Hardware 12.12.2008, 19:38 Uhr

„Wir stehen für Kompetenz in digitalen Ideen“  

In den letzten drei Jahren hat Gravis um fast 100 % zugelegt, in 2008 um 25 %. Künftig soll das Angebot noch weiter ausgebaut werden.

Mohlberg: Es ist für uns positiv angelaufen. Und obwohl die Kunden ihre Kaufentscheidungen sehr sorgfältig prüfen, sind wir zurzeit von einem konjunkturellen Abschwung nicht betroffen.

VDI nachrichten: Wie erklären Sie jemandem, der noch nie von Gravis gehört hat, wer Gravis eigentlich ist?

Mohlberg: Gravis, das steht für Kompetenz in digitalen Ideen. Unser Schwerpunkt liegt historisch bei Produkten von Apple – vom guten alten Mac bis zu den neuen Lifestyle-Produkten à la iPod und iPhone. Außerdem gibt es in unseren Stores auch zahlreiche Produkte anderer Marken. Dazu zählen z. B. HP, Bose oder Zeiss.

Die Medienwelt hat sich verändert: Inhalte wandern auf den Computer, im Soundbereich auf iPods und die dann wiederum ins Wohnzimmer. Es wird digital ferngesehen – auf dem TV-Gerät oder am Computer. Bei all diesen Themen haben wir die Kompetenz, die richtige Komplettlösung für unsere Kunden zu finden. Auf der IFA in diesem Jahr gab es sogar Weiße Ware. Man mag darüber schmunzeln, aber es ist ein klares Signal, dass bestimmte Prozesse im Haushalt mittlerweile digital gemanagt werden.

VDI nachrichten: Und diese digitale Welt wird immer erklärungsbedürftiger. Normale Verbraucher können sie doch kaum noch verstehen?

Mohlberg: Es geht um sehr komplexe Systeme. Der erste Service, den der Kunde daher bei uns bekommt, ist Beratung. Die kann bis zu einer Stunde oder länger dauern. Wir arbeiten mit sehr viel Personal auf der Fläche, und mit sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern, die permanent geschult werden.

VDI nachrichten: Wie viele Mitarbeiter hat Gravis?

Mohlberg: Insgesamt haben wir 700 Mitarbeiter, davon zwei Drittel in unseren Filialen. Im Laden arbeiten wir in jungen Teams auch mit Studenten, die von uns geschult und ausgebildet werden. Schließlich ist unser Thema auch ein sehr jugendliches.

VDI nachrichten: Wer sind Ihre Wettbewerber?

Mohlberg: Da ist natürlich die Media-Markt-Saturn-Gruppe, aber es gibt auch die Apple-Händler, die nicht bundesweit organisiert sind. Mittlerweile hat auch Apple selbst einen Store in München eröffnet. Das sehen wir jedoch gelassen. Noch mehr Kunden werden dadurch auf Apple-Produkte aufmerksam. Davon profitiert auch Gravis – sofern die partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter fortgeführt wird. Ein Verdrängen der bisherigen Partner ist sicher nicht im Interesse von Apple.

VDI nachrichten: Wie differenzieren Sie sich?

Mohlberg: Über den Service. Den ersten Kundenservice haben wir wie gesagt bei der Beratung, beim Verkaufsgespräch. Der zweite Punkt ist der After-Sales-Service. Gravis verfügt als größter Servicepartner von Apple in Europa über einen bundesweit ausgebauten Service für Apple-Produkte. Über eine Struktur von Technikern vor Ort in den Stores und in der Gravis-Zentrale werden viele Reparaturen und Garantiefälle abgewickelt. Aktuell kommen mehr als 60 % der eingelieferten Geräte von Kunden, die ihr Gerät nicht bei Gravis gekauft haben.

An zwölf Standorten haben wir ein Kino, in dem wir nach einem bestimmten Plan bestimmte Themen aufarbeiten: Z. B. wie funktioniert der Computer? Wie funktioniert Fernsehen auf dem Apple-Computer? Was kann ich alles mit Musik veranstalten? Und das sind keine Verkaufsveranstaltungen.

VDI nachrichten: Gibt es viele Neueinsteiger im Apple-Umfeld?

Mohlberg: Wir haben heute sehr viele Neukunden. Vor 15 bis 20 Jahren war Apple eher ein Thema für Bestandskunden. Heute ist der Neukundenanteil bei mehr als 50 %. Das sind wirkliche Einsteiger. Viele kommen seit 2004 über die iPod-Familie. Nach Erfahrungen mit diesem Produkt sagen sie: Der nächste Computer soll ein Apple sein. Andere kommen mittlerweile über das Kulthandy iPhone.

Apple und PC, diese Welten haben sich angenähert. Nicht unbedingt die Preise Apple spielt immer noch im Hochpreissegment, aber die Entwicklung geht deutlich ins private Umfeld: Vor 10 Jahren waren es hauptsächlich professionelle Lösungen, aber mit dem neuen Betriebssystem steht einem normalem Computeranwender nichts mehr im Wege, sich für einen Apple-Computer zu entscheiden.

VDI nachrichten: Wieso sollte ich zu Gravis gehen und mir für viel Geld einen Mac kaufen?

Mohlberg: Wenn man auf eine einfache, simple Lösung abzielt mit schönem Design und wenig Stress haben möchte, dann ist im Bereich der Computer Apple die erste Wahl. Apple ist der einzige Hersteller, der Hardware und Software aus einer Hand bietet. Das ist natürlich ein Riesenvorteil. Microsoft hat sicher vieles richtig gemacht, aber in der heutigen Zeit, wo es um schnelle Innovation geht und jede weitere Entwicklung mehr Komplexität bringt, ist man mit Apple und Gravis auf der sicheren Seite.

VDI nachrichten: Hat der Wechsel auf die Intel-Plattform irgendwas bewirkt?

Mohlberg: Ich denke, die Intel-Plattform hat für die zukünftige Entwicklung von Apple neue Themen beschleunigt. Auch andere Zulieferer im Bereich Software haben sich dadurch für Apple entschieden. Technologisch ist es sicherlich die richtige Entscheidung gewesen, sich der gesamten Computerwelt anzupassen.

VDI nachrichten: Und Gravis profitiert davon?

Mohlberg: Apple selbst wächst deutlich, auch in Deutschland. Wir folgen der Entwicklung und wachsen im zweistelligen Bereich. In den letzten drei Jahren haben wir um fast 100 % zugelegt, in 2008 um 25 %.

In den nächsten zwei Jahren wollen wir weitere Filialen eröffnen. Wir haben heute 30 Standorte. Im November haben wir z. B. einen neuen Store in Freiburg eröffnet und sind in Frankfurt in beste Innenstadtlage umgezogen. Generell haben wir Städte mit mehr als 150 000 Einwohnern im Visier.

VDI nachrichten: Wo ist in diesen Städten der ideale Standort?

Mohlberg: Wir setzen sehr stark auf Laufkundschaft und haben natürlich die regionalen Gegebenheiten zu berücksichtigen. In Berlin z. B. gibt es nicht so ein starkes Innenstadtzentrum, wie wir es in München, Köln oder Stuttgart haben. Klassischerweise suchen wir nach 1a-Lagen. Dort brauchen wir rund 300 m2, aber diese Immobilien sind dort de facto nicht vorhanden. Deswegen gehen wir auch in die Randlagen bekannter Einkaufsstraßen oder in Szeneviertel. Wir sind als Computerhändler an Läden mit Mode und Lifestyle herangerückt.

VDI nachrichten: Wie sehen Ihre Expansionsstrategien darüber hinaus aus?

Mohlberg: In Zukunft wollen wir unser Unternehmen noch weiter ausbauen und das Angebot an Dienstleistungen erweitern. Bereits heute ist Gravis der größte Servicepartner von Apple in Europa. Unser Ziel ist es, diese Marktführerschaft nachhaltig zu sichern. Mit zunehmender Größe wächst natürlich auch der Kapitalbedarf, dafür suchen wir Partner.

VDI nachrichten: Welche Partner suchen Sie?

Mohlberg: Es geht nicht nur um Investoren, sondern auch darum, ganze Themen mit Partnern zu besetzen wie z. B. den Mobilfunk. Hier arbeiten wir nicht nur wegen des iPhones eng mit T-Mobile zusammen. Und wir werden auch mit neuen Partnern in Produktsegmente vordringen, die bislang nichts mit unserem Business zu tun hatten.

VDI nachrichten: Was kann das sein?

Mohlberg: Heute ist das Bedürfnis nach „Always online“ stärker vorhanden als je zuvor. Hier benötigen unsere Kunden Service und Dienstleistungen, die weit über das Produkt hinausgehen. Die neuen Technologien wollen wir dem Kunden näher bringen und betrachten das als unsere erste Aufgabe.

J. D. BILLERBECK/R. BÖNSCH

Von J. D. Billerbeck/R. Bönsch
Von J. D. Billerbeck/R. Bönsch

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