Messen 15.08.2008, 19:36 Uhr

Wenn das Kochfeld mit der Dunstabzugshaube „redet“  

Sie sind bei der Weißen Ware in den Hallen 1.1 bis 4.1 gelandet.

Erstmalig halten auf der Konsumelektronik-Messe IFA 2008 Geschirrspüler, Waschmaschinen, Herde, Kühlschränke, Staubsauger und Espressomaschinen auf 30 000 m2 in vier Hallen unterm Funkturm Einzug. „Damit sind wir aus dem Stand die weltgrößte Messe für Haushaltsgeräte“, freut sich Jens Heithecker, Kompetenzdirektor Information & Communication der Messe Berlin. Hier ist das „Who“s who“ der Markenhersteller hierzulande wie Miele, Siemens, Bosch und Liebherr vertreten, aber auch skandinavische Hersteller und Asiaten wie Haier und LG. Dazu kommen Kaffeeautomaten-Spezialisten wie Saeco oder Jura.

Schenkt man den Herstellern Glauben, eint sie große Vorfreude auf die IFA. „Nach dem Aus für die Domotechnica in Köln haben wir endlich eine Plattform für unsere innovativen Produkte und können sie einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.“ Davon ist Roland Hagenbucher, Geschäftsführer bei der Siemens Elektrogeräte GmbH, überzeugt. „Für viele Händler wird der IFA-Besuch effizienter“, sagt Hagenbucher und ist sich darin mit Christian Gerwens, Leiter der Vertriebsgesellschaft Deutschland bei Miele, einig: „50 % der Händler vertreten sowohl Unterhaltungselektronik als auch Weiße Ware.“ Die Zusammenführung auf einer Messe ist also sinnvoll.

Auch die Zahlen der letzten Jahre scheinen der Branche ausgesprochen gute Laune zu machen. Der Weltmarkt für Haushaltsgroßgeräte liegt nach GfK-Zahlen derzeit bei knapp 140 Mrd. $. Davon entfallen 36 % auf Europa, 23 % auf die USA und 21 % auf Asien. Für 2008 wird ein Wachstum von bis zu 2 % erwartet, für den Export sind es bis zu 3 %. „Die vergangenen Monate zeigen uns ein Plus von 5,9 %“, verriet Hagenbucher von Siemens. Und Miele beschwor zum zweiten Mal in Folge, den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr einzufahren.

Dazu kommt, dass über 40 % der Hausgeräte hierzulande älter als zehn Jahre sind. Je nach Definition erwartet die Branche, dass rund 65 Mio. bis 180 Mio. Geräte bald zum Austausch kommen. Dabei spielen hohe Energiepreise und damit einhergehend der Trend zum Energiesparen eine große Rolle. Schon jetzt ist klar, dass sich die Hersteller in puncto energiesparende Geräte auf der IFA gegenseitig übertrumpfen werden.

Bosch und Siemens Hausgeräte z. B. zeigen Geschirrspüler, die nicht nur durch eine dritte Beladungsebene mehr Platz bieten. Beide Hersteller setzten in ihren Messeneuheiten auf das Mineral Zeolith, das während der Trocknungsphase zum Einsatz kommt. Es hat die Eigenschaft, sowohl Feuchtigkeit entziehen zu können als auch gleichzeitig Wärme zu speichern und später wieder abzugeben.

Über 1 kg dieses Minerals, das ebenfalls in Wärmespeicherheizungen als Katalysator oder zur Wasserenthärtung eingesetzt wird, ist in einem Behälter unterhalb der Bodenwanne untergebracht und durch ein Einfüll- und Auslassrohr verbunden. Während der Trocknungsphase wird nun die warme feuchte Luft in den Zeolith-Behälter geleitet, das Mineral nimmt die Feuchtigkeit auf und setzt dabei Wärmeenergie frei. Dann wird die heiße, trockene Luft ins Spülmaschineninnere geleitet und soll das Geschirr deutlich schneller als die Kondensation in herkömmlichen Spülmaschinen trocknen. „Diese Weltneuheit spart drastisch Energie gegenüber herkömmlichen Geräten“, betont Helmut Sailer, Marketingchef bei der Robert Bosch Hausgeräte GmbH.

Bei Wäschetrocknern haben die Bosch-Ingenieure zudem die Wärmepumpentechnik weiterentwickelt, so dass bei der Messeneuheit „Ecologixx7“ die Luft nicht permanent auf- und nachgeheizt werden muss, sondern die vorhandene Wärme effizient mehrmals genutzt werden kann. „Der Verbrauch liegt 40 % unter dem Vergleichswert von Trocknern der Energieeffizienzklasse A“, weiß Helmut Sailer.

Auch bei Kochfeldern steht Energiesparen inzwischen ganz oben auf der Agenda. AEG Elektrolux setzt wie alle Hersteller dabei auf Induktionskochfelder, mit denen sich bis zu 30 % Energie gegenüber normalen Herden einsparen lässt.

Doch auch auf Luxus setzen die Hersteller. Bei AEG sind auf der IFA mit einem Teppan Yaki ein induktionsbeheizter japanischer Flächengrill zu bestaunen sowie eine besonders große Paella-Kochzone.

Hightech-Hersteller Miele wartet mit der technischen Innovation „Con@ctivity“ auf, bei der die Dunstabzugshaube automatisch auf das Kochgeschehen reagiert. Wird das Kochfeld eingeschaltet, aktiviert sich wenige Sekunden später die Dunstabzugshaube mit Gebläse, bevor überhaupt ein Wrasen aufsteigt. Der Dunstabzug richtet sich danach, wie viele Töpfe auf dem Herd stehen und auf welcher Leistungsstufe die Kochfelder eingeschaltet sind. Die Kochfeldinformation wird genutzt und tauscht über die Stromleitung (Powerline), d. h. ohne Kabel und Sensorik, mit der Dunstabzugshaube Informationen aus.

Neben technischer Innovation wird auch jede Menge Lifestyle in den vier Hallen der Weißen Ware zu sehen sein. Ob Staubsauger, ob Mega-Kühlschrank oder Waschmaschine, die neuen Geräte kommen fast ausschließlich in Hochglanz-Weiß und Hochglanz-Schwarz daher: Eine Huldigung des iPods bei jedem Waschgang oder dem wöchentlichen Staubsaugen scheint das Motto der Hersteller in puncto Design zu lauten. Damit erübrigt sich fast die Frage, wie sich die Weiße Ware mit der Unterhaltungselektronik auf der diesjährigen IFA vertragen wird.

NIKOLA WOHLLAIB

  • Nikola Wohllaib

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