Speichermedien 20.04.2001, 17:29 Uhr

Speichertechnik vom Film soll Netzwerke schneller sichern helfen

Sony will seine Kompetenz aus dem Broadcasting-Bereich für schnellere Speichertechniken in der Informationstechnik nutzen. Die hauseigene Digital Tape Format (DTF)-Bandtechnologie übertrifft die derzeit den Markt dominierenden DLT- und LTO-Laufwerke sowohl in punkto Kapazität als auch bei der Datentransferrate um fast das Doppelte.

Schneller, preiswerter, sicher und mit raschen Zugriffzeiten – Sonys digitale Bandtechnologie Digital Tape Format (DTF) verspricht gegenüber den Standardformaten bei Tape-Speichern für die Informationstechnik (IT) eigentlich nur Vorteile. Der Nachteil: Sony bevorzugt einen hauseigenen Standard. Der hat sich im Broadcasting-Geschäft etabliert und soll jetzt Mainframe-Märkte und die Welt der Speichernetzwerke erobern.
„Mit DTF-2 haben wir einen weiteren evolutionären Schritt in der Entwicklung der digitalen Bandtechnologien getan“, meint Werner Heckel, zuständiger Business Manager Storage Solutions bei Sony Europe. Spielten extrem leistungsstarke Datenverarbeitungstechnologien im Audio- und Videobereich bereits in der Vergangenheit eine große Rolle, werden sie nach Ansicht von Heckel heute in zunehmendem Maße in allen EDV-Bereichen benötigt.
Die jetzt vorgestellten, auf Helical-Scan-Technologie basierenden DTF-2 Laufwerke bieten je nach verwendeter Bandkassette eine maximale unkomprimierte Speicherkapazität von 200 GByte, bei Adaptive Lossless Data Compression (ALDC)-Komprimierung sind es 518 GByte.
Die Sony-Bänder liefern doppelte Speichermenge und Übertragungsleistung, verglichen mit den derzeit im SAN-Umfeld führenden Super DLT- und LTO-Bandtechnologien der Konkurrenten Quantum, IBM, Seagate und Hewlett-Packard. Bei der Datenübertragung erreicht DTF-2 kontinuierliche Transferraten von 24 MByte/s (native) und Spitzendatenraten von 40 MByte/s bei Ultra Wide Differential-SCSI sowie 100 MByte/s bei Fibre Channel.
Dennoch – IBM betrachtet die Sony DTF-2 Laufwerke nicht als ernsthaften Mitbewerber. „Im Gegensatz zum offenen und breit akzeptierten LTO-Standard handelt es sich bei DTF-2 um eine proprietäre Nischenlösung“, sagte Dietmar Wendt, Vice President der IBM Storage Systems Group.
Weiterer Nachteil der Sony-Tapes: Die verwendeten Bandkassetten sind von ihren Abmaßen her deutlich größer als vergleichbare DLT- oder LTO-Kassetten und verhindern weitgehend den Einsatz der DTF-2 Bänder in üblichen Tape-Libraries.
Sony verspricht bei den DTF-2 Laufwerken einen schnellen Datenzugriff: Die 1/2-Zoll-Kassetten sind mit einem Telefile-System ausgerüstet, einem Flash Memory in Form eines Labels, das kontaktlos beschrieben und ausgelesen wird. So können, ähnlich wie schon bei Sonys einer Nummer kleineren Advanced Intelligent Tape (AIT)-Bandtechnologie, auch im DTF-2 Format Verzeichnis-Informationen schnell aus dem Memory gelesen werden. Das Band kann damit bereits an die richtige Position gespult werden, bevor es das erste Mal eingefädelt wird.
Auch im Hinblick auf die immer kritischer werdenden Systemausfallzeiten haben sich die Sony-Entwickler einiges Einfallen lassen. Um eine optimale Betriebssicherheit zu gewährleisten, sind die DTF-2 Einheiten mit speziellen, langlebigen Aufnahmeköpfen, einer hoch entwickelten Selbstdiagnose-Funktion und robusten, sehr präzise arbeitenden Transportmechanismen ausgestattet.
Doch nicht nur aufgrund ihrer außergewöhnlichen Leistungswerte, sondern auch wegen des für die kommenden Jahre bereits fest geplanten Entwicklungspfades eignen sich, so Heckel, DTF-2 Laufwerke optimal für eine Vielzahl innovativer Speicherapplikationen – vom Office-Backup bis zu Highend Enterprise-Lösungen.
„Trotz der stetigen Verbesserung der Festplattenspeicher-Technologien, bietet das Bandformat immer noch das beste Preis/Leistungsverhältnis für hochvolumige Speicherlösungen“, erklärt Sony-Manager Heckel. Die Einführung der nächsten Laufwerksgeneration – DTF-3 – mit einer Kapazität von 400 GByte und Datentransferraten von 48 MByte/s ist laut Heckel bereits für das Jahr 2002 avisiert, DTF-4 (800 GByte, 96 MByte/s) soll im Jahr 2005 folgen.
Die physikalischen Grenzen zukünftiger Bandtechnologie sind mit der bestehenden Roadmap nach Angaben der Verantwortlichen noch lange nicht ausgereizt. Sony treibt seine Forschungsaktivitäten kontinuierlich voran, wie ein blick auf die 8 mm Midrange AIT-Bandlaufwerke zeigt.
Ein neu entwickelter Giant MagnetoResistive (GMR)-Schreib/Lesekopf soll es nach Angaben von Sony ermöglichen, die Kapazität aktueller AIT-2 Laufwerke um den Faktor 20 von 50 GByte auf dann 1 TByte zu erweitern. Spätestens im Jahre 2004 soll der neue GMR-Kopf kommerziell einsetzbar sein. SIEGFRIED DANNEHL

Von Siegfried Dannehl
Von Siegfried Dannehl

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