Datenschutz 10.02.2012, 12:01 Uhr

Safer Internet Day: Sicherheit von Smartphones Thema Nr. 1

26 % der Bundesbürger haben ein internetfähiges Mobiltelefon im Einsatz, das hat eine Studie des Bundesverbraucherministeriums zum „Safer Internet Day“ ergeben. Genauso hoch ist der Anteil der User, die sich Sorgen um die Sicherheit mobiler Anwendungen machen.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und der Präsident des Hightechverbands Bitkom, Dieter Kempf, haben am Dienstag die Notwendigkeit der Datensicherheit beim mobilen Internet hervorgehoben. 58 % der unter 30-Jährigen nutzten hierzulande Smartphones, in der gesamten Bevölkerung seien es 26 %, sagte Aigner unter Verweis auf eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag ihres Hauses auf einer Konferenz zum „Safer Internet Day“ in Berlin. Genauso viele der Befragten sorgten sich aber auch um die Sicherheit mobiler Anwendungen.

82 % der Bundesbürger fühlen sich von App-Anbietern nicht ausreichend über die Verwendung ihrer persönlichen Daten informiert, führte die CSU-Politikerin aus. 36 % der Befragten störe es, dass Smartphones über die Abfrage von Geoinformationsdaten jederzeit ihren Aufenthaltsort feststellen könnten.

Aigner rät derzeit vom Online-Banking mit Smartphones ab

„Verbraucher müssen sich mühselig durchklicken, bis sie die Ortung deaktivieren können“, kritisierte die Ministerin. Auch Grundvorgaben für den Browser seien im mobilen Netz schwierig zu ändern. Aigner appellierte daher an die Hersteller, Voreinstellungen datenschutzfreundlich zu gestalten. Generell müssten die Sicherheitsvorkehrungen mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones Schritt halten. Noch seien diese niedriger als im Festnetz, obwohl auf den Geräten sehr persönliche Informationen gespeichert würden. Sie persönlich sehe derzeit von Bankgeschäften übers Mobiltelefon ab.

Generell bergen die Internethandys Aigner zufolge zusätzliche Risiken. So tappe man damit etwa leichter in Kostenfallen. Dieser Bedrohung wolle der Gesetzgeber mit zwei laufenden Gesetzgebungsverfahren vorbauen.

Ausdrücklich unterstützte die Verbraucheradvokatin den neuen Vorstoß aus Brüssel für eine europäische Datenschutzverordnung. Sie begrüßte vor allem die geplante Stärkung der Pflicht zur Einwilligung der Nutzer in die Verwendung ihrer personenbezogenen Informationen durch Unternehmen. Zu weit gehen ihr die geplanten Löschungsrechte Betroffener. Verlage oder Blogger dürften nicht dazu verpflichtet werden, „Artikel auf Klage eines Einzelnen herausnehmen zu müssen“. Die Meinungs- und Pressefreiheit sei zu wahren.

Bitkom-Chef: Datenschutz darf bei Smartphones nicht zu kurz kommen

Bitkom-Chef Kempf unterstrich ebenfalls, dass auf Smartphones und Tablet-PCs der Datenschutz nicht zu kurz kommen dürfe. Als Hilfsmittel sieht er aber vor allem die Aufklärung der Nutzer als geeignet. Eine Umfrage bei über 1000 Verbrauchern und Führungskräften im Auftrag der Branchenvereinigung habe ergeben, dass drei Viertel der Onliner Inhalte teilen wollten. Vier von fünf hätten ein persönliches Profil im Web. Andererseits fühlten sich fast 60 % mehr oder weniger unsicher im Netz. 30 % der Befragten läsen Datenschutzerklärungen nie, da diese schwer verständlich seien. Die Wirtschaft müsse sich hier transparenter zeigen und leicht verständliche Frage-Antwort-Listen zur Nutzung persönlicher Informationen abrufbar halten.

Parallel betonte Kempf, dass der Datenschutz bei 41 % der befragten Unternehmen in der Geschäftsführung verankert sei. Genauso oft arbeiteten Firmen auf freiwilliger Basis in puncto Sicherheit mit Behörden zusammen, in der vom Bitkom vertretenen Branche täten dies sogar 68 %. In Richtung EU warnte Kempf davor, „dass jeder Schritt der Datenverarbeitung zustimmungspflichtig wird“. Onlinedienste könnten sonst nicht mehr attraktiv sein, Innovationen würden behindert. Wieland Holfelder, Leitender Ingenieur bei Google, hatte trotz dieser Ansage einen schweren Stand, das Motto des Internetkonzerns „Don“t be evil“ glaubhaft zu vertreten. In die Schusslinie geriet vor allem die neue Datenschutzlinie der Kalifornier, mit der sie Nutzerinformationen erstmals über alle ihre Dienste und Systeme wie Suche, E-Mail, Android oder Google Plus zusammenführen wollen.

EU Kids Online-Studie: Jeder dritte Jugendliche ist in sozialen Netzwerken aktiv

Die EU-Kommission verwies derweil auf Erkenntnisse des Forschungsverbunds „EU Kids Online“. Demnach haben 77 % der 13- bis 16-jährigen und 38 % der Neun- bis Zwölfjährigen Internetnutzer eigenen Angaben zufolge ein Profil bei einem sozialen Netzwerk. Nicht immer verfügten die Vertreter dieser Altersgruppen bereits über die Fähigkeiten, um mit diesen Onlineerlebnissen umzugehen. So hätten 12 % der Neun- bis 16-Jährigen erklärt, dass sie einzelne Inhalte verstört oder erschreckt hätten.

Die Leiterin des Projekts, Sonia Livingstone von der London School of Economics, hatte den Tipp parat, dass Eltern stärker mit ihren Kindern über das Internet sprechen und sie ermutigen sollten, „es selbstständig zu erkunden“. Für den Fall negativer Erlebnisse sei es ratsam, „in der Nähe zu bleiben“. So könnten am ehesten Onlinerisiken verringert werden, ohne dabei die positiven Erfahrungsmöglichkeiten des Netzes zu beschneiden. Die Untersuchung zeigt auch, dass bislang weniger als ein Drittel der befragten Eltern Filtersoftware zum Kinder- und Jugendschutz einsetzt.

 

 

Ein Beitrag von:

  • Stefan Krempl

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