Displays 15.02.2002, 17:32 Uhr

Weltmarkt für LCD-Monitore hellt sich auf

LCD für Notebook und freistehende schlanke PC-Monitore sind ein Wachstumsmarkt, sie gelten als farbstark, „cool“, leicht und günstig im Stromverbrauch. Doch der Preiskampf lässt die Hersteller weiter von gesundem Profit allenfalls träumen. Abhilfe soll langfristig eine stärkere Konzentration bei den Herstellern und eine Standardisierung der Formate schaffen.

Flüssigkristallbildschirme werden sich auch weiterhin gut verkaufen – trotz anhaltender Computerflaute verzeichnen sie ungeahnte Marktanstiege. Doch von gesundem Profit, so weiß Bruce Berkoff, Executive Vice President des koreanisch-europäischen LCD-Joint-Venture LG Philips, sind die meisten Anbieter im Moment noch weit entfernt.

Im Kampf um Überlebenspositionen im flauen Markt verringerten die LCD-Hersteller die Preise so radikal, dass sie bei jedem Verkauf zugeschossen haben. Nur um ihre enorm erweiterten F&E- und Fab-Kapazitäten zu bedienen und auszulasten. Die Zeiger bei den asiatischen Herstellern deuten inzwischen wieder mächtig nach oben. Schon bahnen sich – vor allem bei den ambitionierten Taiwanern – Versorgungsengpässe an.

Letztes Jahr, sagt Rhoda Alexander vom Display-Spezialisten Stanford Resources im kalifornischen San Jose, gingen 13,5 Mio. der flachen PC-Bildschirme über die Ladentheken. Doppelt so viele wie im Boomjahr 2000. Und dieses Jahr gedenkt die Industrie trotz aller Investmentstopps und Ausgabensperren weltweit 23,5 Mio. LCD-Schirme mit TFT-Technologie abzusetzen.

In den Glanzzeiten der New Economy waren die flachen 14-Zoll-Bildchirme zu 2000 Dollar mächtige Statussymbole fürs florierende Dot.com-Office. Und bei diesem Stand blieb es, bis im Herbst 2000 der Preispegel fast schlagartig auf 700 Dollar abfiel. Und von da ab, auf der Abstiegsflanke der Internet-Euphorie, gab es kein Halten mehr. Immer neue, happige Nachlässe folgten, im letzten Sommer gab es selbst die 15-Zöller für 250 Dollar.

Der LCD-Markt, so Berkoff, folgt einem Zweijahres-Rhythmus: zwei Jahre rauf, zwei Jahre runter, bedingt durch die technologische Innovation und die Umrüstung der Fertigung. In den beiden letzten Jahren, sagt Berkoff, haben Japaner und Taiwaner auf Teufel komm“ raus in die TFT-LCD investiert. „Diese Investitionen geschehen nicht im Sinne konventioneller finanzieller Regeln. In Japan sieht man noch heute die Spätfolgen der 80er Jahre.“ In Taiwan, so Berkoff, könnten die Folgen der TFT-LCD-Euphorie ähnlich lange sichtbar sein.

Zurzeit dominieren Koreaner das Geschäft. Samsung hält 22 % des Weltumsatzes bei großen TFT-LCD-Modulen für Notebooks und Monitore. Nummer zwei ist LG Philips mit 18 %.

Dahinter liegen Sharp und Hitachi, leicht fluktuierend mit jeweils etwa 9 % Anteil. Diese Rangfolge hält sich so seit Jahren, obwohl die Märkte expandieren. Noch in diesem Jahr allerdings will LG Philips Spitzenreiter werden. Also steht ein neues Positionsgerangel an.

Lange kann das, so Berkoff, nicht mehr weitergehen. In wenigen Jahren, glaubt er, wird es weltweit nur mehr fünf oder sechs Anbieter geben: „Ich wünschte, es wäre schon in diesem Jahr so.“ Zwei Anbieter pro Land, das wäre sein Ideal – nicht bis zu zehn wie heute in Japan oder Taiwan.

„Die Zahl der Hersteller wird schrumpfen, weil sie nicht genug verdienen“, sagt auch Rhoda Alexander. Allerdings noch nicht 2002. Da sind, bei wachsender Nachfrage und anziehenden Bauelementepreisen, eher Knappheiten angesagt.

Die taiwanischen Werke sind seit Dezember wieder zu 85 % ausgelastet, Tendenz steigend. Auch wenn der PC-Absatz stagniert. Doch immer mehr CRTs werden durch LCDs ersetzt. So um die Jahresmitte, schätzt Rhoda Alexander, wird es insbesondere bei den populären 15-Zöllern eng.

Das hieße: Die Preise würden nicht noch weiter fallen, sondern eher steigen. Von 250 Dollar auf 500 Dollar, sieht Berkoff in seinen kühnsten Träumen voraus. Die 18-Zöller könnten gar an die 900-Dollar-Grenze stoßen. Da fängt für die Modulhersteller endlich das Verdienen an. Zumal sich in den Fabriken der „vierten“ und „fünften“ Generation je 16 Monitor-Panels auf einem Glas-„Sheet“ von 1000 mm mal 1200 mm gleichzeitig fertigen lassen.

Nach den Notebooks reift bei den LCD-Herstellern die Hoffnung auf noch größere flache Schirme: für Fernseh-Displays bis zu 35 Zoll. Das bedeutet Stückzahlen. Von heute 63 Mio. Displays, Handys und PDAs eingeschlossen, könnte 2005 der Absatz auf 113 Mio. steigen, wünscht man sich bei LG Philips die Zukunft herbei. Notebooks und PC-Monitore halten sich dabei mit je 40 Mio. bis 50 Mio. Stück die Waage. Der Rest entfällt auf die PDAs und Fernsehgeräte.

Das alles, sieht Berkoff, wird nur dann ein profitables Geschäft, wenn die Industrie nach dem Muster der Fernsehgeräteindustrie auf einen geregelten, fairen Wettbewerb hinsteuert. Der Schlüssel dazu: weitgehende Standardisierung.

Der gegenwärtige Wettbewerb über die „unnötige Vielfalt“ von Bildgrößen und Funktionen, meint Berkoff, sollte abgelöst werden durch die kostengünstige Fertigung von Standardmodellen. Das brächte eine überschaubare Preisentwicklung durch höhere Effizienz der Versorgungsketten.

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