Messen 01.04.2005, 18:37 Uhr

Roboter erhalten die Lust an Natur und Technik  

„Weisheit der Natur“, so das Motto, oder nur Nippons Leistungsschau? Inzwischen haben sich japanische Umweltschutzorganisationen von der Expo distanziert, weil sie nicht halte, was ihr Leitbild vorgibt. Die Besucher kümmerts wenig. Sie kommen eher wegen putziger Roboter anstatt sich mit Ökotechnik für Verkehr, Energie und Entsorgung auseinanderzusetzen.

Auch das Marketing konnte die Natur nicht ändern: Schwierig waren die Anlaufbedingungen am 25. März zur Weltausstellung 2005 in Nagoya, in der mitteljapanischen Präfektur Aichi: Stürmischer Wind, eisige Temperaturen und Schneeflocken. Der unerwartete Kälteeinbruch hielt allerdings die neugierigen Besucherscharen – im Wesentlichen aus dem Inland – nicht davon ab, vor dem Eingang der Expo auf dem Nagakute-Gelände geduldig anzustehen. Es liegt am Expressway von Osaka über Kyoto noch Tokio in einer Wald- und Seenlandschaft.

Zur ersten Weltausstellung des neuen Jahrhunderts, die ein halbes Jahr bis zum 25. September dauert, könnten 15 Mio. Besucher aus dem Ausland kommen, vor allem aus dem benachbarten Südkorea, Taiwan und China. Damit liegen die heutigen Schätzungen deutlich unter den ursprünglichen Planungen von 40 Mio. Besuchern während der Planungsphase der Expo in den achtziger Jahren.

Damals ging auch die Expo in Hannover für 2000 von solchen Zahlen aus, die sich aber in der Realität auf 14 Millionen reduzierten, was das Defizit der Expo-Hannover verursachte. Zur Expo-Nagoya kamen jedenfalls schon am ersten Tag 30 000 Besucher.

„Wir sind um fünf Uhr morgens aufgestanden, um frühzeitig hier zu sein ¿, klagt der Japaner Makoto Yoshii, der mit seiner Familie aus dem nahen Nagoya angereist war. „Uns interessieren vor allem das auf 18 000 Jahre geschätzte Mammut aus Sibirien und die putzigen Roboter.¿

Die Veranstalter meinen, dass die Kälte vielleicht sogar ein Segen war. Denn zuvor wurde immer wieder Kritik laut, dass die Weltausstellung nicht ausreichend für die riesigen Besucherscharen vorbereitet wäre. Noch vor einer Woche hieß es, dass extrem scharfe Sicherheitsvorkehrungen das größte Hindernis seien.

„Ich finde das albern. Um auf die Ausstellung zu kommen, muss ich meine Tasche auspacken, als ob ich eine Reise ins Ausland antrete und durch die Gepäckkontrolle und den Zoll muss¿, sagt Mizuki Goto aus Tokio, die mit ihrer Tochter für zwei Tage nach Nagoya gereist war, um die Weltausstellung zu erleben. Sie bildet damit eine Ausnahme.

Aus einer jüngsten Umfrage in der japanischen Hauptstadt ging hervor, dass die Hälfte der Befragten nicht einmal etwas von der Expo wussten. Befragte in Osaka, die von der Ausstellung wussten, bezweifelten zumindest bis vor kurzem noch, dass sie die Expo überhaupt besuchen würden, weil sie den Sinn darin nicht ganz sehen.

„Ich halte Expos dieser Art nicht mehr für zeitgemäß. Viele Japaner reisen jedes Jahr ins Ausland und lernen andere Kulturen kennen. Kinder lernen heute vieles über einfachen Mausklick im Internet,¿ meint Kentaro Yoshida, Student an der Waseda Universität in Tokio.

Die Expo in Nagoya hat das Motto „Die Weisheit der Natur¿ und soll nach Aussagen des Expo-Chefs, Toshio Nakamura, Denkanstöße für umweltfreundliche Technologien liefern.

Doch aus dem Reigen japanischer Naturschützer wird beträchtliche Skepsis laut. Die Nature Conservation Society of Japan, WWF Japan und die Wild Bird Society of Japan (die drei wichtigsten Umweltschutzorganisationen in Japan) haben sich von der gesamten Expo distanziert.

Kritisiert wird an der Ausstellung das halbherzige Engagement in Bezug auf Umweltschutzprobleme wie Energiegewinnung und Erderwärmung. Auch wenn die Veranstalter große Zugeständnisse an die Naturschützer machen mussten, wurden Teile eines Waldes für das Ausstellungsgelände geopfert. Auch ein öffentlicher Park wurde dafür planiert. B. ODRICH/Käm

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