Datenspeicher 26.11.2010, 19:50 Uhr

In der Datenspeicherbranche geht es wieder bergauf

Auf der Frankfurter Rechenzentrums- und IT-Infrastrukturmesse SNW gab es viele Neuigkeiten. Zwar hat die wirtschaftliche Krise auch diesen Markt getroffen, doch die Datenspeicherkapazitäten wuchsen weiter, als alles andere schrumpfte.

Die ansteigenden Datenfluten bewahrten den Datenspeichermarkt 2009 zwar nicht vor weniger Umsatz, die neu installierte Kapazität aber wuchs auch in den übelsten Zeiten. Laut der Marktforscher von IDC wuchs im Jahr 2009 die Datenmenge weltweit um 35,9 %. Diese Zahlen wurden auf der SNW (Storage Networking World) in Frankfurt präsentiert. Der deutsche Markt wird 2010 nach einem Umsatzminus von 20 % im Vorjahr im laufenden Jahr ein Plus von 30 % aufweisen.

Kein Wunder, dass die Branche sich bemüht, mit allerlei Deduplizierungsangeboten der Datenmassen etwas besser Herr zu werden. Unter Deduplizierung versteht man das Löschen von überflüssigen Informationseinheiten. Beispielsweise stellte Quantum seine neue Lösung DXi8500 vor. Das Gerät dedupliziert 6,4 TByte pro Stunde, hat 20 TByte bis 200 TByte Kapazität und kann Daten im Rohformat auf Bänder archivieren.

Tandberg bringt Accuvault für Mittelständler. Die Komplettlösung für Back-up und Deduplizierung sichert zwischen fünf und 40 Maschinen – Server oder Clients. Sie speichert die Daten auf schockgeschützten Datenspeicherplatten, nachdem sie vorher durch die Accuguard-Software an der Quelle auf bis zu ein Zwanzigstel eingedampft wurden. Die Preise für eine Stand-alone-Lösung beginnen bei 2349 €.

Auch Fujitsu hat mit Eternus CS800 eine neue Lösung für Klein- und Mittelunternehmen im Gepäck. Fürs Highend bringt Fujitsu die mehrschichtige Speicherlösung Eternus CS V5.

Dass der, der im Datenspeichermarkt überleben will, auf Dauer an Hardware nicht vorbeikommt, zeigt Symantecs Einstieg in dieses Geschäft: Symantecs NetBackup-Appliance ist ein fertig konfiguriertes System für die Deduplizierung. Das Gerät dedupliziert
4,3 TByte pro Stunde. Die Daten sollen auf ein Zehntel bis zu ein Fünfzigstel schrumpfen. Das System selbst bietet bis 16 TByte nutzbaren Speicherraum.

Der Newcomer Greenbytes bietet hybride Speichersysteme, die SSD (Solid State Disks) für Betriebssystem und
Cache mit acht bis 42 2,5-Zoll-SATA-Platten kombinieren. Die Daten werden während der Übertragung (in-
line) auf Blockebene dedupliziert. Die dafür nötige Routine steckt schon im Betriebssystem.

Die Geräte basieren auf Standardhardware. Gespeichert werden Block- und Filedaten. Die Boxen haben je nach Typ zwischen zwei und 14 Ethernet-basierende Datenschnittstellen. Der Preis der kleinsten Variante für 4 GByte Rohdatenvolumen beträgt ca. 12 000 €.

Dass die Preise für Speicherhardware fallen, liegt nicht zuletzt daran, dass bei SSD neben den bewährten Single-Level-Chips (SLC) zunehmend auch weitaus günstigere Multi-Level-Chips (MLC) eingesetzt werden können. Sie speichern pro physischer Speicherstelle gewissermaßen mehrere Werte übereinander, was aber Zuverlässigkeit und Lebensdauer beeinträchtigt. Hier versucht man, mittels optimierender Algorithmen das gesamte Speichermanagement zu optimieren.

Schädlich sind für die Datenspeicher insbesondere die durch viele Spannungswechsel hervorgerufenen Temperaturveränderungen, weshalb man versucht, diese durch geschicktes Strukturieren von Schreib-/Lese- und Löschvorgängen und den Aufbau des Speicherraums zu minimieren. Dadurch soll insgesamt die Lebensdauer der MLC so steigen, dass sie mit der der SLC vergleichbar ist, der Preisvorteil aber annähernd erhalten bleiben.

Der SSD-Modulhersteller STEC beispielsweise ist gerade dabei, solche Ideen in Produkte umzusetzen, die demnächst auf den Markt kommen.

Mit SGI zeigte sich ein alter Bekannter in neuem Gewand: Server- und Speicherspezialist Rackable Systems hatte Technologien der insolventen SGI aufgekauft und im April noch den MAID(Massive Array of Idle Disks)-Spezialisten Copan erworben. Bei MAID-Systemen laufen Disks nur, wenn sie gebraucht werden. Copan 400, eines der neu entwickelten Produkte, hat bis zu 1,8 PByte RAID-Kapazität und soll Bandroboter ersetzen, weil bis zu vier Disks je Reihe schadlos ausfallen dürfen. Ein weiteres Produkt ist Infinite Storage 5000. Die Einstiegslösung lässt sich als Primär- und Sekundärspeicher einsetzen.

Auf der Messe SNW wurden auch viele Neuigkeiten rund um die gesamte Rechenzentrums-Infrastruktur verkündet. Blade Network Technologies, die derzeit von IBM übernommen werden, präsentierten den Rackswitch G8264. Er hat bis zu vier 40-Gbit/s- bzw. bis zu 64 10-Gbit-Ports. Die Daten fließen durch eine einzige Schaltmatrix. Registriert das Gerät virtuelle Server, wird diesen ein virtueller Port zugewiesen, der auch alle Konfigurationen speichert. Verzieht der Server nach anderswo, laufen die Einstellungen mit. Bis zu 1000 virtuelle Server lassen sich an das Gerät anschließen. Der Preis: rund 25 000 $.

ARIANE RÜDIGR

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