Hardware 30.09.2005, 18:40 Uhr

Notebooks für harten Einsatz  

VDI nachrichten, Osaka, 30. 9. 05 – Toughbook – der Name ist Programm. Panasonic hat sich auf Notebooks für den rauen mobilen Einsatz spezialisiert. Hohe Zuverlässigkeit erreicht der japanische Konzern durch stetige Weiterentwicklung und hohe Fertigungstiefe. So konnte man sich vom harten Preiskampf in der Branche weitgehend abkoppeln.

Erfolgreich im PC-Geschäft sind nach landläufiger Meinung nur Hersteller, die ihre Fertigung und ihre Logistik so gut im Griff haben, dass sie beim gnadenlosen Preiskampf trotzdem noch schwarze Zahlen schreiben. Für dieses Konzept, mit dem vor allem Dell einen beispiellosen Erfolg einfahren konnte, ist Hide Harada nicht zu haben. Der General-Manager für die International Operations der IT-Products-Division von Panasonic verweist auf seine Zuwachsraten in den letzten vier Jahren: Sie lagen durchweg über 20 % und damit deutlich über dem durchschnittlichen Marktwachstum von 10 % bis 12 %. Allerdings verkauft Harada keine Massenware: Die Notebooks, die Panasonic unter dem Namen Toughbook weltweit vertreibt, richten sich an ganz spezielle Käuferschichten.

Harada: „Uns war von vorne herein klar, dass wir nicht mit Billig-Notebooks aus chinesischer oder taiwanischer Produktion in einen Preiswettbewerb treten können.“ Also hat man sich seit 1996 zunächst auf mobile PCs für den rauen Einsatz im Freien und in Fertigungsbetrieben spezialisiert. Und hier ist der Name „Toughbook“ Programm. Vibrationen, Stürze, Wasser, Hitze und Kälte – nichts darf diese Geräte so schnell aus der Ruhe bringen. „Robustheit ist die eine Seite, Performance und Connectivity eine andere“, meint Harada und unterstreicht, dass mittlerweile auch im Subnotebook-Format echte „Ruggedized“-Rechner zu haben seien. Das Ganze hat natürlich seinen Preis, denn Kompromisse geht man bei Panasonic nicht ein: Im Gegensatz zum Wettbewerb, der eine oder mehrere kritische Komponenten meist bei OEM-Lieferanten in Taiwan, Korea oder China beziehe, ist Panasonic stolz auf seine hohe Fertigungstiefe: Laut Harada kommen 85 % aller Komponenten aus den diversen Abteilungen des Matsushita-Konzerns, zu dem auch Panasonic gehört. Und die für den rauen Einsatz extrem kritischen Displays entstehen in einem Jointventure mit Toshiba.

Auf diese Weise adressiert Panasonic mittlerweile nicht nur den „klassischen“ Markt für Ruggedized-PCs – vom Ölbohrer über den Straßenwachtfahrer bis hin zum US-Polizisten im Einsatz – man hat seit einigen Jahren das Segment „Business-mobile“ adressiert. Harada: „Leichte Notebooks und Subnotebooks für den Geschäftsreisenden, die sich durch lange Batterielebensdauer, helle Displays und vielfältige drahtlose Anschlussmöglichkeiten auszeichnen.“ Gerade für den Business-Sektor ist die Gewichtseinsparung ein kritischer Faktor. Harada verweist auf einige Details, die seine Toughbooks hier auszeichnen. So gelang es, das leichteste LCD-Display zu entwickeln, man verwendet Aluminium-Legierungen für das Gehäuse und: „Wir sind die einzigen, die Intel-Prozessoren im Notebook ohne Lüfter verwenden können.“ Das kommt nicht nur dem Gewicht, sondern auch der Batterielebensdauer zugute.

Im Business-Segment, das weiß Harada, steht Panasonic wesentlich stärker im Wettbewerb mit anderen Notebook-Anbietern. Doch rechtfertigt er gegenüber Kunden seine höheren Preise mit ausführlichen Kostenbetrachtungen für die Phase nach der eigentlichen Beschaffung. Diese „Total-cost-of-ownership“ ist es, die sich die Toughbook-Mannschaft als Verkaufsargument Nr. 1 auserkoren hat. Harada: „Der Ausfall eines Notebooks verursacht höhere Kosten, als mancher Manager vermutet.“ Und der Erforschung der Gründe für solche Ausfälle widmet Panasonic dann auch erheblichen Aufwand.

Produziert werden die Toughbooks aller Baureihen an nur zwei Standorten: im japanischen Kobe und – für besonders preissensitive Modelle der Business-Notebooks – in einer Panasonic-Fabrik in Taiwan. Für die Lokalisierung der für den US-Markt bestimmten Modelle gibt es eine so genannte „Configuration-Site“ in den USA, für den wegen der zahlreichen Sprachen und Mobilfunkstandards schwierigeren europäischen Markt befindet sich diese im englischen Cardiff.

„Flexibilität“ ist das Leitmotiv, unter das die Hauptfabrik in Kobe gestellt werden kann. Keine Fertigungslinien für die einzelnen Produkte sondern Fertigungszellen, in denen je nach Bedarf die diversen Modelle maßgeschneidert konfiguriert werden. Derzeit laufen dort ca. 55 000 Rechner pro Monat durch die Fertigung, das Ziel ist, die Kapazität auf 100 000 Rechner pro Monat zu steigern. „Unser limitierender Faktor ist die Leiterplattenbestückung“, erläutert Fabriksprecher Harry Yamaguchi, hier werde derzeit in drei Schichten an fünf Tagen gearbeitet, während für die eigentliche Endmontage der Einschichtbetrieb ausreicht.

Im benachbarten Osaka, der Panasonic-Zentrale, werden die Toughbooks auf Herz und Nieren getestet. Harada: „Wir folgen den verschiedenen Standards, wie sie z. B. vom US-Militär oder der EU gefordert werden.“ So müssen es sich die Toughbooks z. B. gefallen lassen, in 26 verschiedenen Winkeln aus 1 m Höhe zu Boden zu fallen oder sich stundenlanger Beregnung und Vibrationstests aussetzen.

Es sind vor allem die Details, auf die die Entwicklermannschaft rund um Harada stolz ist: Das reicht vom Lüfterlosen Design über die speziellen Dämpfungsmaterialien rund um die Festplatte bis hin zur Gehäuseabdichtung und der optimierten Anordnung der Antennen für WLAN, Bluetooth, Mobilfunk oder GPS. Und natürlich gibt es bei Geräten für den Außeneinsatz auch eine Festplattenheizung, um die Bildung von Kondenswasser zu vermeiden.

„Jede dieser Innovationen wird nach der Markteinführung sehr genau begleitet“, erläutert Harada die Qualitätsphilosophie. Tritt bei Kunden ein Problem auf, dann bemüht sich notfalls auch der Entwicklungsleiter selbst vor Ort, um einen Fehler in der Konstruktion auszuschließen, oder diese zu optimieren. Denn für Harada ist klar: „Nur zufriedene Kunden sorgen für wachsende Marktanteile.“ So hat er die Erfahrung gemacht, dass ein erfolgreicher Toughbook-Einsatz in einer Branche plötzlich auch andere Unternehmen auf die robusten Notebooks aufmerksam macht. jdb

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Von Harald Weiss
Von Harald Weiss

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