Autotest 03.08.2001, 17:30 Uhr

Verwandlungskünstler lässt Herzen von Cabriofreunden höher schlagen

Seit kurzem zieht der Peugeot 206 CC die Blicke auf sich. Anders als das Renault Mégane Cabrio mit seinem Stoffverdeck klappt der flotte 206 CC à la Mercedes SLK ein stabiles Dach aus Stahlblech ein und aus. Geschlossen wird er zu einem vollwertigen Coupé. Bei Reisen mit größerem Gepäck müssen sich die Freunde des kleinen Franzosen allerdings einschränken.

Cabrios müssen ihren Käufern vor allem optisch gefallen. Auf den ersten Blick wirkt der Peugeot frisch gestylt, doch das mag Geschmackssache sein. Im Fall der beiden Kandidaten im Test fällt nicht nur das Design, sondern auch die Konstruktion des Daches sehr unterschiedlich aus. Beim Peugeot 206 CC ist es das Klappdach, das es bisher nur im Roadster der Stuttgarter Nobel-Marke gab, beim Renault das herkömmliche Stoffverdeck.

Beide werden zwar elektrisch betätigt, aber die feinere Motorik arbeitet zweifelsfrei im Peugeot. Hier werden lediglich vorn an der Dachstrebe zwei Haken gelöst, alles andere geht dann per Knopfdruck. Zuletzt liegt das zusammengeklappte Dach im oberen Teil der Kofferraums. Beim Mégane Cabriolet verschwindet das solide Softdach dagegen in einem separaten Gehäuse. Daraus resultiert der Vorteil, dass immer ein Gepäckraum-Volumen von 281 1 zur Verfügung steht – genug, um allein oder zu zweit auch mit geöffnetem Verdeck auf Urlaubsreise zu ­gehen.

Wenn die Reise mit dem Peugeot 206 CC „open-air“ genossen werden soll, schmilzt der Raum für die Koffer von 320 l auf ein sehr flach gehaltenes Fach von 150 l. Da ist es auch kein Trost, dass nur bei ihm die Heckscheibe aus Glas ist und beheizt nicht anläuft. Funktional gewinnt jedoch die Sicht nach hinten. Auch die beiden schlanken Heckbügel des Peugeot erleichtern das Manövrieren in Parklücken.

Beide französischen Autos sind Viersitzer, jedenfalls laut Fahrzeugschein. Doch in Wirklichkeit finden eigentlich nur zwei Erwachsene bequem Platz. In den Fond des 206 CC passen Personen bis maximal 1,50 m Körpergröße und das eher mühsam. So dienen die Rücksitze wohl eher als zusätzlicher Stauraum, speziell im Peugeot, wenn das Dach geöffnet ist. Der fast eine Fahrzeugklasse höher angesiedelte Mégane erweist sich jedenfalls als das geräumigere Cabriolet. Der CC wirkt vom Raumgefühl her dagegen eher wie ein knapp geschnittener Roadster. ­Peugeot legt zudem das Ambiente etwas gediegener aus. Bei genauerem Hinsehen allerdings wird doch noch (zum Beispiel beim einfachen wirkenden Kunststoff) die Großserie erkennbar.

Nicht zuletzt in den Fahreigenschaften rückt der 206 CC in die Nähe des Roadsters. Er gibt sich fahraktiver als der Renault, allerdings mit der Einschränkung, dass er in schnell angegangenen Kurven (ähnlich wie einige stärker motorisierte, geschlossene Versionen) im Grenzbereich zum Übersteuern neigt. Im Fahralltag spürt man freilich nichts davon. Hier überwiegt der Eindruck vom sportlichen Handling, den der kräftig, aber auch lautstark agierende 2,0-l-Vierzylinder (100 kW) noch verstärkt. Er wartet schon in ­niedrigen Drehzahlen mit gutem Durchzug auf.

Das Mégane Cabriolet ist im direkten Vergleich eher das komfortabler und gutmütiger abgestimmte Auto. Die Federung wurde nicht so straff ausgelegt, die Lenkung leichtgängiger als beim CC, aber etwas weniger feinfühlig und nicht so direkt. Leichtes Untersteuern in haarigen Kurven warnt den übereifrigen Fahrer frühzeitig. Der Motor arbeitet leiser und das Getriebe lässt sich trotz ähnlich langer Schaltwege besser schalten. In beiden Cabrios sind die Bremsen wirkungsvoll, die Dosierbarkeit hat uns nicht ganz überzeugt. Auf dem Papier ist der 2,0-l-Vierzylindermotor von Renault – er verfügt über Benzindirekteinspritzung und Vierventiltechnik – mit 103 kW etwas stärker, in der Praxis hat keiner der beiden in irgendeiner Leistungsdisziplin die Nase spürbar vorn. Ebenso beim Verbrauch, wo der Direkteinspritzer von Renault mit 7,6 l/100 km lediglich 0,3 l Super weniger konsumierte als der im CC.

Ein anderes Bild entsteht beim Blick auf die Verarbeitung. Hier kann der Peugeot nicht nur mit höherer Verwindungssteifigkeit, sondern auch mit besserer Qualität im Detail Punkte machen. Freilich muss alles am Auto stimmen: Wenn beispielsweise die Dreiecksfenster hinten am 206 CC nicht optimal eingestellt sind, wie es bei unserem Testwagen der Fall war, klappern sie. Im Mégane störten bei zügiger Fahrt mit geschlossenem Verdeck zudem die starken Windgeräusche.

Es wäre falsch anzunehmen, der kleine Peugeot 206 CC könne die Steifigkeit und Verarbeitungsqualität eines Mercedes SLK 200 bieten. Diese kann der auf dem Großserien-Kleinwagen 206 basierende CC nicht erreichen. Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, denn immerhin beträgt der Preisabstand zum Mercedes beim Einstiegsmodell fast 30 000 DM. Der Peugeot 206 CC spricht eine ganz andere Klientel an – und das erfolgreich, wie die Verkaufszahlen zeigen.

In Deutschland ist er bereits bis ins Jahr 2002 hinein ausverkauft. Das liegt nicht zuletzt am günstigen Preis: In der Basisausführung kostet er mit 1,6-l-Motor (80 kW) 34 520 DM und mit der stärkeren 2,0-l-­Motorisierung (100 kW) 37 650 DM. Für den Peugeot 206 CC in der Platinum-Ausstattung, unter anderem mit Klimaanlage und Lederbezügen wie beim Mégane, sind 41 855 DM zu bezahlen. Das größere Renault Mégane Cabriolet kostet als 2,0-l-Dynamique mit 46 920 DM deutlich mehr. Ein Freudendämpfer dürfte für den CC-Fan jedoch die Vollkaskoeinstufung sein, die mit 29 Punkten sechs über dem Mégane Cabrio liegt: Bei 100 % und 650 DM Selbstbeteiligung sind für diese Versicherung im Jahr rund 3600 DM zu berappen.

INGO REUSS/WOP

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