HIGHTECH-SCHLANGE 17.11.2015, 11:17 Uhr

Lineform ist mal Telefon, mal Schreibtischlampe

US-Forscher glauben, das Mobilgerät der Zukunft entwickelt zu haben: Es sieht aus wie eine Schlange, heißt Lineform und kann nahezu beliebige Formen annehmen sowie zahlreiche Funktionen erfüllen. Die schlaue Schlange ist kommunikationsfähig und hilft sogar beim Aufbau erschlaffter Muskeln.

Lineform: Diese schlaue Schlange kann nicht nur leuchten. Mit ihr lässt es sich beispielsweise auch telefonieren. US-Forscher sehen in ihrer Erfindung das Mobilgerät der Zukunft. 

Lineform: Diese schlaue Schlange kann nicht nur leuchten. Mit ihr lässt es sich beispielsweise auch telefonieren. US-Forscher sehen in ihrer Erfindung das Mobilgerät der Zukunft. 

Foto: Tangible Media Group

Ist die Schlange, die drei Forscher am berühmten Massachusetts Institute of Technolgy im amerikanischen Cambridge entwickelt haben, das Mobilgerät der Zukunft, wie sie sagen, oder einfach ein technologischer Jux? Schwer zu sagen. Eine wissenschaftlich-technische Meisterleistung ist das schwarze Ding allemal.

So sieht Lineform ohne Schutzhülle aus: Der Schlangenkörper besteht aus aneinandergereihten gelenkigen Aktoren. Dazu kommen Sensoren, ein Mikrofon und ein Lautsprecher.

So sieht Lineform ohne Schutzhülle aus: Der Schlangenkörper besteht aus aneinandergereihten gelenkigen Aktoren. Dazu kommen Sensoren, ein Mikrofon und ein Lautsprecher.

Quelle: Tangible Media Group

Es besteht aus aneinandergereihten gelenkigen Aktoren, die der mit schwarzem Stoff ummantelten Schlange nahezu beliebige Formen ermöglicht. Dazu kommen Sensoren, die sich beispielsweise als Schalter nutzen lassen, ein Mikrofon und ein Lautsprecher, die das gelenkige Ding flugs in ein Telefon umwandeln, und eine Fülle weiterer technischer Feinheiten.

Die Schlange hilft beim Zwischenspeichern

Die Schlange gibt es in zwei Varianten. Die dünnere kann man wie ein Armband ums Handgelenk tragen. Entsprechend programmiert tippt das Ende der Schlange sanft auf den Handrücken, um den Träger daran zu erinnern; dass er genau in diesem Augenblick etwas machen soll. Was? Darauf muss der Schlangenbändiger dann selbst kommen. Möglicherweise ist es eine Aufforderung, den aktuellen Text zwischenzuspeichern, wenn er dazu neigt, es zu vergessen und schon häufiger Datenverluste erlitten hat.

Unsichtbares Tastenfeld

Lineform, wie Ken Nakagaki, Sean Follmer und Hiroshi Ishii ihre Schlange nennen, kann sich auch zu einem Block zusammenknubbeln. Dann bildet sich ein unsichtbares Tastenfeld, das auf Druck reagiert. Der Nutzer kann darauf beispielsweise eine Telefonnumer eingeben. Danach verformt sich Lineform, sodass Lautsprecher und Mikrofon die Position einnehmen, die sie bei einem richtigen Hörer haben.

Mit Lineform kann man telefonieren.

Mit Lineform kann man telefonieren.

Quelle: Tangible Media Group

Die dickere Lineform-Version ist so kräftig, dass sie Leuchtdioden in Birnenform aufnehmen kann. Danach verformt sie sich so, als sei sie eine Schreibtischlampe. Ein viereckiger Buckel, der sich umlegen lässt, dient als Schalter. Telefonieren ist dann zwar auch möglich, aber bei unbeleuchtetem Schreibtisch.

Schlange am Handgelenk: Die dünnere Lineform-Version lässt sich als Armband tragen und kann beispielsweise Signale geben, um den Träger an etwas zu erinnern. 

Schlange am Handgelenk: Die dünnere Lineform-Version lässt sich als Armband tragen und kann beispielsweise Signale geben, um den Träger an etwas zu erinnern. 

Quelle: Tangible Media Group

Die kräftigen Aktoren, die in Lineform stecken, lassen sich auch als Hilfsmittel für den Muskelaufbau nutzen. Wenn sich die Schlange um den Arm wickelt und sich steif macht, kann der Nutzer gegen diese Kraft anarbeiten. Lineform kann sich ganz gerade machen, einen Kreis bilden oder ein Viereck. Die mit diesem Hilfsmittel gezogenen Linien sind allerdings ein wenig wellig.

„Wir sehen in Lineform-artigen Geräten in Verbindung mit flexiblen Displays die nächste Generation mobiler Geräte“, sagen die Entwickler. Wahrscheinlich meinen sie es ernst. Ziemlich sicher sogar.

Von Wolfgang Kempkens
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