Fernseher mit gebogenem Display 30.04.2013, 15:28 Uhr

Weltpremiere mit organischen Leuchtdioden

Der südkoreanische Hersteller LG hat ein revolutionäres Gerät entwickelt: den ersten Fernseher mit OLED-Technik und gebogener Schirmfläche. Wie im Imax-Kino mit seinen hellen und scharfen Projektionen auf riesigen Leinwandflächen können sich künftige Besitzer eines solchen Apparates fühlen. Beinahe jedenfalls.

LG bringt den ersten OLED-Fernseher mit gekrümmtem Bildschirm auf den Markt.

LG bringt den ersten OLED-Fernseher mit gekrümmtem Bildschirm auf den Markt.

Foto: LG

Das „Modell 55EA9800”, wie es prosaisch heißt, ist eine Weiterentwicklung des 55-Zoll-Geräts, das seit Anfang des Jahres ausschließlich in Südkorea zu haben ist. Beide haben OLED-Displays, deren Unterlage nicht unbedingt Glas oder ein anderes starres Trägermaterial sein muss. Die bildgebenden extrem dünnen Schichten, aus denen OLEDs (organische Leuchtdioden) aufgebaut sind, lassen sich auch auf flexiblen Kunststofffolien abscheiden. Ist schon die absolut fehlerfreie Fertigung von 55-Zoll-Displays – die Bildschirmdiagonale beträgt knapp 140 Zentimeter –  ein technisches Kunststück ersten Ranges, ist die Abscheidung auf einer gewölbten Fläche noch um ein Vielfaches schwieriger.

Das Gerät basiert auf der LG-eigenen WRGB-Technologie. Sie bietet ein Vier-Farb-Pixel-System. Es verfügt neben den herkömmlichen Farben Rot, Blau und Grün über ein zusätzliches weißes Sub-Pixel, wodurch die Farbdarstellung optimiert wird. Ein sogenannter Color-Refiner sorgt laut Hersteller zudem für eine verbesserte Farbtiefe und einen besseren Bildkontrast. Dadurch wirke die Darstellung noch natürlicher und lebendiger.

Das Display des neuartigen Fernsehers aus Südkorea ist ganze 4,3 Millimeter dick. Er wiegt ganze 17 Kilogramm, weil das Gehäuse aus faserverstärktem Kunststoff besteht. Für den guten Ton sorgen Folienlautsprecher. Die Auflösung ist ebenso hoch wie bei den besten Flüssigkristall- oder Plasmabildschirmen. LG beteuert zudem, dass der neue Fernseher 3D-tauglich ist.

Prototypen der Weltneuheit zeigte LG Anfang des Jahres auf der Elektronikmesse in Las Vegas. Im eigenen Land nimmt das Unternehmen bereits Vorbestellungen für das umgerechnet 10 400 Euro teure Gerät entgegen. Im Mai sollen die ersten Fernseher dieser Art ausgeliefert werden.

Minimaler Stromverbrauch

OLEDs haben zwei entscheidende Vorteile. Selbst sehr große Displays verbrauchen kaum Strom, weil praktisch keine Wärme entsteht. Außerdem ist das Bild ohne Qualitätseinbußen auch bei der Betrachtung aus spitzem Winkel zu sehen, weil es praktisch an der Oberfläche des extrem dünnen Displays erzeugt wird. Wann die 55-Zoll-OLED-Geräte mit flachem und gewölbtem Monitor außerhalb von Südkorea zu haben sind verrät LG noch nicht.

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