiges gefordert, vor allem musikalisches Verständnis und eine schnelle Auffassungsgabe. Schließlich kostet ein Tag im Studio mit einem Spitzenorchester schnell mal mehrere tausend Euro“, weiß Andreas Meyer, Dozent an der Hochschule für Musik in Detmold und ergänzt: „Ein erster Schritt dabei ist es, das Klangbild hinsichtlich des Raumeindruckes und der Balance der einzelnen Instrumente entsprechend dem Stil und der Interpretation des Werkes zu gestalten. Basis hierfür sind die genaue Kenntnis der einzusetzenden Geräte vom Mikrofon bis zum Lautsprecher, der akustischen Eigenschaften der Räume und der musikalisch-akustischen Eigenschaften der Instrumente.“
Der Toningenieur muss aber weitaus mehr können: Er bereitet die Tonaufnahmen vor, indem er zahlreiche organisatorische Vorgespräche mit Regie, Produktionsleitung und Musikern führt, sich in die Partitur einliest und das entsprechende Equipment aufbaut.
Bei der Produktion beherrscht er den Umgang mit Mikrofonen, Reglern, Verstärkern, Lautsprechern und Aufnahmegeräten. Dabei erkennt und korrigiert der Experte sowohl technische Störungen als auch musikalisch-künstlerische Mängel. Die Nachbearbeitung wiederum erfordert genaue Kenntnisse audiovisueller Medien, von Computerschnittstellen, speziellen Softwareprogrammen und Surround-Systemen.
Die „Konstruktion eines elektronischen Saxofons mit MIDI“, „technische Optionen und praktische Handhabung der Software AVID Xpress für Film-, Video-, Audio-, Multimedia- und 3D-Effektbearbeitung“ sowie die „Objektorientierte Programmierung eines Direct X-gestützten PC-Spiels für Windows“ gehören beispielsweise zum guten Ton in diesem Geschäft.
Neben den musikalischen und technischen Voraussetzungen sind auch analytisches Denken, gute Wahrnehmungsfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen gefordert, um etwa zahlreiche Tabellen, Listen und Programmstrukturen zu überblicken oder mit Schaltplänen umgehen zu können.
Darüber hinaus nennt die Bundesagentur für Arbeit eine ganze Liste an körperlichen und psychischen Eignungsvoraussetzungen. Hierbei geht es nicht nur um gutes Sehen und Hören, sondern vor allem um die Belastbarkeit. Denn: Der Toningenieur muss sich auf sensible Künstler einrichten, unter Zeitdruck und Hektik konzentriert arbeiten, den Wechsel zwischen abgedunkelten Räumen und grellen Scheinwerfern sowie Zugluft oder Hitze ertragen können und Schicht- wie Wochenendarbeit akzeptieren.
Je perfekter das Ergebnis unter diesen Bedingungen zustande kommt, umso besser: Dann schmachtet der Teeny beim warmen Gesang auf der Robbie Williams-CD dahin, durchzuckt das Klanggewitter den Kinozuschauer, taucht der Fußballfan vorm Fernseher besser in das Stadiongeschehen ein, ballert der PC-Spieler auch mit klanglicher Unterstützung gegen bedrohliche Gegner oder wähnen sich Tierfilm-Freunde mitten drin im Dschungel. Der Klassikfreund hängt förmlich an den Lippen der Operndiva oder geht jeden Ton einer Klaviatur im Geiste mit.
„Talente werden geboren, Profis werden gemacht“: Dieser kluge Satz von Leonard Bernstein trifft auch auf die spezielle und äußerst seltene Ausbildung in Deutschland zu. Das instrumentale oder vokale Handwerk ist die beste Eingangsvoraussetzung zum späteren Beruf, der zwei unterschiedlichen Ausprägungen gerecht wird: Der technisch versierte Toningenieur ist das Pendant zum eher künstlerisch orientierten Tonmeister. Ihre Aufgaben überschneiden sich – der Tonmeister studiert jedoch an Musik- oder Filmhochschulen und führt keinen gesetzlich geschützten Titel.
Der berufsqualifizierende Abschluss als Dipl.-Toningenieur wird hierzulande nur an wenigen Fachhochschulen, Hochschulen oder privaten Lehrinstituten erworben (siehe Kasten). Die Regelstudienzeit beträgt zwischen acht und zehn Semestern bei den Privatschulen führt der Crashkurs sogar nach neun oder 18 Monaten Vollzeit- bzw. Teilzeitausbildung zum begehrten Abschluss. Mit dem Diplom in der Tasche ist dann laut Bundesarbeitsagentur „im Angestelltenverhältnis eine Grundvergütung“ von rund 3400 ` im Monat drin. Das hätte sich mancher als Jugendlicher nicht erträumen lassen.
ARND WESTERDORF

  • Arnd Westerdorf

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