Speichermedien 15.11.2002, 18:22 Uhr

Superflache und formflexible Batterien verdrängen NiCd-Akkus aus Mobilgeräten

Die Kamenzer Ionity entwickelte eine Batterie-Technologie mit einem Polymer-Keramiksystem. Sie wird auf der Electronica in München erstmals vorgeführt.

Das Unternehmen Ionity startete kürzlich die Serienproduktion in einem neu errichteten Werk im sächsischen Kamenz nordöstlich von Dresden. Damit wird zugleich eine neue Technologie bei Lithium-Ionen-Polymer-Batterien eingeführt, deren Marktanteil vor allem bei kleinen Hochleistungsakkus in den letzten beiden Jahren sprunghaft angestiegen ist. Wie Ionity-Vorstand Raimund Norbert Müller-Rau mitteilte, besteht technisch die Möglichkeit, die höchste Energiedichte aller bekannten wiederaufladbaren Batteriesysteme in der Zukunft zu erreichen.
Dem Endgerätenutzer wird mit dem neuen Akkumulator länger als bisher üblich ein hohes und stabiles Energieangebot auf kleinstem Raum und bei sehr geringem Gewicht angeboten. Die Energiedichte liegt nach Herstellerangaben derzeit bei fast 170 Wh/kg. Ein Wert von 180 Wh/kg soll in kurzer Zeit realisierbar sein.
Als besonderer Vorteil gilt die große Flexibilität bei den Formen und Formaten der prismatischen Batterien in der Großserienfertigung. Herstellbar sind individuelle Formate ab einer Dicke von nur 0,4 mm. Damit ist bei Ionity auch eine Umkehr bei der Produktgestaltung möglich. Zukünftig soll das Design des Endproduktes das Design der Batterie bestimmen. Dies wird vor allem für Mobiltelefone, Smartphones, UMTS-Geräte, mobile Laptops und Computer, PDAs und Bluetooth-Anwendungen von Nutzen sein, da die Miniaturisierung höhere Flexibilität in der Form der Komponenten fordert.
Mit zunächst 75 Mitarbeitern begann im September die Serienproduktion und damit der Test bei den Großkunden weltweit. Ab 2003 sollen dann rund 15 Mio. Akkus aus Kamenz geliefert und der Personalbestand auf 130 erweitert werden.
Private Geldgeber und Risikokapitalgeber haben 69 Mio. $ in das neue Unternehmen investiert, beteiligt sind dabei auch Stromversorger wie die Düsseldorfer E.on oder die Berliner Veag. Mit 31 % ist auch die öffentliche Hand über Fördermittel beteiligt. Dies war nach Aussage von Aufsichtsratschef Günter Okon neben dem im Raum Dresden vorhandenen Fachpersonal und der Nähe zu Technologieträgern einer der wichtigen Gründe für die Standortentscheidung. So wurden die neuartigen Akkus, die nach Einschätzung von Ionity-Vorstand Müller-Rau dem Unternehmen mit der Serienreife nunmehr die „technologische Marktführerschaft“ sichern, aus bestehenden BASF- und Emtec-Patenten weiter entwickelt. „Wir haben dazu eine leistungsfähige eigene Entwicklungs- und Forschungsabteilung, die eng mit dem Paul Scherer Institut in der Schweiz zusammen arbeitet“, so Müller-Rau.
Die neuen Akkus auf der Basis moderner Lithium-Ionen-Polymer-Zellen werden bei Ionity anders als bei der Konkurrenz mit einer hauchdünnen Keramik auf Silizium-Oxid-Basis im Inneren ausgestattet, die einen hohen Stromfluss, kurze Ladezeiten und bis 500 Ladezyklen ermöglicht. Der Separator ist nach Einschätzung von Müller-Rau dabei das technologische Kernstück, das die Ionity-Akkus von denen der Mitbewerber abhebt. Die Keramikfolie, die eine extreme Porosität und zugleich einen Polymer-Anteil besitzt, verhindert zudem das sonst gefürchtete Durchbrennen bei einer Überhitzung – sie kann nicht schmelzen. Außerdem liege die Energiedichte mit derzeit 166 Wh/kg laut Müller-Rau am oberen Ende der Konkurrenz und soll weiter deutlich gesteigert werden.
Den Markt für derartige Akkus sieht Ionity wegen der UMTS-Technologie als stark wachsend an. Dazu kommen noch die ab etwa 2005 erwarteten SmartCards mit eigener Stromquelle. Hier will Ionity seinen Technologievorsprung ebenfalls einsetzen, denn die neuen Batterien lassen sich schon heute mit einer Dicke von nur 0,4 mm herstellen. Die Konkurrenz habe hier noch nichts Gleichwertiges, so Müller-Rau.
Wenn die Pläne aufgehen und die Kamenzer ihre Umsatzziele von 33 Mio. $ im nächsten Jahr und 65 Mio. $ in 2004 sowie die Gewinnschwelle erreichen, will Ionity ein zweites Modul für die Fabrik bauen und die Zahl der Mitarbeiter soll sich dann erhöhen. „2005 wollen wir Marktführer in Europa sein und dann auch das japanische Monopol bei der Batterieproduktion gebrochen haben“, versichert Müller-Rau. MANFRED SCHULZE

  • Manfred Schulze

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