Datensicherheit 16.07.2010, 19:47 Uhr

WAN: Kritischer Flaschenhals beim Back-up

In Unternehmen mit unterschiedlichen Niederlassungen nimmt das Back-up-Aufkommen kontinuierlich zu. Dadurch werden im Performance-sensiblen Weitverkehrsnetz (WAN) andere geschäftskritische Anwendungen ausgebremst. Abhilfe verspricht eine Strategie zur WAN-Optimierung. VDI nachrichten sprach mit Michael Fadai, Geschäftsführer des Netzwerk-Infrastrukturspezialisten Auvida.

VDI nachrichten: Warum ist in Ihren Augen das Thema Back-up heute brisanter als in der Vergangenheit?

Fadai: Weil die Unternehmen insbesondere aus Kostengründen ihre Rechenzentren verringern und zentralisieren und gleichzeitig damit auch die Zahl vorhandener Server reduzieren. Dadurch werden die verbleibenden Rechenzentren und deren Datenmengen immer größer. Entsprechend große Mengen an Daten, die täglich im operativen Geschäft anfallen, müssen beim Back-up über Wide-Area-Network(WAN)-Verbindungen gewöhnlich in ein oder zwei zentrale Rechenzentren überspielt werden.

Auch wenn die Datenmengen wachsen, kann man das Back-up doch einfach nachts anstoßen?

Unternehmen, die verschiedene Niederlassungen haben, sind gewöhnlich international agierende Unternehmen. In einer solchen häufig weltweit verteilt aufgestellten Konstellation läuft dann irgendwo immer das Tagesgeschäft. Außerdem werden für den möglichen Recovery-Fall gerade bei geschäftskritischen Anwendungen möglichst aktuelle Daten benötigt. Somit scheidet ein nächtliches Back-up häufig aus.

Könnten Netzwerkverantwortliche in Unternehmen nicht einfach die Bandbreite erhöhen, um auch für Back-ups während der Geschäftszeiten auf der sicheren Seite zu sein?

Das können sie natürlich machen. Das schafft aber nur selten Abhilfe. Der Nutzen ist mehr als ungewiss. Gewiss ist nur, dass man durch Einkauf von mehr Bandbreite seine Kosten hochfährt. Mehr Bandbreite bringt deshalb keine nachhaltige Verbesserung, weil die Ursache für schlechte Durchsatzraten Paketverluste und die Latenz im Netzwerk sind. Letztere hängt mit der Physik der Leitungsabschnitte und der Verarbeitungsgeschwindigkeit von Switches, Routern und so weiter zusammen. Das WAN ist das Nadelöhr in der WAN/LAN-Topologie. Deshalb kann die Lösung des Problems nur darin bestehen, das WAN, in dem die Paketzustellungszeiten infolge von Latenz 300- bis 1000-mal langsamer als im LAN sind, über verschiedene Mechanismen zu optimieren.

Reicht Bandbreitenmanagement allein denn nicht aus?

Das Bandbreitenmanagement greift nur bei einer Sterntopologie und stellt eher eine Art Mängelverwaltung dar. Man sorgt eigentlich nur dafür, dass das Back-up keine anderen Datenströme stört, indem man es in seine Schranken weist. Weil ihm nur ein gewisses Quantum der Gesamtbandbreite zugewiesen wird, dauert es dafür aber auch länger. Wir plädieren für eine kombinierte Lösung aus Deduplizierung, Protokolloptimierung und Bandbreitenmanagement.

Können Sie die etwas näher beschreiben?

Durch Deduplizierung werden redundante Übertragungen vermieden. Sie arbeitet auf der Basis von Bitmustern, referenziert auf bereits übertragene Dateien per Indizes und verringert so deutlich die erforderlichen Übertragungsvolumina.

Es gibt auch Back-up-Systeme, die ohnehin nur den sich verändernden Datenbestand sichern. Kann sich derjenige, der solche Systeme hat, dieses Prozedere dann nicht einfach sparen?

Er kann dann zwar auf die Deduplizierung verzichten, obwohl ihm unser Ansatz auch da Vorteile bringt. Wir nutzen die Deduplizierung als transparenten Mechanismus, wobei die deduplizierende Appliance als letzte Komponente vor der Firewall zum Einsatz kommt. Hierdurch werden alle über das WAN laufenden Datensicherungsströme, egal von welchem System kommend, sichtbar, so dass auf jeden Datenstrom adäquat reagiert werden kann. Hinzu kommt im Bereich der Anwendungsbeschleunigung, der die Deduplizierung ja zugeordnet werden muss, das beträchtliche Beschleunigungspotenzial, das die Protokolloptimierung bietet.

Die da sind?

Vermeidung von Paketverlusten und Abwicklung des „geschwätzigen“ TCP-Transports innerhalb des LANs und anschließende WAN-Übertragung unter Ausnutzung aller TCP-Optionen. Im Ergebnis können so größere Pakete mit höherer Effizienz übertragen, sprich gesichert werden. pek

Von Peter Kellerhoff
Von Peter Kellerhoff

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