Displays 04.04.2003, 18:24 Uhr

OLEDs – Besser klein als gar nicht

Phosphoreszierende OLEDs sind die Spezialität der Universal Display Corporation (UDC) in Ewing, New Jersey – gleich um die Ecke zur Princeton University. Janice Mahon, Vice President of Technology Commercialization, erläuterte den VDI nachrichten, wie sie es noch 2003 zu marktreifen Panels bringen will.

Geben und Nehmen – „das ist unser Geschäftsmodell“, erläutert Janice Mahon, Vice President of Technology Commercialization: „Wir entwickeln Materialien und Fertigungstechnologien und lizenzieren sie an unsere Partner.“
Und umgekehrt. UDCs Position im Display-Geschäft: forschungsnahe Entwicklung von OLEDs und ihrer Fertigungsprozesse per Patentaustausch mit Firmen und akademischen Institutionen. Im Adressbuch von UDC finden sich unter anderem Samsung, Sony, PPG, Aixtron, Motorola und die University of Southern California in Los Angeles.
Mit Motorola als Investor funktioniert das Modell seit Jahren. „Wir gehören zum Motorola-Portfolio.“ Allerdings, betont Mahon, ohne Lenkung und Kontrolle. Seit Dezember 2002 ziert ein weiterer bekannter Name UDCs Klingelschild: der 200 Jahre alte Mischkonzern DuPont, Urgestein amerikanischer Industriekultur – und neben Kodak einer der Überväter der OLED-Displays.
„Das ist keine Opposition zu Kodak“, betont Mahon, „wir versuchen, die Phosphoreszenz möglichst breit in den Markt zu bringen.“ In rascher und effizienter Kombination mit DuPonts OLED-Fertigungstechnik. Das Ziel: schneller und kostengünstiger Inkjet-Druck von organischen Displays.
Die 1998 erstmals realisierten phosphoreszierenden OLEDs, mit metall-organischen Farbstoffen dotiert, sollen den Wirkungsgrad vervierfachen. „Fluoreszierende OLEDs emittieren nur 25 % der Exitons (Elektronen-Löcher-Rekombinationen) als Licht und 75 % als Wärme. Phosphoreszierende Materialien relaxieren 100 % der Träger als sichtbares Licht.“
An die 400 OLED-Patente verwaltet und vermarktet UDC – davon sind 150 eigene. „Viele Firmen entwickeln phosphoreszierende Materialien. Sie alle brauchen unsere Patente, um an diesem Feld zu partizipieren“, erläutert Mahon die Schlüsselstellung von UDC.
„Unser Ziel ist die Materialentwicklung für vollfarbige Displays bis Mitte des Jahres. Das heißt, unsere Partner könnten ihre Produkte noch in diesem Jahr kommerzialisieren.“ Keine optimistische Perspektive für die PHOLEDs, so Mahon. Das ist der Konsensus der Industrie. Auch wenn die ersten PHOLEDs eher klein sind.
„Es wird eine Migration von Handys zu Laptops und Tischmonitoren geben“, glaubt Mahon. Samsung fokussiere sich zunächst auf die Handys. „Sony hat sich von Anfang an auf Laptops und Desktops (10- bis 13-Zoll-Aktivmatrixpanels) eingestellt.“
Bleibt das Problem der Lebensdauer – auch für die PHOLEDs. „Rote und grüne Phosphore überleben heute 10 000 Stunden. Die blauen Materialien liegen um 1000 Stunden“, so Mahon zur steten Diskussion um die Langzeitstabilität der Anzeigentechnologie. Voraussagen seien schwer. „Aber wir haben fundamentale Einsichten in diese Probleme entwickelt. Wir können den Fortschritt beschleunigen.“
WERNER SCHULZ

Ein Beitrag von:

  • Werner Schulz

    Freier Fachjournalist in München. Schwerpunktthemen: Mikroelektronik, Solartechnik, Displaytechnologie.

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