Hardware 02.09.2005, 18:40 Uhr

„Wir wollen im PC-Weltmarkt die Nummer zwei werden“  

VDI nachrichten, Stuttgart, 2. 9. 05 Seit dem 1. August ist die weltweite Integration der ehemaligen IBM-PC-Divison in die neue Lenovo abgeschlossen. Jetzt kann das ehrgeizige Ziel angegangen werden, vom Platz 3 in der Weltrang-Liste der PC-Anbieter auf Platz 2, heute von HP gehalten, vorzustoßen. Fragen an Marc Fischer, als Geschäftsführer zuständig für Deutschland, Österreich und die Schweiz, über Zielgruppen, Verkaufsstrategien und Alleinstellungsmerkmale.

Fischer: Wir sind in Deutschland zum 1. Mai gestartet und damit eine der ersten Landesorganisationen, die unter das Lenovo-Dach gegangen ist. Seit dem 1. August sind nun alle Länderorganisationen weltweit von der IBM zur Lenovo übergegangen. Dann werden wir eine Company bilden, die etwa zu 50 % aus bisherigen Lenovo-Mitarbeitern und zu 50 % aus ehemaligen IBM-Mitarbeitern besteht, das macht knapp 19 000 Personen weltweit. In Deutschland werden wir 120 bis 130 Mitarbeiter stark sein und damit die klassische Unternehmensgröße eines Mittelständlers aufweisen.

VDI nachrichten: Welche Marktsegmente haben bei Ihnen Priorität?

Fischer: Wir haben in den letzten zwei Jahren unsere Haupterfolge bei Großkunden und mit dem gehobenen Mittelstand erzielen können. Das soll so bleiben. Wir haben aber Nachholbedarf im klassischen unteren Mittelstandsbereich. Da wollen wir aktiver werden. Wir sehen zum einen den klassischen Mittelstand, zum anderen die kleineren Betriebe als ein Zielsegment, das für uns sehr interessant ist.

VDI nachrichten: Wer Laptops und Unternehmenssoftware aus einer Hand haben will, kauft der in Zukunft bei IBM oder bei Lenovo?

Fischer: Als mittelständischer Kunde kauft er bei unseren gemeinsamen Partnern. Denn sowohl für die IBM als auch für Lenovo ist dieses Geschäft ein Vertriebspartnergeschäft. Nur in den seltensten Fällen bestehen heute direkte Verbindungen vom Endkunden zu den Produktherstellern. In der Regel ist ein Vertriebspartnernetz dazwischen geschaltet. Gerade der Mittelstand verlangt ein Betreuungskonzept für Hardware, Software und zugehörige Dienstleistungen. Über das Vertriebspartnerkonzept stellen wir die räumliche Nähe sicher.

VDI nachrichten: Setzt Lenovo auf Desktop- oder mehr auf Laptop-Systeme?

Fischer: Mit unserer Thinkpad-Familie haben wir in den letzten zweieinhalb Jahre für viel Furore im Laptop-Markt gesorgt und sehr viele neue Kunden gewinnen können. Auf dem eingeschlagen Weg wollen wir weitermachen. Im Desktop-Bereich haben wir erheblichen Nachholbedarf. Da sind wir, was die Marktposition betrifft, noch nicht da, wo wir sein wollen. Da wird uns die Lenovo mit ihrer Erfahrung und dem Background, den sie mitbringt, sicher helfen. Die Stärken von Lenovo sind ganz klar im Desktop-Bereich zu sehen. Das wird unser Portfolio entsprechend stärken.

VDI nachrichten: Wird der Endkunde, der private PC-Nutzer, Ihre Geräte auch beim Media-Markt oder in anderen Supermärkten sehen?

Fischer: Wir sind als Lenovo angetreten, ein globaler Player im Markt zu sein. Und Global Player, die eine führende Rolle spielen, sind in allen Marktsegmenten aktiv. Wir waren das bisher nicht, sondern wir haben uns auf das professionelle, das Geschäftskunden-Segment fokussiert. Das wird auch erst einmal der Fokus für die nächsten Jahre sein. Das Thema Consumer wird früher oder später auf den Plan kommen. Es wird dort aber keine kurzfristigen Aktionen geben, keine kurzfristigen Abenteuer.

VDI nachrichten: Wie reagieren Sie auf den Preisverfall in der PC-Branche?

Fischer: Marktadäquate Preise sind für mich die Eintrittskarte, um im Markt mitspielen und langfristig bestehen zu können. Aber unser Ziel ist es nicht, als Preisbrecher am Markt unterwegs zu sein. Wir wollen uns durch Innovationen vom Markt abheben, uns differenzieren.

VDI nachrichten: Aber alle bekannten Innovationen in Hardware, Sicherheits- und Wartungstools stammen aus der Zeit der IBM?

Fischer: Wir haben unsere gesamte Entwicklungsmannschaft aus der IBM-PC-Division zu Lenovo mitgenommen und damit auch alle Entwicklungsstandorte, die wir bisher unterhalten haben, sowohl in den USA als auch in Japan und China, inklusive der rund 1000 Patente im dezentralen IT-Umfeld. Das bildet eine Basis, um dort weiterzumachen. Die Strategie wird sich an dieser Stelle nicht ändern. Sie wird integrierter Bestandteil unserer zukünftigen Innovationskraft sein. Wir wollen uns nach wie vor durch Innovation von den anderen unterscheiden. Wir wollen nicht als der reine Me-too-Anbieter unterwegs sein, als derjenige, der sich nur als Handelshaus versteht.

VDI nachrichten: Sie fertigen in China. Kann China mehr als billig?

Fischer: Unsere Laptops, die Thinkpads, kommen schon seit zwei Jahren aus China. Die Qualität war und ist auch aus ingenieur- und produktionstechnischer Sicht nachgewiesener Maßen gut. Deutschland tut gut daran, zu erkennen, dass China mehr kann als billig.

VDI nachrichten: Die Olympiaringe auf ihrer Visitenkarte zeigen nicht nur, dass Lenovo Sponsoring macht, sondern dass sie nach der olympischen Idee unterwegs sind?

Fischer: Wir wollen gewinnen. Wir wollen vom Platz drei der PC-Weltrangliste – nach der Nummer eins, Dell, und Nummer zwei, HP, – zunächst auf Platz zwei vorrücken. Eine solche Willensbekundung und die Bereitschaft, solche ehrgeizigen Ziele umzusetzen, brauchen wir sicher vermehrt in Deutschland.

VDI nachrichten: Controller in den Firmen scheinen IT-Ausgaben in letzter Zeit zurückhaltend zu betrachten. Wo wollen sie bei dieser Zurückhaltung angreifen?

Fischer: IT-Budgets unterliegen heute viel stärkeren Kontrollen als dies bisher der Fall war. Selbst Projekte, die schon einmal abgesegnet wurden, werden immer wieder reviewt. Das heißt, die Unternehmen challengen ihre eigenen IT-Bereiche immer stärker, fragen, was mach ich noch selbst, womit gehe ich zu entsprechenden Dienstleitern etc. Ich glaube nicht, dass sich das kurzfristig ändert.

Ich glaube, dass wir als IT-Anbieter dafür verantwortlich sind, zu zeigen, dass sich gezielte Investitionen auch weiterhin rechnen, dass wir dem Kunden zeigen müssen, welche Investition die wirtschaftlichere Entscheidung ist.

RUDOLF SCHULZE

Von Rudolf Schulze
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