Hardware 01.07.2005, 18:39 Uhr

Robuste Mobilrechner trotzen Schmutz und Feuchtigkeit

Ob ADAC-Straßenwachtfahrer oder Lufthansa-Servicetechniker – sie alle brauchen Notebooks, die auch in rauer Umgebung zuverlässig arbeiten. Solche „Rugged Notebooks“ sind ein kleiner, aber feiner Markt, dem auch in Zukunft gute Wachstumsaussichten eingeräumt werden.

Markus Raimund, bei der Lufthansa Technik AG in Frankfurt zuständig für die technische Dokumentation der Arbeiten an den Flugzeugen, weiß: „Im Hangar wird unter anderem mit Öl und Schmiere gearbeitet, die zum Beispiel die Tastatur eines normalen Laptops bereits nach wenigen Tagen unlesbar machten.“ Auf den umständlichen Einsatz von Papierformularen für die Dokumentation der Wartungsvorgänge verzichtet Lufthansa Technik schon seit Jahren. Stattdessen nutzen die Techniker einen Itronix-Laptop, der speziell für die Arbeitsverhältnisse in der Halle ausgelegt ist. „Es ist viel effektiver, die entscheidende Information im PC zu finden als auf einem Mikrofilm oder gar in einem Nachschlagewerk aus Papier suchen zu müssen“, beschreibt Raimund die Vorteile des Laptop-Einsatzes für die Techniker. Hinzu kommt, dass ein Update der Informationen heute in wenigen Minuten verfügbar gemacht werden kann mit Papier dauerte dieser Vorgang mehrere Tage.

Die Anforderungen an die von den Technikern genutzten Laptops sind deutlich höher als für einen Schreibtischrechner, der im Extremfall in einer sicheren Aktentasche zum nächsten Einsatzort getragen wird. Zusätzlich zu Schmutz und Staub muss der Werkstatt-Laptop starke Erschütterungen und Vibrationen aushalten, bei denen die Festplatte und andere Komponenten eines normalen Büro-Laptops oder die Komponenten eines eleganten Smartphones sehr schnell zerstört werden können.

Weltmarktführer bei den „Rugged Notebooks“ ist Panasonic. Hier hat man sich, so Hide Harada, General Manager des internationalen Geschäfts mit IT-Produkten, schon frühzeitig auf dieses Segment spezialisiert: „Wir können nicht mit Herstellern in einen Preiskampf eintreten, die preiswerte Komponenten aus Taiwan verbauen oder in China fertigen.“ Vielmehr setze man auf die Qualität der immer wieder auf Herz und Nieren getesteten eigenen Produkte, deren Komponenten zu weit über 70 % aus dem eigenen Konzern kommen. Das Produktspektrum, das Panasonic unter dem Markennamen Toughbook anbietet, reicht vom „Semi-Rugged“ Subnotebook für den harten Geschäftseinsatz bis hin zu den auch härtesten Ansprüchen genügenden Modellen für den Einsatz bei industrieunternehmen, Behörden und beim Militär.

Auch Hersteller wie der Weltmarkt-zweite Itronix, aber auch Internmec, Höft & Wessel und Symbol bedienen die Ansprüche der Kunden, die in rauen Umgebungen arbeiten, inzwischen mit einer breit gefächerten Auswahl an Rechnertypen: Der Handheld für den Schaffner ist heute ebenso eine Selbstverständlichkeit wie das Notepad für den Messtechniker im Feld oder auch der Laptop in der Werkstatt.

„Grundsätzlich ist der Aufbau eines robusten und wirklich mobilen Gerätes eine schwierige Angelegenheit, bei der sehr gegensätzliche Ansprüche umgesetzt werden müssen“, erklärt Jörg Sczesny, Geschäftsführer der Itronix GmbH in Frankfurt. Zum einen müssen die Komponenten durch ein stabiles Gehäuse vor äußeren Einwirkungen wie Sturz, Schlag, Vibration und Feuchtigkeit geschützt werden, zum anderen darf das Gewicht die Mobilität der Nutzer nicht einschränken.

Im Panasonic-Hauptquartier in Osaka sieht man das Differenzierungspotenzial zwischen den Polen „Robustheit“, Mobilität und drahtloser Konnektivität. Praktisch jedes Detail eines solchen Toughbook wird spezifisch auf den jeweiligen Anwendungsfall optimiert. Harada: „Wir sind der einzige große Notebookhersteller, der keinerlei OEM-Teile verbaut.“ Da entstehen dann so wesentliche Details, wie das nach oben zu öffnende DVD-Laufwerk in einem Business-Toughbook oder die ausgefeilten Schutzmechanismen der für besonders raue Umgebung entwickelten Produktreihen.

„Untersuchungen zeigen“, so Harada, „dass 80 % aller Schäden an Notebooks auf lediglich vier Komponenten zurückzuführen sind.“ Nämlich das Display, das Gehäuse, die Tastatur und die Festplatte. Gleichzeitig, so ist der Manager sicher, unterschätzen immer noch viele Firmen die Kosten, die durch den Ausfall eines mobilen Rechners entstehen. „Die reinen Reparaturkosten machen nämlich nur 28 % der Gesamtkosten aus, da z. B. auch Ersatzgeräte vorgehalten werden müssen und zeitraubend Daten gesichert und wiederhergestellt werden müssen.“

In Rugged Notebooks eingesetzte Festplatten sind durch eine spezielle Lagerung gegen Schock gesichert. Schmutz, Spritzwasser oder auch eine unsanfte Behandlung halten die Rechner dabei noch am ehesten aus. Dagegen schützen die Hersteller die Geräte mit Dichtungen und einem stabilen Gerätegehäuse.

Die wahren Bedrohungen sind nach Erfahrung von Itronix-Geschäftsführer Szcesny schnelle und starke Temperaturwechsel. Dabei kann Kondensfeuchtigkeit im Gerät entstehen, die der empfindlichen Elektronik schadet. Um den Einsatzbereich auch bei niedrigen Temperaturen zu erhöhen, stattet Panasonic einige Toughbook-Modelle mit einer Festplattenheizung aus.

In Sachen Technikausstattung können sich die robusten Rechner durchaus mit ihren eleganteren Verwandten in der Büroumgebung vergleichen. Sowohl Panasonic als auch die anderen Anbieter statten die Rechner mit leistungsfähigen Prozessoren und Kommunikationsfähigkeiten nach dem Stand der Technik aus. Besonders stolz ist man bei Panasonic auf die sehr lichtstarken Displays, die für die Benutzung der Toughbooks im Freien besonders geeignet sind. DOW/JDB

Raue Fakten

– „Rugged“ oder „Ruggedized“ heißen Rechner, die für raue oder gefährliche Umgebungsbedingungen entwickelt wurden. (engl. rugged = rau, wild)

– Verschiedene Standards der EU bzw. des US-Militärs schreiben z. B. Falltests in verschiedenen Winkeln oder Beregnungstests bis zu 12h Dauer vor.

– 80 % der Ausfälle „normaler“ Rechner sind auf nur vier Komponenten zurückzuführen: Display, Gehäuse, Tastatur und Festplatte. jdb

Von Dow/Jens D. Billerbeck
Von Dow/Jens D. Billerbeck

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