Autotest 04.12.2009, 18:31 Uhr

Kultivierter Boxerdiesel macht Allradler flott  

Subaru Impreza 2.0D und Audi A3 Sportback 2.0 TDI Quattro – Als einziger Hersteller hat Subaru einen Boxerdiesel im Motorenangebot. Der 2,0-l-Vierzylinder im Impreza glänzt vor allem in der Laufkultur gegenüber dem gleich starken 2.0 TDI aus dem VW-Konzern im Audi A3 Sportback Quattro. Auch der Preis des Impreza mit serienmäßigem Allradantrieb ist günstig. Aber in der Gesamtheit seiner Eigenschaften vermag er jedoch den ausgewogenen A3 Sportback Quattro nicht zu überholen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 4. 12. 09, wop

Die beiden Kompaktlimousinen der sogenannten Golf-Klasse unterscheiden sich deutlich. Der von der zweitürigen A3-Limousine abgeleitete, viertürige Sportback ist eher von diskreter Eleganz ihn prägt nicht zuletzt die unverwechselbare Audi-Front. Der Subaru Impreza 2.0D vertritt dagegen die eher konventionell gezeichnete Schräghecklinie mit der etwas spätpubertär wirkenden Lufthutze auf der Motorhaube und einem auffälligen Diffussor am Heck.

Im A3 arbeitet der neue 2.0 TDI aus dem VW-Konzern, ein kultivierter Vierzylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung. Er leistet 103 kW und damit 7 kW weniger als der Subaru-Boxerdiesel, der aus gleichem 2,0-l-Hubraum mit 350 Nm auch ein um 20 Nm höheres max. Drehmoment bereitstellt.

Die Besonderheit der Boxerbauweise des Subaru-Aggregats aus Aluminium zeigt sich im Motorbetrieb: Der wassergekühlte Turbodiesel läuft besonders leise und vibrationsarm. Nur kurz nach dem Kaltstart lässt er noch erkennen, dass es sich um einen Selbstzünder handelt. Ansonsten nähert er sich im Geräuschverhalten und in der Drehfreudigkeit einem Benziner.

Mit ordentlichem Schub und ohne erkennbare Anfahrschwäche dreht der Subaru anstandslos bis zu 5000 min-1 hoch. Das Drehmomentmaximum von 350 Nm steht von 1800 min-1 bis 2400 min-1 parat. In 8,9 s beschleunigt er aus dem Stand auf 100 km/h das Spitzentempo beträgt 205 km/h. Der Audi A3 Sportback 2.0 TDI Quattro absolviert die Übung in 9,4 s die Höchstgeschwindigkeit ist identisch.

In der Praxis sind die leichten Unterschiede in den Fahrleistungen nicht spürbar. Beim Impreza 2.0D liegt allerdings der Verbrauch etwas höher als beim A3 Sportback 2.0 TDI Quattro: Der Audi begnügt sich auf 100 km im Mittel mit 6,3 l, während es beim japanischen Kontrahenten 6,7 l waren. Dank des relativ großen 64-l-Tanks resultiert beim Subaru trotz des etwas höheren Verbrauchs die größere Reichweite – im A3 Sportback Quattro passen 50 l (sonst: 55 l).

Im Innenraum bietet der Impreza vorn großzügig Raum. Besonders die Kopffreiheit überrascht, die Beinfreiheit hinten ist jedoch knapp bemessen. Beim A3 Sportback ist die Kopffreiheit im Fond eingeschränkt.

Materialauswahl und Verarbeitung im Audi sind Premium, im Impreza nüchtern und grundsolide. Bei beiden ist das Kofferraumvolumen bescheiden: In den Sportback – 5 cm länger als der zweitürige A3 – passen 302 l (Impreza (301 l). Bei umgeklappten Rücksitzlehnen fasst der kompakte Subaru mit 1216 l immerhin 166 l mehr als der Audi.

Die beiden Fahrzeuge mit permanentem Allradantrieb lassen sich sicher und agil bewegen – bei immer vorbildlicher Traktion. Lenkung und Schaltung sind beim Audi noch exakter.

Die Karosserie des Sportback neigt sich in Kurven auch kaum zur Seite. Offenbar hat Subaru dem Fahrkomfort zuliebe zu viele Zugeständnisse gemacht. Nicht zuletzt kommt die Fahrwerksabstimmung des Audi besser mit Querrillen und kurzen Wellen zurecht.

Beim Rangieren stört der große Wendekreis des Impreza (11,6 m). Beide Modelle sind mit manuellem 6-Gangschaltgetriebe ausgestattet, wobei es den Audi optional mit hervorragendem Doppelkupplungsgetriebe „DSG“ gibt Subaru will 2010 eine Automatik anbieten.

Den neuen Subaru Impreza 2.0D mit serienmäßigem Allradantrieb gibt es ab 24 490 €. Das ist vergleichsweise günstig, denn der A3 Sportback 2.0 TDI Quattro kostet 27 800 €. Im Gegensatz zum Impreza ist er auch mit Frontantrieb für 25 850€ (Attraction) lieferbar und – abgesehen von Extremeinsätzen etwa auf ungeräumten Straßen bei starkem Schneefall – durchaus ausreichend. INGO REUSS/WOP

Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester

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