Großrechner 14.09.2012, 11:52 Uhr

IBM-Großrechner mit Ablegern

Der Mainframe ist nicht tot. IBMs Großrechner zEnterprise EC12, der in Kürze verfügbar sein wird, soll bis zu 50 % mehr Rechenkapazität als das Vorgängermodell bieten. Big Data, Datenanalyse und Cloud-Computing sind die neuen Zielmärkte. Darüber hinaus war und ist der IBM-Mainframe der Star bei Banken und Versicherungen.

Nach wie vor in vielen Bereichen unverzichtbar: Großrechner und Mainframes.

Nach wie vor in vielen Bereichen unverzichtbar: Großrechner und Mainframes.

Foto: IBM

Der zEC 12 weist gegenüber seinen Vorgängermodellen der Reihe System z eine erheblich gesteigerte Leistung auf. Die proprietären Hauptprozessoren mit ihren jeweils sechs Kernen weisen mit 5,5 GHz eine höhere Taktfrequenz auf, und die Zahl der konfigurierbaren Cores kann jetzt bis zu 101 betragen. Die optimierte Ein-/Ausgabe-Architektur (I/O) des Systems z spielt ihre Leistung in der hohen Zahl verarbeiteter Transaktionen aus, wie sie etwa in Banken und Börsen anfallen. 96 von 100 der größten Banken nutzen laut IBM bereits heute Rechner aus der System-z-Familie.

„Hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit profitiert der zEC12 auch von den Fortschritten, die wir im High Performance Computing gemacht haben“, erläutert Thomas Wolf, Leiter der weltweiten zFirmware-Entwicklung im IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen. „So wurden etwa die Transaktionsverarbeitung optimiert und die Cache-Speicher vergrößert.“ Damit lasse sich der Datendurchsatz auf 384 GByte/s beschleunigen. Durch bis zu 6,4 TByte Flash-Speicher auf Solid State Disks (SSDs), der als Puffer fungiert, kann der Nutzer bei Spitzenlastzeiten den Durchsatz steigern und die Systemverfügbarkeit erhöhen.

IBM-Großrechner kann tausende virtuelle Maschinen betreiben

Bereits seit 2010 lassen sich zum Hauptsystem der z-Reihe Erweiterungen, sogenannte zBX-Blades und Appliances, ankoppeln, die über eine schnelle Leitung Daten mit dem Hauptrechner austauschen. Auf diesen Appliances können z. B. externe Betriebssysteme wie Windows oder AIX laufen. Zudem lassen sich Bladeserver der IBM-Reihen mit Power- oder Intel-Prozessoren integrieren.

Diese Hybridarchitektur versetzt Kunden nun in die Lage, mit dem neuen zEC12 auch große Datenvolumina zu analysieren, ganze Systeme wie Stromnetzwerke optimiert zu steuern und eine komplette hauseigene Cloud mit Anwendungen zu versorgen. In einer virtualisierten Systemumgebung kann der Mainframe nach IBM-Angaben Tausende von virtuellen Maschinen (VMs) betreiben.

Weitere Aspekte, die den Mainframe für Banken und Versicherungen, aber auch für Behörden und den Gesundheitssektor besonders interessant machen, sind Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Hohe Verfügbarkeit wird durch Redundanzen, etwa mit Ersatzprozessoren, sichergestellt. Die Zuverlässigkeit gewährleistet der zEC12 durch interne Fehlererkennungsmechanismen. Besondere Sicherheit bietet der Mainframe durch zusätzliche Kryptografieprozessoren. Die Datenverschlüsselung gehört zu den Funktionen, die etwa Banken wollen, aber auch Behörden.

Allerdings gibt es eine Achillesferse: „Es ist augenblicklich noch denkbar, dass entweder der Hauptrechner oder das zBX-Bladecenter einen Ausfall hat“, erklärt der Analyst Josh Krischer. Wenn z. B. auf dem Hauptrechner die Datenbank einer Multiplattformlösung laufe und auf der Erweiterung, dem Bladecenter, eine andere Geschäftsanwendung, „dann könnte es beim Ausfall passieren, dass es zu einer Dateiinkonsistenz kommt“. Um dieses Risiko zu beseitigen, solle die Wiederherstellungsfunktion künftig nicht nur der zEC12 sichern und wiederherstellen, sondern auch die Erweiterungen in der zBX, so Krischer. Damit das System selbst merkt, wann etwas nicht stimmt, haben die IBM-System-z-Experten mit zAware eine neue Systemüberwachungssoftware entwickelt, die als zusätzliches Firmware-Feature erhältlich ist.

Der IBM-Großrechner zEC12 braucht keine Doppelböden im Rechenzentrum

Zu den aktuellen Anforderungen an Großrechner gehören platzsparende Konstruktion und Energieeffizienz. „Anhand der neuen Generation z mit der optionalen Gleichstrom-Stromversorgung“, so Thomas Wolf, „lassen sich ca. 7 % bis 12 % Servereingangsleistung einsparen. Wenn der Kunde die optionale Wasser- statt Luftkühlung verwendet, können Rechenzentren bis zu 9 % Energie einsparen.“ Da Stromkosten einen immer größeren Anteil an den Betriebskosten eines Rechenzentrums ausmachen, wird dies immer wichtiger.

Bei dem zEC12 besteht außerdem kein Bedarf für einen Doppelboden im Rechenzentrum mehr, um die Kabel zuzuführen. „Besonders für Emerging Markets wie China und Afrika ist dies wichtig“, so Wolf. Ohne Doppelboden kommt praktisch jedes stabile Gebäude als Rechenzentrum infrage. Die insgesamt fünf Modelle der neuen zEC12-Reihe kommen laut IBM am 19. September auf den Markt. 

  • Michael Matzer

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