Mobilfunk 01.03.2013, 17:00 Uhr

Hör mir zu: Spracherkennung via Smartphone zieht ins Auto ein

Im Auto eine E-Mail versenden und dabei die Hände konzentriert am Steuer halten – moderne Spracherkennung macht es möglich. Zum Mobile World Congress in Barcelona in dieser Woche sowie zur CeBIT in Hannover (5. bis 9. März) zeigen Handy- und Automobilhersteller ihre Neuheiten.

Sprachsteuerung im Auto soll bald auch via Smartphone möglich sein.

Sprachsteuerung im Auto soll bald auch via Smartphone möglich sein.

Foto: dpa

„Früher war Sprachsteuerung viel komplizierter“, berichtet Pim van der Jagt, Managing Director des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Ford in Aachen. Während lange Zeit jeder Befehl einzeln gegeben werden musste, gehe die Richtung heute durch immer leistungsfähigere Systeme mehr zur natürlichen Spracheingabe. Ford ist mit der Infotainmentplattform Sync einer der Treiber dieser Entwicklung. Der Autobauer setzte schon früh in Zusammenarbeit mit Microsoft auf eine Bedienung, die ohne einen Handgriff auskommt – und das nicht nur im Premiumsegment, sondern im Massengeschäft.

Während früher Motorleistung und Antriebstechnik das Auto zum Statussymbol machten, werden für die jüngere Generation mobile Geräte und die ständige Verbindung ins Internet immer wichtiger. Der Branchenverband Bitkom erwartet, dass allein in diesem Jahr rund 28 Mio. Smartphones verkauft werden. „Sync ist inzwischen der Grund, das Auto zu kaufen“, erklärt van der Jagt.

Das sprachgesteuerte Konnektivitätssystem erleichtert die Bedienung der Audiosysteme und des eingebundenen Mobiltelefons. Fords Sync ist in Europa aktuell für die Ford-Baureihen B-Max, Transit Custom, Tourneo Custom, Focus, Focus ST sowie für den neuen Ford Fiesta erhältlich, weitere Baureihen sollen folgen. Ford peilt bis 2015 weltweit 13 Mio. Sync-Kunden an, davon 3,5 Mio. in Europa. In den USA sind bereits 4 Mio. Ford-Fahrzeuge mit Sync ausgerüstet.

Die Welt der Smartphones ins Auto holen: GM und Daimler setzen auf Apples Siri

Dem Trend, die Welt der Smartphones ins Automobil zu holen, folgen immer mehr Anbieter. So will der US-Autobauer General Motors nach eigenen Angaben die Apple-Sprachassistentin Siri in neue Chevrolet-Modelle integrieren.

Mercedes-Benz hat Anfang des Jahres auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas ein großes Update für die Nutzung der iPhone-Funktionalitäten im Fahrzeug angekündigt. Noch im Frühjahr soll, nach einer Überarbeitung der bisherigen Hard- und Software, auch Siri einen festen Platz an Bord einnehmen. Über das sogenannte Drive Kit Plus und die Digital-Drive-Style-App können das iPhone 4S oder 5 mit dem Fahrzeug verbunden und die entsprechenden Smartphone-Funktionen auch via Spracheingabe genutzt werden. Bislang werden die in der neuen A-Klasse verfügbaren Dienste, wie Facebook und Twitter oder die Navigation mit Echtzeitdaten, über einen Controller in der Mittelarmlehne abgerufen.

Auch die Android-Konkurrenz richtet den Blick auf den vielversprechenden Automarkt. So wollen der chinesische Telekommunikationsriese ZTE und der Sprachtechnologieanbieter Nuance künftig eng zusammenarbeiten. Ein erstes Produkt dieser Kooperation ist die App „Car Mode“, die künftig in Android-Phones von ZTE integriert werden soll. Damit können die gebräuchlichsten Funktionen während der Fahrt genutzt werden, ohne dafür Augen oder Hände gebrauchen zu müssen. Die Nuance-Technologie DragonDrive Messaging, die ebenfalls SMS-Antworten oder E-Mail-Versand ermöglicht, ist bereits als neues Feature von BMW Connected Drive in der neuen 7er-Serie und in Teilen der 3er-Serie erhältlich.

Während die Anbieter mit dem Sicherheitsaspekt der neuen Anwendungen werben, sehen Kritiker bei den neuen Sprachsystemen auch eine Gefahr für die Nutzer. Denn, so mahnt etwa das National Safety Council in den USA, der Fahrer werde auch durch das Diktieren von Geschäfts-E-Mails stark vom laufenden Verkehr abgelenkt – wenn nicht mit dem Blick, so doch mit den Gedanken. SIMONE FASSE

Von Simone Fasse
Von Simone Fasse

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