Hardware 02.06.2000, 17:25 Uhr

Winzlinge mit starker Ausstrahlung

Projektoren – kurz Beamer genannt – werden oft bei der Datenpräsentation eingesetzt. Immer mehr Firmen setzen in Ausbildung und Marketing auf diese kompakten Geräte. Der Tageslichtprojektor ist out – er gilt allenfalls als imageschädigend.

Goldgräberstimmung im Lager der Hersteller von Projektoren: Weltweit konnten sie 1999 rund 1 Mio. Geräte verkaufen. Die weiteren Aussichten sind rosig, bis 2004 soll der Markt jährlich um bis zu 30 % wachsen. Dabei sind die Beamer mit Preisen zwischen 5000 DM und 18 000 DM kein Billigequipment, auch nicht für die üblichen Kunden aus dem Unternehmenssektor.
Mehrere Trends beherrschen den Markt: Die Geräte werden kleiner, lichtstärker und haben eine höhere Auflösung – das alles bei fallenden Preisen. Der Schwerpunkt, wenn es um die Einsatzgebiete geht, liegt ganz klar bei der Datenpräsentation.
In unserem Test haben wir uns auf vier leichte Geräte (unter 4 kg) mit XGA-Auflösung (1024 x 768 Bildpunkte) der Anbieter Davis, Infocus, Liesegang und Proxima konzentriert. Grundsätzlich können alle diese Geräte PC- und Macintosh-Daten verarbeiten und zusätzlich auch Videosignale.
Die XGA-Projektoren sollen spätestens 2001 den Markt beherrschen. Die SVGA-Klasse (800 x 600 Bildpunkte), in der 1999 noch über die Hälfte aller Geräte verkauft wurden, soll dann nur noch 8 % ausmachen und – bei Preisen um 3000 Euro – für die privaten Kunden interessant werden. Der Projektor wird zur interessanten Alternative zu einem Großbild-Fernseher. Wer eine entsprechend große weiße Wand sein eigen nennt, macht sein Wohnzimmer mit Hilfe eines solchen Beamers zum Heimkino.
Die Firmen bevorzugen immer mehr die mobilen Geräten. 70 % der Projektoren, die neu verkauft werden, wiegen zwischen 2,25 kg und 4,5 kg. Doch ihre Bedeutung nimmt ab: Schon 2001, so die Marktforscher von DTC, werde jeder zweite Projektor weniger als 2,25 kg wiegen.
Der Trend zu hohen Lichtstärken macht auch vor den Winzlingen nicht Halt. Bei normalem Tageslicht-Einfall reichen 1000 ANSI Lumen aus, um eine Präsentation ohne zusätzliche Verdunklung des Raumes zu starten. Drei der vier Kandidaten arbeiten mit dieser oder einer höheren Lichtstärke, der Infocus LP 330 leistet dagegen nur bescheidene 650 ANSI Lumen. Mit dem LP 335 hat der amerikanische Marktführer aber schon ein neues Modell angekündigt, das ebenfalls über 1000 ANSI Lumen leisten wird – bei gleicher Größe und Gewicht. Die Lichtstärke entscheidet letztlich darüber, wie schnell mit einer Präsentation begonnen werden kann.
Die Tatsache, dass sich im Unternehmen oft mehrere Anwender einen Projektor teilen müssen, macht eine einfache Bedienung und schnelle Einarbeitungszeit umso wichtiger. Im Test fiel so der Liesegang ddv 1111 positiv auf. Er ist bei den Bedienelemente auf fünf Tasten beschränkt. Alle Funktionen werden nicht direkt durch Tasten, sondern mit einem über den Projektor dargestellten Bildschirmmenü angesteuert.
Drei der Geräte mit einem Gewicht unter 3 kg arbeiten mit der DLP-Technik (DLP: Digital Light Processing, s. Kasten). Diese Technologie kommt mit nur einem Prozessor für die Darstellung aus. LCD-Modelle, wie das von uns getestete Proxima Ultralight LX2, benötigen drei Chips.
Die DLP-Technik ermöglicht eine sehr kleine und leichte Bauweise. Davis und Infocus sind diesen Weg konsequent gegangen. Doch bei beiden Geräten müssen Sie Kompromisse eingehen. Davis hat beim DP X16 die Video-Anschlüsse in einen Hub ausgelagert, der LP 330 von Infocus hält bei der Lichtstärke (noch) nicht mit.
Keine Selbstverständlichkeit in dieser Größenklasse ist eine integrierte Keystone-Korrektur. Sie ist wichtig, wenn der Standort des Projektors häufig wechselt. Die Keystone-Korrektur gleicht automatisch die verzerrte Projektion aus, die entsteht, wenn das Gerät zu weit oben oder unten zur Leinwand aufgestellt wird. Und was wirkt im Verkaufsgespräch unprofessioneller als ein Bücherstapel unter dem Projektor? Solch ein Extra bietet der Proxima-Projektor, inklusive Motorzoom-Objektiv, das allen anderen drei Testkandidaten fehlt. Allerdings müssen Sie diese Extras auch relativ teuer bezahlen.
Wer vor vier Jahren einen Datenprojektor gekauft hat, wird heute wohl enttäuscht sein. Der erste, teure Lampentausch war fällig. Die Nachfolge-Modelle sind kleiner, leistungsfähiger und billiger geworden. Doch die Entwicklung ist noch nicht am Ende. Bereits auf der CeBIT Ende Februar verkündeten die Hersteller, schon in diesem Jahr werde es noch kleinerer Projektoren geben. Die Grenzen der Miniaturisierung sind noch nicht erreicht. Doch mit unter 3 kg Gewicht sind drei der getesteten Geräte schon sehr gut „tragbar“ und eine Standfläche wird sich für die Projektoren im DIN-A4-Format wohl überall finden. OLAF WINKLER
Handlich: Die neue, kompakte Beamergeneration passt zum Mobilwahn in der modernen Geschäftswelt.

Von Olaf Winkler
Von Olaf Winkler

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