Messen 17.04.2009, 19:40 Uhr

„Wir erwarten etwa 4000 Neuheiten“  

Gerade jetzt sieht der neue Chef der Hannover Messe, Dr. Wolfram von Fritsch, gute Chancen für die Industriemesse. Er sagt, was vom 20. bis 24. April in Hannover zu erwarten ist und wie er die Entwicklung der internationalen Veranstaltung einschätzt. VDI nachrichten, Hannover, 17. 4. 09, ciu

von Fritsch: Insgesamt ist die Situation sehr zufriedenstellend. Die Hannover Messe erweist sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als äußerst robust. Zur kommenden Hannover Messe erwarten wir 6150 Aussteller auf 224 800 m², damit bewegen wir uns auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Unsere 13 Fachmessen belegen alle zur Verfügung stehenden Hallen.

Ihre Aussteller hoffen auf eine positive Besucherresonanz, die die Kosten für den Hannover-Messe-Auftritt rechtfertigt. Welche Argumente haben Sie, um den Reisebeschränkungen in einigen Unternehmen entgegenzuwirken?

Wer Reisekosten beschränken möchte, sollte seine Mitarbeiter gerade in dieser Zeit auf die Hannover Messe senden: Es ist die effizienteste Form, Informationen zu erhalten und Kontakte zu knüpfen. Zum Beispiel sind durch die hohe Internationalität der Messe fünf Tage lang 3000 ausstellende Unternehmen alleine aus dem Ausland an einem Ort – das spart manche Auslandsreise. Wenn man die Befragungen der Aussteller aus den letzten Jahren auf die kommende Messe hochrechnet, so erwarten wir außerdem etwa 4000 Neuheiten – Innovationen und Fortentwicklungen – auf der Messe. Außerdem ist es gerade in schwierigen Zeiten entscheidend, sich mit den richtigen Themen zu befassen. Themen wie Energieeffizienz in industriellen Prozessen, die einen schnellen Return im Tagesgeschäft ermöglichen, oder Themen wie „E-Motive“, Leichtbau oder erneuerbare Energien, die Zukunftsmärkte ankündigen.

Herr von Fritsch, Sie haben den Vorstandsvorsitz der Deutschen Messe AG 2008 übernommen – zu einer Zeit, als es der Industrie richtig gut ging. Nun sind Sie als Krisenmanager gefragt. Wie haben Sie sich darauf eingestellt?

Als Dienstleister können wir in schwieriger Zeit den Wert einer Messe besonders unter Beweis stellen, indem wir die Nutzenargumentationen schärfen: Warum genau soll ich als Aussteller oder Besucher an einer Messe teilhaben?

Und als Unternehmen muss man einerseits die Bewegung nutzen, die jetzt in den Markt kommt, und andererseits unbeirrbar das fortsetzen, was richtig bleibt: Wir haben mit „Hermes +“ ein Zukunftsprogramm mit über 30 Teilprojekten aufgesetzt. Wir werden durch neue Partnerschaften, neue Themen und neue Standorte unser Wachstum im Auslandsgeschäft noch weiter beschleunigen. Wir werden bei Messen und Dienstleistungen einige neue Formate entwickeln.

Eine Untersuchung über die technologischen Megatrends hat außerdem belegt, dass wir mit unserem Veranstaltungsportfolio großes Zukunftspotenzial haben: Energie, Biotechnologie und Logistik zum Beispiel. Hier haben wir uns in den letzten Jahren gut entwickelt und die nächsten Schritte bereits ins Auge gefasst.

Die Zahl der Kongresse nimmt von Jahr zu Jahr zu. Wird die Hannover Messe jetzt zur Kongressmesse?

Kongresse sind eine wichtige inhaltliche Ergänzung unserer Fachmessen. Der World Energy Dialogue etwa mit Ministern beziehungsweise Kommissaren aus Deutschland, Russland, der Europäischen Union und Afrika sowie mit hochrangigen Industrievertretern trägt zum Stellenwert der Energiemessen bei. Auf dem Messegelände haben wir eine hervorragende Infrastruktur für Kongressveranstaltungen. Wir werden dieses Geschäft dort ausbauen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist.

Was die künftige Hallenbelegung betrifft hat natürlich das Messegeschäft Priorität. Wir bieten unseren Ausstellern die Möglichkeit, sich in Hannover einem internationalen Publikum zu präsentieren. Die Hannover Messe setzt aber auch Trends oder bildet sie ab, zum Beispiel im Rahmen von Sonderschauen oder begleitenden Konferenzen, wie z. B. der Konferenz „Clean Moves“, die sich mit nachhaltiger und umweltfreundlicher Mobilität beschäftigt.

Was bedeutet das für das Profil der Hannover Messe, die inzwischen vorwiegend von den Schwerpunkten Automatisierungstechnik und Energie geprägt ist?

Eine Messe ist ein Marktplatz. In dem Maße, in dem sich Märkte verändern, verändern sich auch die Marktplätze. Die Hannover Messe besteht seit über 60 Jahren und hat sich immer wieder den sich verändernden Märkten angepasst. Die Büroindustrie wurde mit der CeBIT ausgegliedert, weil sie flächenmäßig nicht mehr in die Hannover Messe hineinpasste. Die Intralogistikbranche hatte den Wunsch nach einer eigenständigen Messe. Der Erfolg der CeMAT in 2005 und 2008 hat gezeigt, dass dieser Schritt richtig war.

Die Hannover Messe hat dafür in den vergangenen Jahren die Energiethemen stark ausgebaut. Der Bereich der Energiefachmessen ist innerhalb der letzten vier Jahre um fast 50 % gewachsen. Das betrifft sowohl die reine Fläche als auch die Aussteller- und Besucherzahl. In diesem Jahr veranstalten wir erstmals die internationale Leitmesse „Wind“, die mit 156 Ausstellern an den Start geht und unsere Erwartungen damit bereits übertroffen hat.

In den Anfangsjahren musste sich der Messestandort Hannover gegenüber dem Traditionsstandort Leipzig behaupten. Wo sehen Sie heute Ihre Position?

Die Hannover Messe hat sich seit über 60 Jahren im Markt erfolgreich behauptet. Sie ist nicht nur national, sondern auch international das weltweit bedeutendste Technologieereignis. Ihre Stärke liegt in der Mehrbranchigkeit, das hat sie in diesem wirtschaftlich schwierigen Jahr erneut bewiesen. Wer sich zum Beispiel für die Windenergie interessiert, der kann sich auf der Hannover Messe auch über neue Antriebslösungen oder Oberflächentechniken informieren.

Die Hannover Messe ist aber auch ein Innovationsgipfel. Die angesprochene Zahl der technischen Neuheiten beziehungsweise Weiterentwicklungen ist einzigartig, ebenso der Hermes Award, der am höchsten dotierte Innovationspreis weltweit. MARTIN CIUPEK

Von Martin Ciupek

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