Idee des Rappers will.i.am 24.02.2016, 10:16 Uhr

Mit dem Minicomputer Dial am Handgelenk können Sie sich unterhalten

Es war keine elektronische Fußfessel, die der Rapper „will.i.am“ auf dem Mobile World Congress in Barcelona versehentlich am Handgelenk trug, sondern sein neuestes Hightech-Baby: ein Armband-Computer, der ohne Smartphone funktioniert und aufs gesprochene Wort hört. Die Telekom will das brandneue Gadget namens Dial in Deutschland auf den Markt bringen.

Der Rapper William James Adam Jr. alias „will.a.am“ bei der Vorstellung seines Rechners Dial: Das Gerät in Form einer Uhr will die Telekom in Deutschland auf den Markt bringen.

Der Rapper William James Adam Jr. alias „will.a.am“ bei der Vorstellung seines Rechners Dial: Das Gerät in Form einer Uhr will die Telekom in Deutschland auf den Markt bringen.

Foto: Telekom

Dial ist ein Rechner, der am Handgelenk getragen wird. Dial kann telefonieren, Textnachrichten und E-Mails verschicken, findet Restaurants in der Nähe und per eingebautem GPS-Empfänger auch den Weg dorthin, überwacht als Fitness-Armband den Puls und zählt Schritte, schießt Selfies mit der eingebauten 2-Megapixel-Kamera, sucht im Netz nach Musik und spielt sie auch ab – wahlweise über das mitgelieferte Bluetooth-Headset. Gesteuert wird Dial über Sprachbefehle, alternativ lässt sich das Gerät auch mit dem Finger über das 1,63-Zoll-Display bedienen.

SIM-Karte wird direkt in den Dial-Rechner gesteckt

Hört sich alles nach Smartwatch an, doch zur Apple Watch und Samsungs Gear Watch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die Dial funktioniert völlig ohne Smartphone, also als eigenständiges Gerät. Die SIM-Karte kommt direkt in die Uhr. Pardon – in den Rechner.

Foto: Deutsche Telekom

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Entwickelt wurde Dial von der amerikanischen Highttech-Firma „i.am+“, die der Musiker William James Adam Jr. alias „will.a.am“ in Los Angeles gegründet hat. Der Rapper ist Mitglied der Hip-Hop-Band „The Black Eyed Peas“, die mit „I Gotta feeling“ ihren bislang größten Erfolg feierte. Auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona präsentierte die Telekom den Rapper und Produzenten jetzt als Partner.

Und stolz lächelte Telekom-Chef Timotheus Höttges zusammen mit dem Rapper in die Kameras. Ein Erfolgsduo? Wir werden sehen.

Dial sieht aus wie ein Smartwatch, ist aber ein Minicomputer, der auch ohne Verbindung zum Smartphone funktioniert.

Dial sieht aus wie ein Smartwatch, ist aber ein Minicomputer, der auch ohne Verbindung zum Smartphone funktioniert.

Foto: Deutsche Telekokm

Noch in diesem Jahr will die Telekom Dial in Deutschland und anderen europäischen Ländern auf den Markt bringen. Was der Spaß kosten wird, ist noch nicht bekannt. In England soll der Mobilfunkanbieter Three UK den Rechner fürs Handgelenk im April herausbringen. Dabei soll sie nur im Paket mit Zwei-Jahres-Mobilverträge zu haben sein und zwischen 20 und 25 britische Pfund (umgerechnet etwa 26 bis 32 Euro) im Monat kosten.

Gerät wird vollständig über Sprachbefehle gesteuert

Gemacht und wie geschaffen sei Dial für „echte mobile“ Situationen, in denen das Hantieren mit dem Smartphone nicht wirklich möglich sei, erklärte Adams dem Telegraph. Der Musik denkt an Gelegenheiten wie beim Radfahren in New York, im Fitnessstudio oder beim Klettern. „Ich habe schon Leute gesehen, die mit ihrer Freisprecheinrichtung reden wie mit anderen Leuten.“ Wirklich? Das hat den Rapper offenbar so beeindruckt, dass er auch in seine Dial einen Sprachassistenten eingebaut hat. Nicht nur das: Dial lässt sich komplett über Sprachbefehle steuern.

Der Musiker Will.i.am hat auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona den Rechner Dial fürs Handgelenk vorgestellt. Er sieht aus wie eine Smartwatch, funktioniert aber ganz selbstständig ohne eine Verbindung zum Smartphone.

Der Musiker Will.i.am hat auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona den Rechner Dial fürs Handgelenk vorgestellt. Er sieht aus wie eine Smartwatch, funktioniert aber ganz selbstständig ohne eine Verbindung zum Smartphone.

Foto: Deutsche Telekom

i.am+ hat für Dial ein eigenes Betriebssystem entwickelt und es „AneedA“ genannt. Adams bezeichnet es auch als das das „erste Voice OS“, weil es ausschließlich über Sprachbefehle gesteuert werden kann. Fordert der Nutzer mit dem gesprochenen Wort zum Beispiel eine Information an, wird die Anfrage direkt an einen Partner wie das Empfehlungsportal Yelp weitergeleitet, der Ergebnisse liefert. Ein Restaurant in der Nähe zum Beispiel oder den passenden Eintrag in einer Online-Enzyklopädie. Ein Musikstreamingdienst liefert einen Song, den der User gerade hören will.

Mit seiner Firma i.am+ ist Adams schon länger im Hightech-Bereich unterwegs. Im Jahr 2014 hatte das Unternehmen die „Puls“ in Amerika heraus gebracht, eine Smartwatch, die sich am Markt jedoch nicht behaupten konnte. Die Beats-Kopfhörer, an deren Entwicklung Adams Firma beteiligt war, waren erfolgreicher: Im Mai 2014 zahlte Apple 3,2 Milliarden Dollar für die Marke.

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