Marktanalyse von Gartner 16.12.2014, 14:15 Uhr

Samsung verliert 25 Prozent Marktanteile bei Smartphones

Der Platzhirsch unter den Smartphoneherstellern bekommt kalte Hufe: Samsung hat innerhalb eines Jahres knapp 25 Prozent seines Marktanteils eingebüßt. Das zeigt eine Marktanalyse von Gartner, die gleichzeitig den starken Wachstumskurs eines chinesischen Underdogs aufzeigt. 

301 Millionen Smartphones haben Hersteller weltweit im dritten Quartal 2014 ausgeliefert – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Samsungs Stück an diesem Kuchen wird jedoch immer kleiner. 

301 Millionen Smartphones haben Hersteller weltweit im dritten Quartal 2014 ausgeliefert – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Samsungs Stück an diesem Kuchen wird jedoch immer kleiner. 

Foto: Jeon Heon-Kyun/dpa

Die Zahlen des US-Marktforschungsunternehmens Gartner sprechen eine klare Sprache, die für Samsung wahrscheinlich wenig weihnachtlich klingt: Auf dem weltweiten Smartphonemarkt ist der Anteil des südkoreanischen Herstellers im letzten Jahr um knapp 25 Prozent gesunken – von 32,1 Prozent auf 24,4 Prozent.

Auch Samsungs Verkaufszahlen befinden sich im Fall. Im dritten Quartal 2013 verkaufte der IT-Riese knapp 80 Millionen Smartphones, im dritten Quartal 2014 waren es noch knapp 73 Millionen. Einziges Trostpflaster: Kein anderer Hersteller setzt vergleichbar viele Geräte ab. Auf Platz zwei der Gartner-Liste landet Apple mit knapp 38 Millionen verkaufter iPhones.

Apple und Huawei sind auf Wachstumskurs

Apple befindet sich auf Wachstumskurs: Der Marktanteil erhöhte sich um 12,1 auf 12,7 Prozent. Freuen kann sich auch der chinesische Hersteller Huawei, der seinen Anteil von 4,7 auf 5,3 Prozent steigern konnte. Mit 15,9 Millionen verkaufter Smartphones landet er auf Platz drei.

Platz fünf belegt Lenovo. Das chinesische Unternehmen verkaufte im Vorjahresquartal 12,8 Millionen Smartphones, im dritten Quartal 2014 schon 15 Millionen Geräte. Und auf Platz vier? Da landete ein Kandidat, auf den die Wirtschaftswelt mehr denn je ein Auge wirft.

Chinesischer Hersteller Xiaomi streckt sich Richtung Smartphone-Krone

Die Rede ist von Xiaomi. Der chinesische Hersteller verkaufte im Vorjahresquartal 3,6 Millionen Smartphones, im dritten Quartal 2014 waren es sagenhafte 15,7 Millionen. Der Marktanteil stieg von 1,5 auf 5,2 Prozent. Dabei hat Xiaomi 2013 bei einem Umsatz von 4,3 Milliarden Dollar lediglich 56 Millionen Dollar Gewinn gemacht. „Sie wachsen so schnell und schlank, dass es mich nicht überrascht hätte, wenn sie Geld verbrennen würden“, erklärte Forrester-Analyst Bryan Wang der Nachrichtenagentur Reuters.

Zum Vergleich: Samsung erzielte mit Smartphones im letzten Geschäftsquartal einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar.

Samsung steht trotz sinkender Absatzzahlen auf Platz Eins der Gartner-Liste. Am meisten Bewegung auf dem Markt verursacht der chinesische Hersteller Xiaomi mit seinem rasanten Wachstumskurs. 

Samsung steht trotz sinkender Absatzzahlen auf Platz Eins der Gartner-Liste. Am meisten Bewegung auf dem Markt verursacht der chinesische Hersteller Xiaomi mit seinem rasanten Wachstumskurs. 

Quelle: Gartner (Dezember 2014)

Xiaomis dünne Marge und die Preispolitik wirke sich laut Wang auf den gesamten Markt aus: „Jedes Unternehmen versucht, dem Xiaomi-Preis gleichzukommen. Der Markt ist derzeit so umkämpft, ich glaube nicht, dass er langfristig ohne Konsolidierung auskommt.“ In Deutschland kostet das Xiaomi Mi4 rund 300 Euro – ein Schnäppchen im Vergleich zum iPhone 6, für das Kunden mehr als das Doppelte hinlegen müssen.

Betriebssystem Android weiterhin unbesiegbar

Gartner hat auch die Verteilung der Betriebssysteme untersucht: Hier ist Googles Android mit 82 Prozent Marktanteil ungeschlagener König, dahinter folgt Apples iOS mit 13 Prozent. Beide konnten ihre Führung ausbauen – auf Kosten von Microsofts Windows Phone und Blackberry OS. Der Marktanteil von Windows Phone sank von 3,6 Prozent auf drei Prozent, der Anteil von Blackberry OS von 1,8 auf 0,8 Prozent.

Alle Hersteller zusammen haben im dritten Quartal dieses Jahres übrigens 301 Millionen Smartphones ausgeliefert. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

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