Autotest 01.12.2000, 17:27 Uhr

Zwei viel gefragte Kleine ohne große Schwächen

Der neue Opel Corsa heizt den Kleinwagen-Wettbewerb an. Im Test trifft er auf den attraktiven Fiat Punto. Die beiden Kompakten bieten zu vertretbaren Preisen hohen Alltagsnutzen. Besonders der Corsa punktet mit gutem Fahrwerk und Motor.

Die Zeit, in der Kleinwagen als motorisierte Einkaufswagen galten, ist vorbei. Das machen Opel Corsa und Fiat Punto deutlich – auch optisch. Sie wirken außen wie innen gefällig. Der Corsa ist zweifellos frecher gestylt als sein Vorgänger und am Heck wegen der hochgesetzten Rückleuchten seinem Konkurrenten Punto ähnlich. Zugleich hat er rundum zugelegt. Knapp 5 cm mehr Radstand sowie ein Plus von 3 cm in der Breite und 2 cm in der Höhe bringen innen spürbar mehr Raum als das alte Modell.
Als vorteilhaft erweist sich nicht zuletzt die um 10 cm nach vorn gerückte Frontscheibe. Wer in den Corsa einsteigt, fühlt sich gut untergebracht und hat nicht mehr das Gefühl von Enge wie in älteren Kleinwagen-Modellen. Das aufgeräumte Corsa–Cockpit mit Multifunktionsdisplay und Bedientasten am Lenkrad setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Bedienbarkeit und Übersichtlichkeit. Angenehm für den Fahrer ist auch der größere Fußraum, nun mit einer Fläche für das Abstellen des linken Fußes.
Nicht so komfortabel sind die Corsa–Sitze, die stärker konturiert sein müssten bei der Anpassung der Kopfstützen haben große Frontinsassen Schwierigkeiten. Der -Punto macht es da besser, die Vordersitze bieten guten Seitenhalt. Seine Armaturentafel ist funktional gestaltet, überall finden sich große Ablagen. Der Durchstieg in den Fond ist wie beim Corsa dank weit vorklappender Lehne relativ einfach. Hinten gibt es beim zweitürigen Punto Ausstellfenster. In die zwei -Gepäckräume passen rund 260 l zugeladen werden dürfen beim Punto 430 kg – 40 kg mehr als beim Corsa.
Als Antrieb dienen den beiden Kleinwagen 1,2-l-Vierzylinder. Der im Hubraum geringfügig größere Fiat-Motor leistet 59 kW (80 PS), das sind 4 kW mehr als das Opel-Aggregat bietet. Dieser Unterschied macht sich ein wenig im Alltag bemerkbar, der Punto hat in Beschleunigung, der Corsa in der Elastizität die Nase leicht vorn die mögliche Spitzengeschwindigkeit von 172 km/h ist nur unwesentlich höher als die des Corsa. Ähnliches gilt für den Durchschnittsverbrauch im Test, bei dem der kleine Opel auf 100 km mit 7,0 l Benzin ein kleinen Messbecherinhalt mehr konsumierte, nämlich 0,1 l, als sein Konkurrent aus Turin. Deutlicher wird da schon die Differenz im Aktionsradius: Der Punto 1.2 16V erzielt dank seines 47-l-Tanks eine Reichweite von 540 km und fährt damit 90 km weiter als der Corsa 1.2 16V (41 l Tankvolumen).
Von beiden Vierzylindern geht vor allem der moderne Opel-Motor harmonisch und drehfreudig zu Werke. Er erfüllt im Gegensatz zum Fiat die noch nicht geltende schärfere Abgasnorm EU4 (D4). Das honoriert der Fiskus immerhin mit einer Kfz-Steuer-Gutschrift von 600 DM. Beim Punto stört die etwas zu lange Getriebeübersetzung, allerdings sichert sie ihm den kleinen Vorteil beim Benzinkonsum.
Keine Abstriche gibt es beim Handling. Der Italiener offenbart beste Eigenschaften, wenn er sich flink durch Kurven bewegen soll. Dabei bleibt der Punto immer gutmütig. Im Stadtverkehr erleichtert seine Servolenkung angenehm das Rangieren. Lob steht auch dem Corsa für sein fast sportliches Handling und seine gelungene Komfortabstimmung zu. Die Bremsen lassen sich bei beiden gut dosieren und sorgen bei normaler Beanspruchung für anständige Verzögerungswerte.
In der Ausstattung bieten beide ein Niveau, das in ihrer Klasse sonst nicht üblich ist: -Seiten-Airbags, elektrische Fensterhe-ber und Zentralverriegelung mit Funkfern-bedienung zählen dazu. Der Aufpreis -für vier Türen beträgt bei Opel 1150 DM, bei -Fiat 900 DM. Wer eine Klimaanlage haben möch-te, muss 2080 DM -beim Corsa bzw. 1950 DM beim Punto zuzahlen. Die Wahl zwischen beiden dürfte einem Interessenten nicht leicht fallen, vielleicht könnte der Anschaffungspreis und die Kfz-Versicherung den Ausschlag geben: Der Corsa kostet 24 450 DM, der Punto mit 22 990 DM immerhin 1460 DM weniger, doch für die Vollkaskoversicherung müssen leider für ihn jährlich 475,10 DM (zugelassen in Düsseldorf Berlin-Köllnische Vers.) mehr bezahlt werden als beim Corsa. INGO REUSS/WOP

Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester
Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester

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