Tablets von Gigaset 02.12.2013, 14:33 Uhr

Hersteller von Schnurlostelefonen will mit neuen Produkten die Wende schaffen

Die ehemalige Siemens-Telefonsparte Gigaset expandiert ins Geschäft mit Computern. Der Hersteller von Schnurlostelefonen hat pünktlich zum Weihnachtsgeschäfts zwei Tablets auf den Markt gebracht. 

Gigaset-Produktion in Bocholt: Die frühere Siemens-Tochter, spezialisiert auf Schnurlos-Telefone, expandiert jetzt in den Computerbereich und hat zwei Tablets vorgestellt.

Gigaset-Produktion in Bocholt: Die frühere Siemens-Tochter, spezialisiert auf Schnurlos-Telefone, expandiert jetzt in den Computerbereich und hat zwei Tablets vorgestellt.

Foto: Siemens

Der Einstieg in den Tablet-Markt gehört zur Unternehmensstrategie „Gigaset 2015“, mit der die ehemalige Siemens-Tochter die Verluste ausgleichen will, die ihr die Einbrüche auf dem weltweiten Markt für Schnurlostelefone beschert haben. Im letzten Geschäftsquartal ließ das Wegbrechen des Kerngeschäfts den Umsatz von 90 auf 76,6 Millionen Euro sinken.

Auch Babyphone im Gigaset-Angebot

Zur Ausweitung des Portfolios, das die Wende bringen soll, gehören unter anderem eine neue Lösung für das vernetzte Zuhause, eine Babyphone-Reihe sowie zwei Android-basierte Telefone, die in der Bedienung Smartphones ähneln – und die Tablets. Allein im vergangenen Jahr wuchs der weltweite Markt um rund 60 Prozent.

„Unser Ziel ist es, auch bei Tablets unseren Kunden das gewohnte Gigaset Premiumversprechen zu erstklassigen Preisen anzubieten“, sagt Maik Brockmann, Vorstandsmitglieder der Gigaset AG. Mit den Tablets wolle das Unternehmen seinen Anspruch unterstreichen, „erstklassige Kommunikationstools für das vernetzte Zuhause anzubieten“. 

Gigaset, Hersteller von Schnurlostelefonen, hat jetzt erstmals Tablets auf den Markt gebracht. Die frühere Siemens-Tochter will damit die Verluste im Telefonsektor ausgleichen.

Gigaset, Hersteller von Schnurlostelefonen, hat jetzt erstmals Tablets auf den Markt gebracht. Die frühere Siemens-Tochter will damit die Verluste im Telefonsektor ausgleichen.

Foto: Gigaset

Die Gigaset-Tablets heißen QV830 und QV1030 und verfügen über acht und zehn Zoll große Displays. Beide Tablets laufen mit dem Betriebssystem Android 4.2, haben einen microSD-Kartenslot, GPS und ein Alu-Gehäuse. Laut Gigaset bieten die Displays einen „besonders großen Betrachtungswinkel“. In der Auflösung erreicht das größere QV1030 das Niveau des Google-Tablets Nexus: Mit 2560 x 1600 Pixeln hat es exakt dieselbe Auflösung wie das Nexus 10. Die kleinere Version QV830 bietet mit 1024 x 768 Pixeln weniger als die Konkurrenz.

Nur mit WLAN und Bluetooth ins Netz

Auch der vorhandene Speicher ist knapp bemessen: Acht Gigabyte sind es beim QV830, 16 Gigabyte beim QV1030. Bei beiden Modellen lässt sich die Speicherkapazität allerdings über eine MicroSD-Karte erweitern. Ebenso bieten die Gigaset-Tablets nur zwei Möglichkeiten für den Zugang ins Internet: WLAN und Bluetooth. 3G oder LTE gibt es für sie nicht, auch nicht optional. Die Laufzeiten des Akkus gibt der Hersteller mit zehn Stunden beim Surfen im Internet und acht Stunden beim Anschauen von Videos an.

Gigaset-Tablets günstiger als Google Nexus

Zur weiteren Ausstattung der Tablets gehören je zwei Kameras: eine 1,2-Megapixel-Frontkamera und eine rückwärtige, Fünf-Megapixel-Kamera beim QV830 und ein Acht-Megapixel-Modell beim QV1030. Gigaset nutzt in beiden Tablets einen Quad-Core-Prozessor. Im QV830 arbeitet ein Cortex-A7-basierender MTK MT8125 mit 1,2 Gigahertz Taktfrequenz. Das Zehn-Zoll-Modell hat einen NVIDIA T40S mit Cortex-A15-Kernen und 1,8 Gigahertz Taktfrequenz. 199 Euro kostet das kleinere QV830, das QV1030 ist für 369 Euro erhältlich. Beide Gigaset-Tablets sind damit 30 Euro günstiger als ein Google Nexus 7 oder Nexus 10.

Gigaset wurde bereits 2005 von Siemens ausgegliedert, zunächst aber als 100-prozentige Tochter. 2008 übernahm die Private Equity Gesellschaft Arques Industries gut 80 Prozent und wurde Mehrheitsgesellschafter. 2010 verkaufte Siemens auch seine noch verbliebenen Anteile. 

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