Drucker 07.05.2004, 18:30 Uhr

Wasserloser Offset und Kurzfarbwerktechnik sind Trumpf

Rund 80 % der Druckbetriebe weltweit beschäftigen als Kleinbetriebe weniger als 20 Mitarbeiter. Viele Druckereibesitzer haben deswegen vor Jahren schon begonnen, den kleinformatigen Offsetdruck (Formate DIN A4+/DIN A3+) sowie den Halbformat-Bereich (50 cm x 70 cm) zu favorisieren. Einleuchtende Gründe gibt es viele.

Die erreichbare Qualität der kleineren Formate steht dem „großen“ Offsetdruck in nichts nach. Die Investitionsvolumina sind aber weitaus niedriger. Zudem sind die „kleinen“ Maschinen flexibler im Produktionsablauf einsetzbar. Und last but not least: Die Auflagenhöhen gehen konstant zurück. Zwischen 2000 und 5000 Druckauflage sind die Regel.
Seit Mitte der 90er Jahre hat der Kleinformatdruck vor allem vom Direct-Imaging-Verfahren profitiert. Branchen-Primus Heidelberger Druckmaschinen hatte mit der QuickMaster DI eine Vorreiterrolle im Direktbebildern der Druckplatten in der Maschine übernommen. Tausende dieser Heidelberg-Quickmaster plus die Systeme der Printmaster-Reihe sowie die Speedmaster SM 52-Serie fanden innerhalb weniger Jahre reißenden Absatz.
Die Koenig & Bauer AG (KBA) hatte zur Drupa 2000 nachgezogen – und will bei der diesjährigen Messe weiter punkten. Die Würzburger Konzernstrategen setzen dabei auf eine nutzbringende Idee: Qualitätsgarantie durch weniger Parameter. Das gelingt durch einen neuen konzeptionellen Ansatz. Offsetdruck ohne Wasser und ohne Farbzonenschrauben soll zur Erfolgsformel werden. Dabei geht es weniger um die technischen Finessen der Drucktechnik als vielmehr um überzeugende Vorteile für den Auftraggeber, den Produktioner und den Drucker selbst.
Seit Jahren wird diskutiert, geforscht, entwickelt und gerechnet. Die gleiche Frage tauchte immer wieder auf: „Ist der wasserlose Offsetdruck günstiger und qualitativ besser als der klassische Offsetdruck?“ Die Qualität und vor allem die standardisierte Wiederholbarkeit des wasserlosen Offsetdrucks stehen inzwischen außer Frage. Dass auch viele Einflussfaktoren auf das Druckergebnis im wasserlosen Offsetdruck einfach ausgeschaltet werden, hat einen zusätzlich positiven Einfluss auf die Geschwindigkeit bei der Maschineneinrichtung, die Anlaufmakulatur und damit auch direkt auf die Kosten.
Die ewige Diskussion, was denn nun billiger ist, stellt sich heute nicht mehr. Denn wer sich ausschließlich auf die Kosten reduziert, sollte sich über keine der verfügbaren Drucktechniken Gedanken machen. Wichtig ist, dass die wasserlose Offsettechnik für alle Prozessbeteiligten die o. g. Vorteile bringt – aber nur, wenn die Daten, die angeliefert werden, auch wirklich stimmen.
KBA gilt in der Fachwelt als Technologie- und Marktführer in der zonenschraubenlosen Einfärbetechnik (Kurzfarbwerktechnik) bei Bogen- und Rollenoffsetmaschinen. Auf der Drupa 2004 wird KBA unter anderem in einer Short-Run-Factory die flexible, schnelle und qualitätsorientierte Kleinauflagenproduktion im wasserlosen Offset mit neuester Kurzfarbwerktechnik demonstrieren. Zum Einsatz kommen die Digitaloffsetmaschine 74 Karat im Format 52 cm x 74 cm mit Gravuflow-Farbwerken und integriertem Lackwerk sowie eine Fünf-Farben-KBA-Genius-52 im Format 36 cm x 52 cm für den Druck auf Papier und Karton inklusive der zugehörigen Infrastruktur.
Zusätzlich produziert in der Short-Run-Factory die kleinformatige Digitaloffsetmaschine 46 Karat im wasserlosen Offset, die allerdings im Gegensatz zur 74 Karat und Genius 52 ein konventionelles Walzenfarbwerk hat. Die UV-Variante der Genius 52 für den Plastik- und Kartondruck wird ebenfalls als Fünf-Farben-Maschine auf dem Messestand der neuen KBA-Tochtergesellschaft Metronic vorgestellt.
Neben der Drupa-Premiere der Genius 52 wird eine Weltpremiere stattfinden. Erstmals wird eine halbformatige Bogenoffsetmaschine in Reihenbauweise ohne Feuchtwerke mit dem von der 74 Karat übernommenen zonenschraubenlosen Farbwerk drucken. Die im KBA-Werk Radebeul entwickelte Rapida 74 G (G steht für Gravuflow) erreicht mit dem auf einem Kammerrakelsystem, einer Rasterwalze und einer Auftragwalze basierenden Kurzfarbwerk ähnlich niedrige Makulaturwerte (maximal zehn Bogen Anlaufmakulatur) und die gleiche Qualität wie die 74 Karat.
Nach dem Motto, „Die Druckqualität wird in der Vorstufe definiert, nicht durch Farbzonen oder Feuchtwasser und kaum kontrollierbare individuelle Bedieneinflüsse“, will KBA der Druckmaschine mehr als in der eher handwerklich geprägten Vergangenheit die Funktion eines besonders leistungsstarken, präzisen Großkopierers zuordnen.
Von technischer Seite her sind alle Hausaufgaben gemacht. Jetzt geht es darum, dass Auftraggeber und Kommunikationsentscheider die Vorteile besser kennen lernen und entsprechend nutzen. Die von KBA und seinen Partnern neu definierte Wasserlostechnik hat durchaus das Zeug, bei Short-Run-Produktionen dem Digitaldruck Paroli zu bieten, vermuten Experten. Rüdiger Maaß, Geschäftsführer des Fachverbandes Medienproduktioner, kommentiert: „Ein großer Vorteil ist das hohe Maß an Sicherheit und Wiederholbarkeit – zwei Vorteile, die vor allem für Medienproduktioner entscheidend sind, denn dadurch können Abstimmungs- und Kompromisspotenziale auf ein Minimum reduziert werden.“

 

Ein Beitrag von:

  • Andreas Weber

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