PC-Markt 20.01.2012, 12:01 Uhr

PC-Hersteller hoffen auf Ultrabooks

Alle warten auf die Ultrabooks. Die neue Kategorie ultraflacher, leichter Notebooks soll dem schwächelnden PC-Markt auf die Sprünge helfen. Doch richtig durchstarten, da sind sich die Auguren einig, wird das Konzept erst, wenn Windows 8 als Betriebssystem zur Verfügung steht. 2011 dümpelte der PC-Weltmarkt mit 0,5 % Wachstum vor sich hin.

Das vierte Quartal 2011 brachte die Trendwende: Der Absatz mit PCs brach weltweit um 1,4 % ein. Damit blieb für das Gesamtjahr 2011 nur noch ein Stückzahlwachstum von 0,5 %. Das belegen die jüngsten Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner.

„Die kontinuierlich schwache Nachfrage der privaten Konsumenten hat ein schwaches Weihnachtsquartal gebracht“, urteilt Mikako Kitagawa, Chefanalyst bei Gartner. In Europa hätten die wirtschaftlichen Turbulenzen zur Kaufzurückhaltung der Verbraucher geführt. In den USA, so Kitagawa, hätten die Erwartungen einer leichten wirtschaftlichen Erholung nicht ausgereicht, um die private Nachfrage zu stimulieren. Negativ wirkt sich derzeit zudem der Siegeszug von Smartphones und Tablet-PCs aus, die bei Gartner nicht zum PC-Segment gezählt werden. Allein die Tablet-Verkäufe summierten sich bis Ende des dritten Quartals nach Untersuchungen von Digitimes Research auf weltweit fast 43 Mio. Stück. Natürlich ersetzt nicht jeder Tablet einen „echten“ PC, aber dass die verkauften Stückzahlen dadurch unter Druck geraten, ist klar.

PC-Hersteller: HP bleibt trotz Einbußen weiterhin Marktführer

Ganz unterschiedlich haben sich allerdings im Jahr 2011 die einzelnen Anbieter entwickelt. Etwas überraschend hält HP seine Position als Nummer eins, wenn auch mit einem deutlichen Rückgang bei der Zahl der ausgelieferten Rechner von 3,7 %. Doch schon auf dem zweiten Platz zeigt sich ein deutlicher Gewinner: Der chinesische Hersteller Lenovo – der vor Jahren IBMs PC-Geschäft übernommen hatte – legte in Stückzahlen um 19,7 % zu und liegt jetzt deutlich vor dem US-Anbieter Dell, der auf dem dritten Platz blieb.

Großer Verlierer des Jahres 2011 ist der taiwanische Anbieter Acer: Reichte es 2010 noch für einen weltweiten zweiten Platz, rutschte das Unternehmen nun im Ranking auf Platz vier. Hier mag die Abhängigkeit vom Privatkundengeschäft ausschlaggebend gewesen sein, aber auch interne Probleme, die u. a. zu mehreren Wechseln auf diversen Managementebenen geführt haben.

Taiwanesische PC-Hersteller brillieren mit extrem leichten Ultrabooks

Auf der gerade zu Ende gegangenen Consumer Electronics Show CES brillierten die Taiwaner aber mit dem – nach eigenen Angaben – derzeit dünnsten Notebook, einem der ersten Vertreter der neuen Ultrabooks. Diese Kategorie wurde im Jahr 2011 „schleichend im Weihnachtsquartal eingeführt“, wie Gartner-Analyst Kitagawa sagt. Sein Fazit ist ernüchternd: „Die Ultrabooks scheinen die Verbraucher noch nicht zu begeistern. Nur wenige sind bereit, die Preisaufschläge für diese neuen Modelle zu zahlen.“

Trotzdem war auf der CES das Interesse an den Ultrabooks groß. Definiert, was sich Ultrabook nennen darf, hat ein wichtiger Player im klassischen PC-Markt: Chip-Weltmarktführer Intel. Weil die Kalifornier derzeit in Tablets und Smartphones mit ihren Prozessoren so gut wie gar nicht vertreten sind, sann man auf Abhilfe, wie dem PC neues Leben einzuhauchen sei. Mit den Ultrabooks zielt man nun auf ein Segment, das bisher von Apples MacBook Air fast konkurrenzlos dominiert wurde.

Stylige, schlanke Notebooks mit langer Akkulaufzeit und dank moderner Festplatten-Alternativen mit Flash-Speicherchips, den sogenannten Solid-State-Drives (SSD), auch besonders schnell beim Systemstart.

Zahlreiche PC-Hersteller haben eigene Ultrabooks angekündigt

Etliche Hersteller haben mittlerweile Ultrabooks angekündigt, und Gartners Forschungsdirektor Ranjit Atwal ist sicher, dass die meisten Anbieter sich 2012 hier weiter engagieren werden. Doch es fehlt derzeit nach Ansicht vieler Marktbeobachter an einer ganz entscheidenden Komponente: das Betriebssystem Win-
dows 8 mit seiner neuen, auf Touch-Bedienung spezialisierten Oberfläche. Wenn Windows 8 tatsächlich 2012 erscheinen sollte, könnte das den Ultrabooks – und damit dem PC-Markt – entscheidende Impulse geben. Doch erst mal wird Windows 8 im Februar in den Beta-Test gehen. Die Devise heißt also abwarten.

Ein Beitrag von:

  • Jens D. Billerbeck

    Jens D. Billerbeck

    Leiter Content Management im VDI Verlag. Studierte Elektrotechnik in Duisburg und arbeitet seit seiner Schulzeit jounalistisch. Nach Volontariat und Studienabschluss Redakteur der VDI nachrichten u. a. für Mikroelektronik, Hard- und Software, digitale Medien und mehr.

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