Vorbereitung auf Olympia 2020 11.05.2015, 10:04 Uhr

Kein Verlaufen: Bluetoothsender lotsen durch die Bahnhöfe in Tokio

Besucher der Olympischen Spiele 2020 müssen keine Angst haben, sich auf komplizierten Bahnhöfen in Tokio zu verlaufen: Die Stadt testet derzeit Bluetoothsender in den Gebäuden. Sie machen Smartphones zu Navigationssystemen.

Das öffentliche Verkehrssystem Tokios ist weltweit für seine Komplexität bekannt: Rund drei Millionen Menschen strömen täglich durch den Bahnhof Shibuya. Insgesamt acht Verkehrsunternehmen bedienen Shibuya mit unter- und oberirdischen Bahn- und Buslinien. Um den Besuchern nicht zuletzt in Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 die Navigation durch den Bahnhof zu vereinfachen, hat das japanische Verkehrsministerium (MLIT) vor kurzem ein Pilotprojekt gestartet.

Bluetoothsender kommunizieren mit Smartphone-App

Das System basiert auf sogenannten Beacons. Das sind kostengünstige, kunststoffummantelte Bluetoothsender, die ohne viel Aufwand in einem großen Raum an verschiedenen Stellen als Signalgeber platziert werden können. Sie können mit einer Smartphone-App kommunizieren und ermöglichen einen Daten- und Informationsaustausch. So können auf einer Digitalkarte der eigene Standort bestimmt sowie Wege und Routen eingesehen werden. Ein großer gelber Pfeil, der über das Bild der Smartphonekamera gelegt ist, zeigt die Gehrichtung an.

Das Smartphone als Navigationsgerät: Auf dem Bildschirm weist ein gelber Pfeil die Richtung zum gewünschten Bahnsteig.

Das Smartphone als Navigationsgerät: Auf dem Bildschirm weist ein gelber Pfeil die Richtung zum gewünschten Bahnsteig.

Foto: Tagcast Inc.

„Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Machbarkeitsstudie für ein Streckenführungssystem auf Smartphones in großen Gebäuden wie Bahnhöfen, Parkhäusern oder Flughäfen“, erläutert Toyohito Ikeda aus dem Tokioter Verkehrsministerium. „Sollte das System sich als machbar erweisen, wollen wir es auch auf anderen großen Bahnhöfen der Stadt wie Shinjuku und Ikebukoro einführen.“

Auch in London laufen Experimente mit Bluetoothsendern

Auch in London werden derzeit Bluetooth Beacons getestet: Mitglieder des Youth Forum of the Royal London Society for Blind People haben sich mit dem Designer digitaler Produkte ustwo zusammengetan, um ein Streckenführungssystem für Blinde zu entwickeln, das auch im Bereich der Untergrundbahn funktioniert. Gesprochene Richtungsanweisungen werden über Knochenleitungs-Hörprozessoren an die Nutzer gegeben. Es handelt sich dabei um die ersten Versuche mit einer Technologie, die Blinden oder stark Sehbehinderten Routenführungen an Orten mit limitiertem Empfang für mobile Telefone gibt.

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