Messen 21.09.2001, 17:31 Uhr

Ledertextur auf der Kinoleinwand

Als ausgezeichnete Business-Plattform für die Unternehmen der audio-visuellen Kommunikation erwies sich die diesjährige Infocomm Europe in Köln, so der Veranstalter. Projektionstechnik und Plasmadisplays dominierten die Messe.

Selbst die feine Textur des Sitzbezuges in dem 3D-Modell des Wagens war noch deutlich zu erkennen auf der riesigen Leinwand. Und als später das Video mit der Jazzpianistin und -sängerin Diane Krall lief, waren die kleinen Strukturen auf den Becken des Schlagzeuges präzise aufgelöst.

Was da lief, war Kino vom Chip. JVC stellte den Besuchern der zweiten Infocomm Europe in Köln den nach Angaben der Firma ersten in Serie hergestellten QXGA-Projektor vor (QXGA: 2048 x 1536 Pixel). Ein neuer Chip, der auf 1,3 Zoll 3,2 Mio. Pixel nach JVCs D-Ila-Technologie unterbringt, mit der höchsten Auflösung für reflektierende Flüssigkristalle in LCOS-Technologie, so der Hersteller.

„Wir können mit der QXGA-Auflösung HDTV-Standard auf die Leinwand bringen“, erläutert JVC-Gebietsverkaufsleiter Peter Nicolaus. Mit 7000 Ansi-Lumen und einem Kontrast von 1000:1 warf der DLA-QX1G getaufte Projektor an die Leinwand.

Zielgruppe, so Nicolaus, seien etwa die Automobilkonstrukteure. Gerade die Darstellung von Texturen und anderen Feinheiten sei bei den bisher in diesem Bereich angebotenen Modellen nicht möglich gewesen. Erst die QXGA-Auflösung biete diese Eigenschaft. Andere Käufer soll der QXGa-Projektor etwa im im Medizinbereich, in der Grafiksimulation und im Bereich Virtual Reality Displays finden.

JVC will die Auflösung seiner Spitzenmodelle noch weiter steigern. Die Roadmap zeigt für das kommende Jahr die Entwicklung eines Geräte mit QUXGA vor. Der Weg von diesen absoluten Profianwendungen hin dürfte lang sein. „Der DLA-QX1G kostet rund 200 000 Euro“, bestätigt Nicolaus.

Ein weiterer Schwerpunkt der Fachmesse waren die Plasmabildschirme. Pioneer stellt hier nach der Internationalen Funkausstellung zum zweiten Mal die neue Paneltechnologie vor. Die von Pioneer beim PDP-503MXE erstmals eingesetzte Waffelrippenstruktur der Plasmazellen erhöhe die verfügbare Fläche des Fluoreszenzmaterials um 20 % und die Helligkeit um 40 % bis 50 % so Pioneer.

Zugute kommt das Kunden wie dem 3-D-Displayhersteller 4D-Vision aus Jena, ebenfalls einer der Aussteller auf der Messe. Werbung und Schaufenstergestaltung in 3-D lasse sich mit den Plasmadisplays machen, so Pressesprecher Ingolf Sieben.

Für 4D-Vision kommt die neue Pioneer-Technologie wie gerufen. „Unsere Technologie beruht auch auf einer speziellen Maskierung des Panels, die recht viel Licht schluckt.“ Der Jenaer Hersteller wartet deswegen fieberhaft auf die neuen lichtstärkeren Panels.

Pioneer-Konkurrent NEC stellt auf der Fachmesse mit dem PlasmasyncTM 61MP1 den ersten in Massenproduktion gefertigten 61-Zoll-Plasmabildschirm vor, so der Hersteller. Die Nachfrage nach diesen Geräten sei da, so NEC. Insbesondere auf der parallel zur Infocomm laufenden Internationalen Funkausstellung komme der rund 69 000 DM teure Bildschirm zum Einsatz, weswegen NEC die Auslieferung früher als geplant bereits im August begonnen hatte.

Das dänische Start-up Tool-Tribe will mittels Bluetooth und Infrarot-Technologie das klassische Whiteboard zum Teil des Computers machen. „Die gesamte Ausrüstung dazu passt in einen kleinen Koffer, inklusive Notebook“, erklärt Stig Jönsson, Area Sales Manager für Deutschland. Die Erkennungstechnologie des interaktiven Whiteboards arbeitet mit IR. Die beiden IR-Sensoren, der Stifthalter und der „Radierer“ lassen sich mittels Magneten der Powerstripes an jedem Whiteboard befestigen.

„Wir sind nicht die einzigen Anbieter bei interaktiven Whiteboards, aber durch die Infrarotsensorik haben wir Vorteile, denn Funktechnologien sind zum Beispiel teilweise im medizinischen Sektor nicht einsetzbar“, weiß Jönsson. Die Grundversion soll rund 1200 Euro kosten. Im nächsten Jahr soll es dann auch eine Bluetooth-Variante geben bei der die Daten dann drahtlos an den PC übertragen werden können.

Die Messe Köln als Veranstalter gab sich mit 5000 Besuchern zufrieden – 9000 hatte man optimistisch erwartet. Die Messe soll künftig jährlich stattfinden: In den Jahren, in denen die Photokina sei, werde die Infocomm Europe Teilbereich dieser Messe ein. Mancher Aussteller sieht das skeptisch: Andreas H. M. Martin, Vertriebsmanager beim Konferenztechnik-Unternehmen Brähler ICS, fürchtet dann zu viel „Plastiktütenpublikum“.

STEPHAN W. EDER

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Energie, Energierohstoffe, Klimaschutz, CO2-Handel, Drucker und Druckmaschinenbau, Medien, Quantentechnologien

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