Vorbild Apple 10.11.2015, 10:16 Uhr

Jetzt will Google Chips für Handys und Tablets entwickeln

Google plant offenbar die Entwicklung eigener Prozessoren. Berichten von Insidern zufolge ist Google auf der Suche nach Chip-Herstellern, um einen einheitlichen Chip für Android-Mobilgeräte herzustellen. Google könnte so die Performance von Android-Geräten besser kontrollieren. Auch ein besserer Virenschutz wäre denkbar. 

Google-Manager Sundar Pichai auf der Google-Entwicklerkonferenz in San Francisco: Angeblich will Google künftig nicht nur das Betriebssystem Android für Smartphones und Tablets anbieten, sondern auch Chips entwickeln. Ähnlich wie Apple hat Google dann die Kontrolle über Soft- und Hardware und kann die Leistung der Geräte optimieren.

Google-Manager Sundar Pichai auf der Google-Entwicklerkonferenz in San Francisco: Angeblich will Google künftig nicht nur das Betriebssystem Android für Smartphones und Tablets anbieten, sondern auch Chips entwickeln. Ähnlich wie Apple hat Google dann die Kontrolle über Soft- und Hardware und kann die Leistung der Geräte optimieren.

Foto: Andrej Sokolow/dpa

Auf den meisten Smartphones der Welt läuft Googles mobiles Betriebssystem Android. Smartphone-Hersteller wie Motorola, Samsung, Sony oder LG installieren das quelloffene, Hersteller-übergreifende System auf ihren Geräten und passen es dafür ihren zum Teil sehr unterschiedlichen Hardware-Konfigurationen an. Daneben mischt Google auch selbst mit der hauseigenen Serie „Nexus“ auf dem Markt der Android-Mobilgeräte mit.

Produzieren lässt der US-amerikanische Konzern seine Nexus-Smartphones und -Tablets jedoch von wechselnden Auftragsherstellern wie Asus, Huawei, LG oder Samsung, die wiederum eigene Prozessoren mitbringen. So existieren auf den unterschiedlichen Geräten jede Menge Android-Varianten.

Zu viele Android-Varianten sind schlecht für die Sicherheit

Zwar sorgt Googles Vertriebsstrategie für eine weite Verbreitung des Betriebssystems, sie erschwert den Programmierern jedoch die Entwicklung von Apps für Android und bremst die Einführung neuer Versionen. Obendrein hindert die Vielzahl von Android-Varianten Google daran, Sicherheitsprobleme des Betriebssystems in den Griff zu bekommen.

Android-Smartphones sind sehr viel anfälliger für Malware als iPhones, auf denen das ausschließlich von Apple kontrollierte Betriebssystem iOS läuft. Wurde eine Sicherheitslücke in Android entdeckt und gestopft, heißt das noch lange nicht, dass der Patch auch auf jedem Smartphone funktioniert.

Kontrolle per Google-Chip

Nach Informationen des Tech-Portals „The Informant“ hat Google im Herbst nun mit verschiedenen Chip-Herstellern die Entwicklung und Herstellung eigener Prozessoren für Android-Geräte diskutiert. Der Konzern könnte demnach eine Strategie nach Vorbild seines Betriebssystem-Konkurrenten Apple übernehmen, der über die gesamte Entwicklung und Produktion seiner Mobilgeräte herrscht. Zwar stellt auch Apple die Smartphone-Chips für iPhone und iPad nicht selbst her, sondern beauftragt Firmen mit der Fertigung. Wie die Chips auszusehen haben, bestimmt Apple jedoch selbst.

Smartphone mit Betriebssystem Android von Google: Derzeit gibt es zahlreiche Smartphones mit verschiedenen Chips, die unter Android laufen. Doch Betriebssystem und Chips harmonieren sehr unterschiedlich. Jetzt will Google wie Apple Soft- und Hardware bestimmen.

Smartphone mit Betriebssystem Android von Google: Derzeit gibt es zahlreiche Smartphones mit verschiedenen Chips, die unter Android laufen. Doch Betriebssystem und Chips harmonieren sehr unterschiedlich. Jetzt will Google wie Apple Soft- und Hardware bestimmen.

Quelle: Britta Pedersen/dpa

Das will offenbar auch Google. Steckte in jedem Android-Gerät der gleiche, von Google entwickelte Chip, würde das die Zahl der existierenden Android-Varianten reduzieren und die Entwicklung von  Soft- und Hardware vereinfachen. Eine von Google selbst designte CPU würde dem Konzern zum Beispiel auch mehr Kontrolle über unterstützte, leistungsfähigere Sensoren bieten.

Im Bericht von The Informant ist auch die Rede von hauseigenen Prozessoren für Google-Produkte in den Segmenten Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). In potentiellen Nachfolgern von Google Glass & Co. könnten also zukünftig hauseigene Chips stecken.

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