Hardware 22.11.2002, 18:22 Uhr

Tablet PC: Notebook wandelt sich zum digitalen Schreibblock

Handschriftenerkennung statt Tastatur. Am 7. November wurden mit dem neuen Windows XP für Tablets auch etliche Tablet PCs vorgestellt, doch nicht alle verzichten komplett auf die Tastatur.

Mit der Einführung von Windows XP Tablet PC Edition soll eine neue Art der Computernutzung eingeläutet werden – das „Natural Computing“. Bei der Vorstellung des neuen Windows mit der integrierten Handschriftenerkennung präsentierten sechs Hersteller die neueste Generation ihrer Tablet PCs, wobei einige bereits vorher Geräte mit ähnlicher Funktionalität angeboten hatten, einige andere aber neu in diesen Markt einsteigen.

Einen Tablet PC kann man sich als überdimensionierten PDA vorstellen oder als einen digitalen Schreibblock. In Größe und Funktion entsprechen die Geräte einem Notebook, ein entscheidender Unterschied ist die Möglichkeit, Eingaben nicht per Tastatur, sondern mit einem Stift zu machen. Anders als bei einem PDA funktioniert die Stifteingabe jedoch nicht mit einem Touchscreen sondern über einen Digitizer, der nur zusammen mit dem „aktiven“ Stift des Gerätes funktioniert. So kann man beim Schreiben auch den Handballen auf das Display legen, ohne dabei versehentlich Teile einer Skizze digital wegzuwischen.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Designmodelle bei den Tablets: Das eine sind so genannte Convertibles, also konventionelle Notebooks, deren Display sich aber um 180 Grad drehen und auf die Tastatur klappen lässt, das andere sind reine Tablets (Slates), ohne Tastatur und eingebaute Laufwerke. Für diese gibt es externe Tastaturen und Laufwerke, entweder drahtlos oder zum Anstecken.

Das ist nun nichts grundlegend Neues, Fujitsu Siemens etwa, als momentaner Marktführer in diesem Segment bietet seit über zehn Jahren solche Geräte an. Neu ist sie Integration von entsprechenden Funktionen in das Betriebssystem, wie etwa Stiftbedienung und Handschriftenerkennung. Dazu hat Microsoft allein für die deutsche Version über eine Million Handschriftenproben nehmen lassen, damit der Anwender einfach loslegen kann, und dem Gerät nicht – wie früher oft üblich – erst die eigene Handschrift antrainieren muss. Mit dieser Funktion kann man in jeder Anwendung, überall da wo ein Kursor blinkt, per Stift auf dem Display Daten, Worte oder Zahlen eingeben. Dafür kann man entweder einem eingeblendeten Eingabebereich nutzen oder direkt an der gewünschten Stelle auf dem Display schreiben. Nach einer einstellbaren Zeitspanne übersetzt das System die Eingabe und zeigt sie als Text an, den man üblicherweise tippen würde.

Eine weitere Neuerung in Windows XP Tablet PC Edition ist Windows Journal, ein Programm, das einen virtuellen Schreib- und Malblock zur Verfügung stellt. Auf wählbaren Vorlagen mit Linien, Karos, oder auch als Millimeter-Papier, kann man schreiben, Skizzen anfertigen oder auch Präsentationen vorbereiten, beziehungsweise über einen Projektor direkt an die Wand werfen. Ein Text etwa, der in Windows Journal geschrieben ist, kann einfach in eine E-Mail eingefügt werden, und erscheint dort als „getippter“ Text – auch hier greift die Handschriftenerkennung auf Wunsch ein. Microsoft nennt diese neue Art der Arbeit mit einem Computer „Natural Computing“.

Acer und Toshiba bieten so genannte Convertibles an, die sich in Größe und Preis deutlich unterscheiden. Während das TravelMate C100 von Acer mit einem 10,4-Zoll-Display, Pentium III Prozessor mit 800 MHz und einem Gewicht von 1,4 kg zu einem Preis ab 2500 € zu haben ist, kostet der Portégé 3500 von Toshiba satte 3800 €, dafür bietet das Gerät einen Mobilen Pentium III Prozessor mit 1,3 GHz, wiegt 1,85 kg und ist mit einem 12,1-Zoll-Display ausgestattet.

Von Fujitsu Siemens, HP, Paceblade und Viewsonic hingegen kommen reine Tablets. Fujitsu Siemens bietet unter dem Titel Stylistic ST Tablet PC eine ganze Produktlinie an, die mit dem ST4110 startet. Das Gerät wiegt 1,48 kg, und zwar mit einem 10,4-Zoll-Display und einem Pentium III Prozessor mit 800 MHz. Der Preis soll sich ihm Rahmen der anderen vorgestellten Tablets bewegen, wurde aber nicht konkret benannt, da das Gerät nur im Projektgeschäft verkauft wird.
Der 1,4 kg schwere Compaq Tablet PC von HP hingegen wird ab Anfang nächsten Jahres für etwas über 2000 € im Handel verfügbar sein. Auch hier findet man ein 10,4-Zoll-Display, jedoch keinen Intel-Prozessor. Die Rechenleistung kommt von einem 1 GHz schnellen Transmeta Crusoe Prozessor.

Paceblade verwendet in der neuen Generation des Pacebooks ebenfalls einen Transmeta Crusoe Prozessor, jedoch mit 867 MHz, dafür bietet es ein größeres 12,1-Zoll-Display und wiegt 1,9 kg. Eine Besonderheit des Pacebook Tablet ist, dass es über einen Digitizer und über eine Touchscreen verfügt, womit man beispielsweise auf einer eingeblendeten Tastatur mit den Fingern tippen kann.

Viewsonic schließlich hat mit dem Tablet PC V1100 auch ein so genanntes Slate im Programm, das mit einem 10,4-Zoll-Display und einem Intel 866-MHz-PIII-Mobile-Prozessor ausgestattet ist. Dieses Gerät wiegt 1,54 kg.

Tablet PCs bieten sich überall da als Alternative zum herkömmlichen PC oder Notebook an, wo eine schnelle und einfache Eingabe per Stift der Arbeit mit Tastatur und Maus vorzuziehen ist, etwa im Behandlungszimmer eines Arztes. Auch um, etwa auf einer Baustelle, Daten aufzunehmen, wäre ein Notebook zu unpraktisch, der Tablet PC hingegen kann wie ein Schreibblock in den Händen gehalten werden. Schließlich ist das Lesen von Acrobat-Dokumenten in Zug oder Flugzeug auf einem Tablet PC wesentlich einfacher zu bewerkstelligen als mit einem Notebook.

 

Von Guido Sieber

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