Messen 13.10.2006, 19:24 Uhr

„IKK“ verlässt Nürnberg – die „Chillventa“ kommt  

VDI-N, Nürnberg, 13. 10. 06, rok – Der deutsche Markt für Kälte- und Klimatechnik wächst. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die jährlich veranstaltete Kälte-Klima-Fachmesse IKK wegen Rückgangs der Aussteller- und Besucherzahlen jetzt zum letzten Mal in Nürnberg über die Bühne geht. Ab 2007 findet die Messe in Frankfurt/Main und Stuttgart eine neue Heimat. Dennoch soll Nürnberg Messestandort für Klimatechnik bleiben. Eine Schau namens „Chillventa“ will sich dort etablieren.

Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) – im Jahre 1988 von der UN gegründet – prognostiziert für Deutschland sommerliches Schwitzen bei 40o C im Schatten, wenn auch erst ab 2050. Indes: Der Trend zu wärmeren Zeiten in Mitteleuropa wird spürbar, was Deutschland wachsendes Interesse an der Klimatisierung von Gebäuden beschert. Gute Aussichten für eine Klimamesse wie die Jahr für Jahr entweder in Hannover oder in Nürnberg veranstaltete IKK, sollte man meinen.

Doch der letzten IKK in Hannover waren wichtige Ausstellergruppen ferngeblieben, was den Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe (VDKF), Eigentümer und alleiniger messepolitischer IKK-Verantwortlicher, jetzt veranlasste, sich auf neue Standorte in Deutschland festzulegen. So heißt es vom 18. bis 20. Oktober 2006 für IKK-Aussteller und IKK-Besucher: Abschied nehmen von Nürnberg.

Waren auf der IKK 2005 in Hannover Besucher und Ausstellergruppen ausgeblieben, dürfte hingegen die diesjährige und letzte IKK an der Pegnitz besser laufen: Etliche Aussteller haben ein Jahr lang pausiert und der Markt für Klimatechnik erweist sich in Deutschland alles andere als schlecht. Bereits jetzt werden hier jedes Jahr rund 50 000 raumlufttechnische Geräte (RLT-Geräte) installiert, die in Büro- und Verwaltungsgebäuden in den Sommermonaten für angenehme Temperaturen sorgen sollen. Und da im Gegensatz zu Gebäuden in Südfrankreich, Spanien, Italien und Griechenland deutsche Wohnhäuser kaum über einen ausreichenden Sonnenschutz wie Außenrollos oder Fensterläden verfügen, dürfte bei zunehmend mediterranen Sommerverhältnissen in Mitteleuropa deutsches Interesse an Klimageräten auch im Wohnbereich wachsen.

„Der deutsche Markt für Kälte- und Klimatechnik ist mittlerweile führend in Europa,“ betonte unlängst Rudolf Pütz, Geschäftsführer der „IKK-MesseWirtschafts- und Informationsdienste“ mit Blick auf die bevorstehende 27. IKK. Tatsächlich sind bereits jetzt in der Bundesrepublik etwa 1 Mio. RLT-Geräte im Einsatz und die Zahl dürfte zunehmen. „Wir können nur allen Unternehmen der Branche empfehlen, dieses Erfolgsklima auf der IKK 2006 in Nürnberg zu nutzen,“ so Pütz. Die Messe sei das ideale Forum, um Produkte und Leistungen der Branche im Herzen Europas und zugleich auf dem Weltmarkt zu präsentieren.

Dennoch ist es beschlossene Sache, dass die IKK nach ihrem Auftritt auf dem Nürnberger Messegelände endgültig fränkisches und niedersächsisches Terrain verlässt. Ab 2007 will der VDKF die Schau als „IKK Building“ an die alle zwei Jahre in Frankfurt am Main veranstaltete ISH/Aircontec andocken, und ab Oktober 2008 soll die IKK ebenfalls im Zweijahresturnus der Neuen Messe Stuttgart die Ehre geben. Es gibt also zwar weiterhin jedes Jahr eine IKK, nur nicht mehr an Pegnitz und Leine.

Indes: Etliche Firmen und Verbände der Klimabranche hängen zumindest am Messestandort Nürnberg und machten sich im Vorfeld der IKK 2006 für den Erhalt einer regelmäßigen Präsentation moderner Raumlufttechnik in der fränkischen Metropole stark, nachdem am 26. Juli dieses Jahres der VDKF mitgeteilt hatte, dass die IKK nach Abschluss ihrer diesjährigen Präsentation Nürnberg den Rücken kehren wird.

„Chillventa – Internationale Fachmesse Kälte Raumluft Wärmepumpen“ soll die neue Schau heißen, die der „Ausstellerkreis Chillventa Nürnberg“ erstmals vom 15. bis 17. Oktober 2008 und dann alle zwei Jahre in der Hans-Sachs-Stadt über die Bühne gehen lassen will.

Informationsbedarf zur Klimatechnik gibt es in der Tat genug. So hat die jetzt noch einmal unter der Flagge IKK in Nürnberg veranstaltete Messe ausreichend Stoff parat, den Themenkatalog zu Kälte, Klima und Lüftung zu füllen. So beinhaltet das Fachangebot Kälte kältetechnische Systeme und Komponenten für Gebäudetechnik, Gewerbe und Transport. Bei dem Fachangebot Klima geht es um die Raumkonditionierung im oberen Leistungsbereich, aber auch um Klimageräte sowie Split- und Multisplitgeräte. Weitere Themen im Fachbereich Kälte sind Kühldecken und Systeme zur Gebäudekühlung und Beheizung. Bei dem Fachangebot Lüftung geht es um Systeme und Komponenten für Luftförderung, Luftbehandlung und -verteilung. Weitere Themen dieses Fachbereichs: zentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung und Luftbefeuchtungssysteme. Auch Luftfilterung und -reinigung sind ein Thema des Fachbereichs Lüftung. Aber auch Kühlmöbel, Kühlzellen und Komponenten für Kühllager will die IKK 2006 präsentieren. Und um einen Beitrag zur CO2-Minderung zu leisten, widme sich das Fachangebot der Aussteller nicht zuletzt technischen Verfahren zum effizienten Umgang mit der Kältetechnik, so Pütz. Schließlich schlummerten auch im Kühlbereich große Potenziale zur Energieeinsparung.

Trotz solch umfangreicher Themenbereiche und eines aussichtsreichen Marktes war vielen Ausstellern schon seit Jahren der IKK-Einjahresrhythmus ein Dorn im Auge: Sie forderten, die Messe alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Der VDKF hielt und hält aber am jährlichen Zustandekommen der IKK fest, er änderte lediglich die Standorte. Wenn dann aber die „Chillventa“ vom 15. bis 17. Oktober 2008 nach Nürnberg einlädt, gibt es von da ab in Deutschland alle zwei Jahre gar zwei Klimamessen im Jahr, und zwar – wenn sich nichts ändern sollte – zeitlich nur um eine Woche getrennt.

ELMAR WALLERANG

  • Elmar Wallerang

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