Autotest 07.05.2010, 19:46 Uhr

Rassige Sportwagen erfüllen Träume

Porsche 911 Turbo – Audi R8 5.2 FSI. Sportwagen sind Traumautos und Hightechprodukte. Zu ihren Bewunderern zählen viele, einige können und wollen sich den Traum erfüllen. Im kleinen und feinen Segment der Sportwagen beansprucht Porsche mit dem Erfolgsmodell 911 Turbo weiterhin die Spitze. Audi hält mit dem auffallenden R8 Coupé dagegen.

Nicht nur kleine Jungs schwärmen von Sportwagen. In ihrer überschaubaren Schar zählen auch Newcomer. So der Audi R8, der wie der Porsche 911 Turbo ein „Objekt der Begierde“ ist. Zwar fahren beide Renner mit Allradantrieb, doch konzeptionell sind der 911 Turbo und das R8 Coupé grundverschieden: Porsche schwört beim Altmeister 911 auf die Heckmotor-, Audi beim R8 auf die Mittelmotoranordnung.

Im 911 Turbo wurden die sechs Zylinder des 3,8-l-Boxer durch Aufladung scharfgemacht. Der V10-Saugmotor des R8 holt sein Pfeffer aus 5,2 l Hubraum – beides sind Benzindirekteinspritzer. Bleibt zu fragen: Hat der Top-Elfer nach seiner jüngsten technischen Modifizierung wieder die Führungsrolle unter den Sportwagen aus deutscher Produktion übernommen?

Schon optisch unterscheiden sich beide Hochleistungssportwagen deutlich voneinander. Der Audi R8 wirkt nicht nur noch flacher, geduckter als der Porsche 911 Turbo, er ist es auch. Nicht zuletzt trägt die Fahrzeugbreite zu diesem Eindruck bei: Der Audi ist bei annähernd gleicher Länge 78 mm breiter als der Elfer, auch in der Höhe unterbietet er ihn um 48 mm. Die „flache Flunder“ erinnert daher mehr an ähnlich hochkarätige „Brachialos“ von Ferrari bis Lamborghini.

Die wilden Gene des Lamborghini Gallardo sind mehrfach im R8 zu finden. So stammen der 5,2-l-V10 und das sequentielle Getriebe von der zu Audi gehörenden legendären Sportwagenmarke. Der V10 leistet 386 kW und wuchtet bullige 530 Nm auf die Kurbelwelle, davon 80 % bereits knapp über Standgas – mit charakteristischem Klang, laut, aber doch verhaltend brüllend. Der von Porsche neu eingesetzte 3,8-l-Sechszylinderboxer leistet 368 kW. Auf dem Papier also ein bisschen weniger als der V10, aber das gleicht der Boxer mit dem höheren max. Drehmoment von 650 Nm (bei 1950 min-1) wieder aus.

Die brachiale Krafterzeugung unterstützen zwei Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) und die verbesserte Kraftverteilung des Allradsystems gewährleistet, die Kraftentfaltung optimal auf die Straße zu bringen. Um die Leistung des 911 Turbo komplett auszunutzen, empfiehlt sich das optionale 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe von Porsche (3915 €). Wer dann per „Launch-Control“ den Boxer fordert, wird ohne Traktionsverlust in 3,3 s von 0 auf 100 km/h katapultiert. Dieser Messwert für den Rennstart ist konkurrenzlos: Kein Fahrer, nicht einmal ein Profi, schafft es mittels Kuppeln und Schalten diese Zeit zu erreichen.

Der R8 mit sequentiellem 6-Gang-Schaltgetriebe „R tronic“ ist nur 0,6 s hinterher, seine 3,9 s sind für den Prestige-Sprint klassenüblich. Die Faszination kommt nicht zu kurz. Entsprechendes gilt für die Elastizitätswerte.

Der V10 dreht explosiv bis zur Drehzahlgrenze hoch. Trotzdem absolviert der 911 Turbo die Sprints etwas schneller. Recht unbedeutend im heutigen Verkehrsalltag sind die Höchstgeschwindigkeiten, da hat der R8 mit 316 km/h die Nase knapp vorn.

Beim Verbrauch punktet der Porsche 911 Turbo: Auf den Testfahrten wurden je 100 km durchschnittlich 12,7 l ermittelt, das sind 1,2 l weniger als beim Audi R8. Neben dem etwas geringeren Gewicht des Elfers dürfte sich der lange 7. Gang des PDK-Direktschaltgetriebes positiv auf den Spritkonsum auswirken.

Mit beiden Sportwagen ist Mann und Frau im Fahralltag problemlos unterwegs. Die Zeit der nervös-überzüchteten Spezies in diesem Segment ist längst vorbei. Allerdings tragen tiefe Sitzposition und Breite nicht gerade zur Alltagstauglichkeit bei, auch für den Großeinkauf im Supermarkt taugen sie wenig, denn das Gepäckraumvolumen ist mehr als bescheiden.

Der Porsche fasst 105 l, der Audi noch 5 l weniger. Im R8 befindet sich ein zusätzlicher Stauraum mit Sicherungsnetz hinter den Vordersitzen. Keine Schwächen zeigen beide hinsichtlich der konturierten Sitze. Die von Porsche lassen sich jetzt den Rückenmaßen von Fahrer und Beifahrer entsprechend exakt anpassen.

Beim Fahrverhalten setzt Porsche auf „Rückmeldung“, d. h. das Lenkrad vermittelt alle Informationen, die der Fahrer zum schnellen Fahren braucht. Das hat sich seit Jahrzehnten bewährt und das wollen die Kunden. Das Motorgewicht im Heck wirkt sich in schnellen Kurven bei Lastwechsel schon mal aus, indem es nach außen drängt. Aber dennoch war der 911 Turbo verdammt schnell auf der rasanten Fahrt durch die Pylonen auf abgesperrter Strecke – das macht ihm so schnell keiner nach.

Keine Frage, das R8-Fahrwerk ist jeder Herausforderung gewachsen. Allradantrieb und Antischleudersystem ESP meistern souverän jede Situation nur bei abgeschaltetem ESP wird der R8 giftiger, lässt sich sogar mit dem Gaspedal lenken und schwenkt beim Vortrieb im Grenzbereich mit dem Hinterteil aus. Der R8 reagiert feinfühlig, wie es sich für ein solches Auto gehört. Nur die etwas zu langen Schaltzeiten passen auf der Rennstrecke nicht ganz zum Auftritt. Dagegen können die R8-Dämpfer straff für die Rundstrecke und komfortabel für die Autobahn eingestellt werden.

Sportwagen dieser Kategorie haben ihren Preis – und ihre Käufer. Der Porsche 911 Turbo kostet 152 642,10 €, einschließlich des Doppelkupplungsgetriebes (3915,10 €), das Audi R8 Coupé 5.2 FSI quattro R tronic 151 800 € – wenn, wie hier, die Basisversion genügt. Sonderwünsche kosten extra, z. B. knapp 9000 € für Keramikbremsen bei beiden Sportwagen. INGO REUSS/WOP

Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester

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