Speichermedien 02.08.2002, 18:21 Uhr

Vorstands-Einmaleins der Datenhaltung

Bisher war das Speichern und Managen von Daten ein Ding für die Fachleute – zu komplex, zu trocken für die Chefs. Eine neues Beratungsmodell soll das Thema jetzt vorstandskompatibel an die Entscheider in Unternehmen heranbringen. Wir fangen oben an im Unternehmen, indem wir erst einmal fragen, was das Geschäft braucht.“ Jospeh Waltons skizziert begeistert mit blitzenden, knallblauen Augen die Idee seines neuesten Geschäftsfeldes. Erst nach dem Gespräch mit der Chefetage würde man hingehen, den Bereich der Datenhaltung analysieren und schließlich den Oberen verständlich erklären, was das Unternehmen im Bereich des Datenspeicherns tun kann, um die Ziele zu erreichen.

Joseph Walton, Chef von Global Services beim Datenspeicherspezialisten EMC, hat sich mit den Beratern von Accenture zusammengetan, um zu überlegen, wie das Thema Datenspeicherung und Datenmanagement in den Chefetagen mehr Gehör finden könnte. Information Solutions Consulting (ISC) heißt das neue Kind von Walton.
„Wir operieren dabei unabhängig von EMC, wir entwickeln offene, plattformunabhängige Service-Strategien für die Kunden“, beteuert Walton im Gespräch immer wieder. „Bei den Kunden findet sich eine Vielzahl von Produkten, diese Investitionen möchten die Kunden natürlich erhalten.“
Obwohl an der Datenhaltung inzwischen das Schicksal vieler Unternehmen hängt, ist das Thema, glaubt man Walton, anscheinend in der Regel zu sperrig, um es direkt an die Vorstände heranzubringen. EMC und Accenture wollen deswegen jetzt den Spieß umdrehen, um ganz oben in den Entscheidungsstrukturen der Global Player mit dem Thema „Storage“ einen Fuß in die Tür zu bekommen.
„Eine Beratung im Bereich ‚Storage‘ auf diesem Niveau ist ein weißer Fleck im Beratungsgeschäft“, erläutert Walton, das hätten ihm auch Analysten bestätigt. Walton betont das „Niveau“: Strategische Beratung und Dienstleistungen bietet HP mit „Storage Strategy Services“ ebenfalls, bei anderen Kontrahenten ist das Thema eines von vielen im generellen IT-Consulting.
Immerhin setzte die Speicherbranche im Bereich „Services“ schon 2001 17 Mrd. Dollar der insgesamt 48,8 Mrd. Dollar um, so die Markt-
auguren von IDC und Dataquest. Dieses Jahr sollen es 21,6 Mrd. Dollar sein, das am schnellsten wachsende Marktsegment. Davon möchte EMC natürlich seinen Teil mitbekommen.
Walton, der Global Services seit 1999 als EMCs drittes Standbein nach Hardware und Software aufgebaut hat, will den Vorteil nutzen, zuerst mit dieser expliziten Dienstleistung auf dem Markt zu sein. Wenn die Konjunktur anspringe, wolle er in den Startlöchern stehen.
Das Engagement von EMC im Consultinggeschäft ist langfristig gedacht, sagen die Speicherfachleute aus Hopkinton/Massachusetts, hat man doch einen Fünf-Jahres-Vertrag mit Accenture abgeschlossen. Für den Start von ISC müssen 200 Leute in Boston/USA und London reichen, je 100 von EMC und Accenture. Erst in einer zeitlich noch nicht festgelegten zweiten Phase werde ISC die Geschäft in der Region Asien/Japan aufnehmen, so Walton.
Die Kunden für den neuen Dienst sollen einerseits von EMC über die bestehenden Kundenkontakte kommen, andererseits von Accenture. „ISC soll der bevorzugte Provider von Storage Consultingdiensten bei Accenture sein“, so Walton. Damit will EMC sicherstellen, dass ISC von groß angelegten IT-Beratungsprojekten profitiert, von denen das Storage-Consulting nur ein Teil ist.
ISC soll in jedem Fall zwar nicht klein, aber fein bleiben. „Wir werden keine Geschäfte abschließen, bei denen es um Zehn-Jahres-Verträge geht“, betont Joseph Walton auf die Frage, ob EMC Global Services in Konkurrenz zu großen IT-Dienstleistern wie IBM Global Services treten sollen.
Gerade in der momentanen Krise sieht Walton für ISC gute Chancen, obwohl weder die Anbieter von IT-Hardware noch die Berater zurzeit besonders gut dastehen. Dennoch, so Walton, die Kunden würden das wollen, was ISC liefern kann, nämlich ihnen zu zeigen, wie die Unternehmen ihren gesamten Datenwust preiswerter, besser und effizienter verwalten können.
Bislang hat Joseph Walton knapp 6000 Mitarbeiter bei Global Sevices unter seinen Fittichen, davon 4300 beim Customer Service und 1400 für Professional Services, die noch auf 1700 wachsen sollen. Trotz Entlassungen bei EMC hat er im letzten Jahr Leute gesucht und eingestellt.
Für EMC geht es langsam wieder aufwärts. Der Umsatz im 2. Quartal desGeschäftsjahres wuchs im Vergleich zum Vorquartal, die roten Zahlen verringerten sich von 97 Mio. auf 11 Mio. Dollar. „Wir glauben, dass auch die Telekommunikation wieder aus dem Morast kommt“, sagt Joseph Walton, wenn auch nach einer Marktbereinigung. Die US-Telecoms waren in den Boomzeiten gute Kunden für die Speicherschränke von EMC.

Von Stephan W. Eder

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