Autotest 01.06.2001, 17:29 Uhr

Offen für windige Touren

Frisch in den Cabrio-Markt gestartet ist vor kurzem das Opel Astra Cabrio. Sein Kontrahent im Vergleich ist das VW Golf Cabriolet, das fast als Klassiker gilt. Das Astra-Modell erweist sich in der Gegenüberstellung in vielen Disziplinen als die bessere Wahl. Vor allem beim Preis und in der Serienausstattung verdeutlicht es das Machbare in dieser Nische.

Das Opel Cabrio auf Basis der neuen Astra-Generation knüpft an den von 1993 bis 1998 gebauten Vorgänger an. Optisch wirkt es mit seiner vom Coupé abgeleiteten Keilform gestreckter als das Wolfsburger Cabrio, das noch weitgehend auf dem 1991 vorgestellten VW Golf III basiert. Obwohl auch das neue Opel Cabrio in das Kompakt-Segment gehört, könnte es in einigen Disziplinen schon fast mit der Open-air-Version der BMW 3er-Reihe in Konkurrenz treten.
Während Opel beim Cabrio auf einen Überrollbügel verzichtet, setzt VW auf dieses mit Sicherheitsaspekten begründete Detail, das dem Golf Cabrio im Volksmund den Spitznamen „Henkelkorb“ einbrachte. Die Rüsselsheimer versichern allerdings, dass die verstärkten Kopfstützen im Astra-Fond die gleiche Wirkung haben wie der optisch störende Golf-Überrollbügel.
Doch nun zu den „inneren Werten“: Da bietet der Opel dank einer Außenlänge von 4,27 m – das sind 19 cm mehr als beim Golf Cabrio – vor allem mehr Platz im Kofferraum. Im kurzen Stummelheck des VW mit seiner kleinen Ladeöffnung lässt sich nur Gepäck bis zu einem Volumen von 270 l unterbringen. Beim neuen offenen Astra sind es immerhin 330 l, und das, obwohl sein Faltdach nicht mehr wie noch beim aktuellen Golf Cabrio als Wulst auf der Heckpartie aufliegt, sondern unter einem Verdeckkasten verschwindet. Das ist gleichzeitig ein Komfortgewinn, denn der Golf-Fahrer muss noch umständlich die Persenning überziehen und befestigen. Für großes Reisegepäck können übrigens, falls nur ein oder zwei Personen im Auto sitzen, die Rücksitzlehnen vorgeklappt werden.
Beide Modelle verfügen serienmäßig über Sportsitze. Die gegenüber dem Astra weniger stark geneigte Frontscheibe im Golf Cabrio sorgt für ein besseres Raumgefühl. Auch die Armaturentafel im VW ist sehr sachlich und funktional. Das Interieur im Astra Cabrio wirkt im Vergleich zum Golf moderner und eleganter.
Im Fond wird es in beiden Cabrios für Erwachsene eng. Wer – allein oder zu zweit – gern offen fährt, sollte sich im Golf gegen Aufpreis ein Windschott gönnen, im Astra ist es ohnehin Serie. Offensichtlich verwirbelt der Fahrtwind durch hohe Wulst hinter den Rücksitzen im VW besonders stark. Wenn Fondpassagiere mitreisen, so müssen sie sich ohnehin auf eine windige Tour mit eingeschränktem Komfort in den eng geschnittenen Viersitzern einstellen.
Keine Abstriche beim Komfort sind bei der Verdeckbetätigung des Astra -nötig – sie erfolgt elektrohydraulisch und ohne Aufpreis. Volkswagen verlangt für diesen „Luxus“ 2914 DM extra und das bei einem fast identischen Grundpreis: Das Astra Cabrio 1.8 16V kostet 44 800 DM, lediglich 452 DM mehr als das Golf Cabrio 2.0 Comfortline.
Bei genauerem Preis/Leistungs-Vergleich resultieren für das Opel Cabrio noch weitere Vorteile. Bei ihm gehören neben dem erwähnten Windschott beispielsweise auch Leichtmetallräder, Sitzheizung, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und das Antischleudersystem ESP (Elektronisches Stabilitäts-Programm) zur Serienausstattung. Beim Astra erhält der Käufer außerdem Navigationssystem und eine akustischen Einparkhilfe – Dinge, die wie das ESP für das Golf Cabrio nicht angeboten werden.
In der im Test gefahrenen Motorisierung kann der Astra mit 1,8-l-Vierzylinder in Vierventiltechnik zwar 7 kW mehr mobilisieren als der 2,0-l-Ottomotor im Golf Cabrio, doch der Zweiventiler gibt sich durchaus temperamentvoll. Allerdings verleiht der Opel-Vierventiler dem Astra Cabrio dank besserer Aerodynamik eine etwas höhere Endgeschwindigkeit und leichte Vorteile in den Elastizitätsmessungen – allerdings stört manchen das Antriebsruckeln des Opel. Nicht zuletzt der etwas günstigere Durchschnittsverbrauch spricht für das Astra Cabrio. Als alternative Motorisierung empfehlen sich im Übrigen beim Rüsselsheimer der 1,6-l-Benziner (74 kW) und beim VW der 1,9-l-TDI-Diesel (66 kW).
Unterschiede zeigten sich nicht zuletzt bei den Fahreigenschaften der beiden Fronttriebler: Das Astra Cabrio eignet sich vorzüglich zum Dahingleiten bzw. Fahren über Land – genau so, wie es die meisten Cabrio-Fahrer mögen. Es läuft brav geradeaus und lässt sich präzise lenken. Die Federungsabstimmung wirkt ausgewogener als beim Golf Cabrio. Das jüngere Modell Astra steckt selbst kritische Situationen gelassen weg, sogar ohne Rückgriff auf das vorhandene ESP. Bei aufeinander folgenden Bremsmanövern sind die Verzögerungswerte besser als beim typälteren Golf Cabrio, dessen Bremsen in dieser Situation zum Fading neigen. INGO REUSS/WOP

Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester
Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester

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