Smartphone der Oberklasse 05.10.2016, 10:28 Uhr

Mit Pixel greift Google Apple, Samsung und Co. direkt an

Eine starke Kamera und ein intelligenter Assistent sollen das neue Google-Handy „Pixel“ zum Verkaufshit machen. Es ist das erste Smartphone, das die Kalifornier komplett selbst herstellen – eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Pixel: Das neue Smartphone von Google wurde gestern in San Francisco vorgestellt. 

Pixel: Das neue Smartphone von Google wurde gestern in San Francisco vorgestellt. 

Foto: John G. Mabanglo/dpa

Wenn ein Kind ein fabelhaftes neues Spielzeug hat, kann es nicht mehr strahlen als Brian Rakowski. Der Google-Manager kommt aus dem Grinsen gar nicht mehr raus, als er das neue Smartphone aus seinem Hause präsentiert. Und dafür gibt es drei gute Gründe.

Erstens haben die Kalifornier zum ersten Mal ein komplett eigenes Smartphone auf dem Markt. Natürlich werden die Geräte im Auftrag gebaut, natürlich gibt es Zulieferer, aber es steht eben nur noch Google drauf. Und Samsung, beim wenig erfolgreichen Vorgänger „Nexus“ noch Partner, wird von einem Tag auf den anderen zum Konkurrenten. Genauso wie HTC und die anderen, die Android-Smartphones im höheren Preissegment anbieten. Auch für Apple mit seinem eigenen Betriebssystem ist das Google-Handy eine Ansage.

Kaufpreis ab rund 760 Euro

Das Smartphone kommt in zwei Display-Größen (5 oder 5,5 Zoll) und zwei Farben (schwarz oder silber), wobei die technische Ausstattung jeweils identisch ist. In Deutschland kann es ab sofort beim Exklusiv-Partner Deutsche Telekom vorbestellt werden, ausgeliefert wird es ab 20. Oktober. Ab 759,95 Euro gibt es das Gerät mit 32 GB Speicher, 110 Euro mehr kostet es mit 128 GB.

Das neue Pixel wird nach seiner Vorstellung aus der Nähe in Augenschein genommen.

Das neue Pixel wird nach seiner Vorstellung aus der Nähe in Augenschein genommen.

Quelle: John G. Mabanglo/EPA

Google ist also deutlich im höherpreisigen Segment unterwegs – und dafür muss man natürlich etwas bieten. Womit wir bei den Gründen zwei und drei für das breite Grinsen wären. Den Namen „Pixel“ trägt das Modell nicht ohne Grund. Die 12,3-Megapixel-Kamera ist von ihrer Auflösung her zwar noch nicht rekordverdächtig, soll aber einer Spiegelreflextechnik schon recht nahe kommen, und das vor allem dank einer Tiefenschärfe-Funktion, die fotografische Effekte ermöglichen soll wie kein Handy zuvor. Extrem leistungsstark soll zudem der Stabilisator für Videoaufnahmen sein: Die Gyroskop-Technik messe dafür 200 Mal pro Sekunde die Bewegungen des Handys.

Außerdem lockt Google die fotobegeisterten Kunden mit dem Angebot, einfach alle Fotos und Videos unbegrenzt online speichern zu können. „Die Ansage ,Speicherkarte ist voll‘ gibt es damit nicht mehr“, sagt Rakowski und strahlt noch mehr.

Der besonders schlaue Assistent

Nicht zuletzt wirbt Google mit einem besonders schlauen Sprachassistenten, der nicht nur Aufforderungen wie „Zeig mir meine Fotos vom letzten Oktober“ mühelos verstehen, sondern auch Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander verbinden könne. Rakowski führt genüsslich vor, wie er seiner Ehefrau per Messenger ein Konzert vorschlägt, sie daraufhin ein Restaurant in der Nähe, er wiederum bei Maps die Entfernung zum Konzertsaal checkt und der Assistent am Ende auf bloßen Sprachbefehl einen Tisch für zwei reserviert und die Bestätigung meldet.

Für Intensivnutzer hat Google auch noch eine Botschaft in Sachen Akku: Nach nur 15 Minuten Ladezeit soll das Pixel wieder Strom für sieben Stunden haben. Das aber bezieht sich auf ein von Google errechnetes durchschnittliches Nutzerprofil mit einer Mischung aus Telefonie, Video und Internet. Wie realistisch das ist, wird sich bei den ersten Tests zeigen.

Smartphones gibt es übrigens seit 20 Jahren. Einen kleinen Rückblick gibt es hier. Eine Auswahl der neuen Smartphones, die auf dem Mobile World Congress vorgestellt wurden, haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengestellt.

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